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Amtliche Abkürzung:AufenthG
Fassung vom:27.07.2015 Fassungen
Gültig ab:01.08.2015
Dokumenttyp:Gesetz
Quelle:juris Logo
FNA:FNA 26-12
Gesetz
über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit
und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet
Aufenthaltsgesetz
§ 30 Ehegattennachzug
(1) Dem Ehegatten eines Ausländers ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn
1.
beide Ehegatten das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2.
der Ehegatte sich zumindest auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann und
3.
der Ausländer
a)
eine Niederlassungserlaubnis besitzt,
b)
eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU besitzt,
c)
eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 oder § 25 Abs. 1 oder Abs. 2 besitzt,
d)
seit zwei Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzt und die Aufenthaltserlaubnis nicht mit einer Nebenbestimmung nach § 8 Abs. 2 versehen oder die spätere Erteilung einer Niederlassungserlaubnis nicht auf Grund einer Rechtsnorm ausgeschlossen ist,
e)
eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, die Ehe bei deren Erteilung bereits bestand und die Dauer seines Aufenthalts im Bundesgebiet voraussichtlich über ein Jahr betragen wird,
f)
eine Aufenthaltserlaubnis nach § 38a besitzt und die eheliche Lebensgemeinschaft bereits in dem Mitgliedstaat der Europäischen Union bestand, in dem der Ausländer die Rechtsstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten innehat, oder
g)
eine Blaue Karte EU besitzt.
Satz 1 Nr. 1 und 2 ist für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis unbeachtlich, wenn
1.
der Ausländer einen Aufenthaltstitel nach den §§ 19 bis 21 besitzt und die Ehe bereits bestand, als er seinen Lebensmittelpunkt in das Bundesgebiet verlegt hat,
2.
der Ausländer unmittelbar vor der Erteilung einer Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 20 war oder
3.
die Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 3 Buchstabe f vorliegen.
Satz 1 Nr. 2 ist für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis unbeachtlich, wenn
1.
der Ausländer, der einen Aufenthaltstitel nach § 23 Absatz 4, § 25 Absatz 1 oder 2, § 26 Absatz 3 oder nach Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 4 besitzt und die Ehe bereits bestand, als der Ausländer seinen Lebensmittelpunkt in das Bundesgebiet verlegt hat,
2.
der Ehegatte wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage ist, einfache Kenntnisse der deutschen Sprache nachzuweisen,
3.
bei dem Ehegatten ein erkennbar geringer Integrationsbedarf im Sinne einer nach § 43 Abs. 4 erlassenen Rechtsverordnung besteht oder dieser aus anderen Gründen nach der Einreise keinen Anspruch nach § 44 auf Teilnahme am Integrationskurs hätte,
4.
der Ausländer wegen seiner Staatsangehörigkeit auch für einen Aufenthalt, der kein Kurzaufenthalt ist, visumfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich darin aufhalten darf,
5.
der Ausländer im Besitz einer Blauen Karte EU ist oder
6.
es dem Ehegatten auf Grund besonderer Umstände des Einzelfalles nicht möglich oder nicht zumutbar ist, vor der Einreise Bemühungen zum Erwerb einfacher Kenntnisse der deutschen Sprache zu unternehmen.
(2) Die Aufenthaltserlaubnis kann zur Vermeidung einer besonderen Härte abweichend von Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 erteilt werden. Besitzt der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis, kann von den anderen Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe e abgesehen werden.
(3) Die Aufenthaltserlaubnis kann abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 und § 29 Abs. 1 Nr. 2 verlängert werden, solange die eheliche Lebensgemeinschaft fortbesteht.
(4) Ist ein Ausländer gleichzeitig mit mehreren Ehegatten verheiratet und lebt er gemeinsam mit einem Ehegatten im Bundesgebiet, wird keinem weiteren Ehegatten eine Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 oder Absatz 3 erteilt.

Fußnoten ausblendenFußnoten

§ 30: Neugefasst durch Bek. v. 25.2.2008 I 162
§ 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. b: IdF d. Art. 1 Nr. 32 G v. 29.8.2013 I 3484 mWv 2.12.2013
§ 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. e: IdF d. Art. 1 Nr. 14 Buchst. a DBuchst. aa G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012
§ 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. f: IdF d. Art. 1 Nr. 14 Buchst. a DBuchst. bb G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012
§ 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. g: Eingef. durch Art. 1 Nr. 14 Buchst. a DBuchst. cc G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012
§ 30 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2: IdF d. Art. 1 Nr. 32 G v. 29.8.2013 I 3484 mWv 2.12.2013
§ 30 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1: IdF d. Art. 1 Nr. 17 Buchst. a G v. 27.7.2015 I 1386 mWv 1.8.2015
§ 30 Abs. 1 Satz 3 Nr. 3: IdF d. Art. 1 Nr. 14 Buchst. b DBuchst. aa G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012
§ 30 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4: IdF d. Art. 1 Nr. 14 Buchst. b DBuchst. bb G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012 u. d. Art. 1 Nr. 17 Buchst. b G v. 27.7.2015 I 1386 mWv 1.8.2015
§ 30 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5: Eingef. durch Art. 1 Nr. 14 Buchst. b DBuchst. cc G v. 1.6.2012 I 1224 mWv 1.8.2012; idF d. Art. 1 Nr. 17 Buchst. c G v. 27.7.2015 I 1386 mWv 1.8.2015
§ 30 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6: Eingef. durch Art. 1 Nr. 17 Buchst. d G v. 27.7.2015 I 1386 mWv 1.8.2015
§ 30 Abs. 2 Satz 2: IdF d. Art. 1 Nr. 5 G v. 20.12.2008 I 2846 mWv 1.1.2009

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