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Aktuelle Gesamtausgabe
Gesamtausgaben-ListeÄnderungshistorie
Amtliche Abkürzung:LOWiG
Ausfertigungsdatum:08.02.1978
Gültig ab:01.04.1978
Dokumenttyp: Gesetz
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Fundstelle:GBl. 1978, 102
Gliederungs-Nr:4540
Landesgesetz über Ordnungswidrigkeiten
(Landesordnungswidrigkeitengesetz - LOWiG)
Vom 8. Februar 1978
Zum 17.12.2018 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 16 geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 27. Oktober 2015 (GBl. S. 865, 867)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Titel

Landesgesetz über Ordnungswidrigkeiten (Landesordnungswidrigkeitengesetz - LOWiG) vom 8. Februar 197801.04.1978
Eingangsformel01.04.1978
Inhaltsverzeichnis01.04.1978
ERSTER TEIL - Allgemeine Vorschriften01.04.1978
§ 1 - Geltungsbereich01.04.1978
§ 2 - Verbleib der Geldbußen und Verwarnungsgelder01.01.1987
§ 3 - Erwerb eingezogener Gegenstände01.04.1978
§ 4 - Notwendige Auslagen01.04.1978
§ 5 - Erstattung von Auslagen01.09.2009
§ 6 - Ersatzpflicht für Verfolgungsmaßnahmen01.04.1978
ZWEITER TEIL01.04.1978
Erster Abschnitt - Einzelne Ordnungswidrigkeiten01.04.1978
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten im Lotteriewesen26.05.1982
§ 8 - Schutz von Wappen und Flaggen01.08.1998
§ 9 - Verhütung von Unfällen01.04.1978
§ 10 - Verhütung von Bränden01.04.1978
§ 11 - Verwendung von Selbstschußgeräten und anderen Geräten 01.04.1978
§ 12 - Parken auf Privatgrundstücken01.04.1978
§ 13 - Schutz öffentlicher Straßen01.04.1978
§ 14 - Erlaß von Polizeiverordnungen01.04.1978
Zweiter Abschnitt - Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten 01.04.1978
§ 15 - Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach § 112 OWiG01.04.1978
§ 16 - Sonstige sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden31.10.2015
DRITTER TEIL - Schlußvorschriften01.04.1978
§ 17 - Änderung des Gesetzes über den kommunalen Finanzausgleich01.04.1978
§ 18 - Änderung des Gesetzes über die Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten01.04.1978
§ 19 - Außerkrafttreten von Vorschriften01.04.1978
§ 20 - Inkrafttreten01.04.1978

Der Landtag hat am 25. Januar 1978 das folgende Gesetz beschlossen:

INHALTSVERZEICHNIS
Erster Teil
Allgemeine Vorschriften
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Verbleib der Geldbußen und Verwarnungsgelder
§ 3 Erwerb eingezogener Gegenstände
§ 4 Notwendige Auslagen
§ 5 Erstattung von Auslagen
§ 6 Ersatzpflicht für Verfolgungsmaßnahmen
Zweiter Teil
Erster Abschnitt
Einzelne Ordnungswidrigkeiten
§ 7 Ordnungswidrigkeiten im Lotteriewesen
§ 8 Schutz von Wappen und Flaggen
§ 9 Verhütung von Unfällen
§ 10 Verhütung von Bränden
§ 11 Verwendung von Selbstschußgeräten und anderen Geräten
§ 12 Parken auf Privatgrundstücken
§ 13 Schutz öffentlicher Straßen
§ 14 Erlaß von Polizeiverordnungen
Zweiter Abschnitt
Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten
§ 15 Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach § 112 OWiG
§ 16 Sonstige sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden
Dritter Teil
Schlußvorschriften
§ 17 Änderung des Gesetzes über den kommunalen Finanzausgleich
§ 18 Änderung des Gesetzes über die Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten
§ 19 Außerkrafttreten von Vorschriften
§ 20 Inkrafttreten

ERSTER TEIL
Allgemeine Vorschriften

§ 1
Geltungsbereich

Die Vorschriften dieses Teils gelten für Ordnungswidrigkeiten nach Bundesrecht und nach Landesrecht, soweit Behörden, Organe oder Stellen des Landes oder einer der Aufsicht des Landes unterstehenden juristischen Person des öffentlichen Rechts Bußgeldverfahren durchführen.

§ 2
Verbleib der Geldbußen und Verwarnungsgelder

(1) Geldbußen, die durch rechtskräftige Bescheide einer juristischen Person des öffentlichen Rechts festgesetzt sind, fließen in deren Kassen. Satz 1 gilt für Verwarnungsgelder, die nach § 56 und § 57 Abs. 2 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) i. d. F. vom 2. Januar 1975 (BGBl. I S. 80, ber. S. 520) erhoben werden, und für Nebenfolgen, die zu einer Geldzahlung verpflichten, entsprechend.

(2) Geldbußen, die durch rechtskräftige Bescheide eines Landratsamtes als untere Verwaltungsbehörde festgesetzt sind, werden dem Landkreis als eigene Einnahme überlassen und von ihm eingezogen. Satz 1 gilt für Verwarnungsgelder, die nach § 56 OWiG erhoben werden, und für Nebenfolgen, die zu einer Geldzahlung verpflichten, entsprechend.

(3) Verwarnungsgelder, die von Beamten des Polizeivollzugsdienstes festgesetzt werden und deren Einzug den Bußgeldbehörden überlassen wird, fließen in deren Kassen. Bei Zuständigkeit der Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden werden die Verwarnungsgelder den Landkreisen als eigene Einnahmen überlassen.

§ 3
Erwerb eingezogener Gegenstände

(1) Wird ein Gegenstand eingezogen, so geht das Eigentum an der Sache oder das eingezogene Recht mit der Rechtskraft der Entscheidung auf die juristische Person des öffentlichen Rechts über, deren Behörde, Organ oder Stelle die Einziehung angeordnet hat.

(2) Soweit Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden Bußgeldverfahren durchführen, ist Absatz 1 mit der Maßgabe entsprechend anzuwenden, daß das Recht an dem eingezogenen Gegenstand auf den Landkreis übergeht.

§ 4
Notwendige Auslagen

(1) Notwendige Auslagen nach § 105 Abs. 2 OWiG trägt die juristische Person des öffentlichen Rechts, deren Behörde, Organ oder Stelle das Bußgeldverfahren durchgeführt hat. Diese notwendigen Auslagen sind den in Satz 1 genannten juristischen Personen unmittelbar aufzuerlegen.

(2) Soweit Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden Bußgeldverfahren durchführen, ist Absatz 1 mit der Maßgabe entsprechend anzuwenden, daß der Landkreis die notwendigen Auslagen trägt.

§ 5
Erstattung von Auslagen

(1) Die Geldbeträge, die eine der am Bußgeldverfahren beteiligten Stellen nach § 107 Abs. 3 Nr. 13 und 14 OWiG oder nach Nummern 9013 und 9014 des Kostenverzeichnisses der Anlage 1 des Gerichtskostengesetzes als Auslagen erhebt, werden zwischen dem Land und der juristischen Person des öffentlichen Rechts, deren Behörde, Organ oder Stelle das Bußgeldverfahren durchführt, nicht erstattet.

(2) Soweit Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden Bußgeldverfahren durchführen, ist Absatz 1 mit der Maßgabe entsprechend anzuwenden, daß zwischen dem Land und dem Landkreis die bezeichneten Auslagen nicht erstattet werden.

§ 6
Ersatzpflicht für Verfolgungsmaßnahmen

(1) Ersatzpflichtig im Sinne von § 110 Abs. 4 OWiG ist die juristische Person des öffentlichen Rechts, deren Behörde, Organ oder Stelle das Bußgeldverfahren durchgeführt hat.

(2) Soweit Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden Bußgeldverfahren durchführen, ist Absatz 1 mit der Maßgabe entsprechend anzuwenden, daß der Landkreis ersatzpflichtig ist.

ZWEITER TEIL

Erster Abschnitt
Einzelne Ordnungswidrigkeiten

§ 7
Ordnungswidrigkeiten im Lotteriewesen

(1) Ordnungswidrig handelt, wer

1.

in einer Lotterie spielt, die in Baden-Württemberg nicht genehmigt oder zugelassen ist,

2.

gewerbsmäßig ein Los oder einen Losabschnitt einer in Baden-Württemberg nicht genehmigten oder zugelassenen Lotterie veräußert, zur Veräußerung bereithält oder zum Erwerb anbietet,

3.

gewerbsmäßig ohne Ermächtigung der Direktion der Süddeutschen Klassenlotterie Lose oder Losabschnitte dieser Lotterie oder Urkunden, durch welche Anteile an solchen Losen oder Losabschnitten zum Eigentum oder zum Gewinnbezug übertragen werden, veräußert, zur Veräußerung bereithält oder zum Erwerb anbietet.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

§ 8
Schutz von Wappen und Flaggen

(1) Ordnungswidrig handelt, wer unbefugt

1.

das Wappen oder die Dienstflagge einer Gemeinde,

2.

das Wappen oder die Dienstflagge eines Landkreises

benutzt.

(2) Den in Absatz 1 genannten Wappen und Dienstflaggen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

(3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

§ 9
Verhütung von Unfällen

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig an öffentlichen Straßen oder an anderen Orten, an denen Menschen verkehren,

1.

Sachen auswirft, ausgießt oder ohne ausreichende Befestigung aufstellt, aufhängt oder sonst anbringt oder

2.

Öffnungen oder Vertiefungen unverdeckt oder unverwahrt läßt,

wenn daraus die Gefahr der Verletzung oder erheblichen Verunreinigung eines anderen oder der Beschädigung oder erheblichen Verunreinigung einer fremden Sache von bedeutendem Wert entstehen kann.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.

§ 10
Verhütung von Bränden

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1.

bewegliche Sachen, die sich leicht von selbst oder gegenseitig entzünden oder die leicht Feuer fangen, an Orten aufbewahrt, an denen ihre Entzündung gefährlich werden kann,

2.

Scheunen oder andere Räume, die zur Aufbewahrung leicht entflammbarer Sachen dienen, mit unverwahrtem Feuer oder Licht betritt,

3.

in der Nähe von leicht entflammbaren Sachen Feuer anzündet oder Feuerwerke abbrennt,

4.

die vorgeschriebenen Feuerwehrgeräte, Feuerlöschanlagen oder Feuerlöschmittel überhaupt nicht oder nicht in gebrauchsfähigem Zustand bereithält.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.

§ 11
Verwendung von Selbstschußgeräten und anderen Geräten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer ohne polizeiliche Erlaubnis zum Abschießen von Geschossen bestimmte Selbstschußgeräte, Schlageisen, Fußangeln oder ähnliche Geräte verwendet, sofern er nicht mit zulässigem Jagdgerät rechtmäßig die Jagd ausübt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

§ 12
Parken auf Privatgrundstücken

(1) Ordnungswidrig handelt, wer ein Kraftfahrzeug vorsätzlich oder fahrlässig außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen

1.

auf einem Stellplatz unbefugt parkt, obwohl deutlich sichtbar und allgemein verständlich darauf hingewiesen wird, daß die Benutzung durch Unbefugte untersagt ist,

2.

vor oder in Grundstücksein- und -ausfahrten unbefugt parkt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.

§ 13
Schutz öffentlicher Straßen

(1) Ordnungswidrig handelt, wer unbefugt

1.

am Straßenkörper, am Zubehör oder an Nebenanlagen einer öffentlichen Straße Veränderungen vornimmt oder

2.

Zubehör einer öffentlichen Straße entfernt oder unkenntlich macht.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.

§ 14
Erlaß von Polizeiverordnungen

Die Ermächtigung zum Erlaß von Polizeiverordnungen nach § 10 des Polizeigesetzes wird durch die Vorschriften dieses Abschnittes nicht berührt.

Zweiter Abschnitt
Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten

§ 15
Zuständigkeit zur Verfolgung und Ahndung von
Ordnungswidrigkeiten nach § 112 OWiG

Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 OWiG ist bei Ordnungswidrigkeiten nach § 112 OWiG, soweit es sich um Verstöße gegen Anordnungen des Landtags oder seines Präsidenten handelt, der Präsident des Landtags.

§ 16
Sonstige sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden

(1) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 OWiG ist in den Fällen des § 7 Abs. 1 dieses Gesetzes und des § 124 OWiG das Regierungspräsidium Karlsruhe.

(2) Verwaltungsbehörden im Sinne von § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten sind in den Fällen der §§ 8 bis 13 die Ortspolizeibehörden.

DRITTER TEIL
Schlußvorschriften

§ 17
Änderung des Gesetzes über den kommunalen Finanzausgleich

(Änderungsanweisungen)

§ 18
Änderung des Gesetzes über die Anerkennung von
Kurorten und Erholungsorten

(Änderungsanweisungen)

§ 19
Außerkrafttreten von Vorschriften

(Aufhebungsanweisungen)

§ 20
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am 1. April 1978 in Kraft.

Das vorstehende Gesetz wird hiermit verkündet.

Stuttgart, den 8. Februar 1978

Die Regierung des Landes Baden-Württemberg:

Dr. Filbinger Dr. Hahn Schiess
Dr. Palm Gleichauf Dr. Eberle
Weiser Griesinger Teufel