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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Aktenzeichen:31-6610.0/92
Erlassdatum:11.02.2016
Fassung vom:05.12.2017
Gültig ab:09.01.2018
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2214-3
Fundstelle:K. u. U. 2016, 124
Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zur Schullaufbahnentscheidung an der Gemeinschaftsschule in Klasse 8 und 9

Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zur Schullaufbahnentscheidung an der Gemeinschaftsschule in Klasse 8 und 9



Verwaltungsvorschrift vom 11. Februar 2016



Az.: 31-6610.0/92



Fundstelle: K.u.U. 2016, S. 124

Geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 05.12.2017 (K. u. U. 2018, S. 4)





1.


1.1
Die Lehrkräfte der Gemeinschaftsschulen beraten die Erziehungsberechtigten während der Schullaufbahn kontinuierlich über die Lern- und Leistungsentwicklung ihres Kindes.


1.2
Zwischen Oktober und Dezember erhalten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 und 9 sowie deren Erziehungsberechtigte in Informationsveranstaltungen der Gemeinschaftsschulen Auskünfte über die möglichen Schulabschlüsse und Anschlussmöglichkeiten (schulische Anschlussmöglichkeiten, Möglichkeiten einer dualen Ausbildung und die damit verbundenen Aufstiegsmöglichkeiten sowie zur Studienwahl). Diese Informationsveranstaltungen und die Informationsveranstaltungen gemäß Nummer 4 der VwV Berufliche Orientierung können zusammengefasst werden.




2.


2.1
Im zweiten Schulhalbjahr der Klasse 8 beraten der Lerncoach sowie die Lerngruppenbegleiterin oder der Lerngruppenbegleiter gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten sowie der Schülerin oder dem Schüler auf Basis des Lernentwicklungsberichtes des ersten Halbjahres, welcher schulische Abschluss dem Begabungsprofil und Leistungsvermögen der Schülerin oder des Schülers nach ihrer Einschätzung entspricht. Über das Ergebnis dieser Besprechung unterrichten sie die Lerngruppenkonferenz.


2.2
Die Lerngruppenkonferenz unter Vorsitz der Schulleiterin oder des Schulleiters spricht nach der Beratung der Erziehungsberechtigten bis zum 15. März der 8. Klasse ihre Empfehlung über den nach ihrer Einschätzung in der 9. Klasse anzustrebenden Abschluss aus. Die Empfehlung beinhaltet eine Aussage, ob aufgrund der Lern- und Leistungsentwicklung der Schülerin oder des Schülers die Hauptschulabschlussprüfung in Klasse 9 abgelegt werden sollte (Anlage 1).


2.3
Sehen die Erziehungsberechtigten nach der Beratung durch den Lerncoach und die Lerngruppenbegleiterin oder den Lerngruppenbegleiter sowie nach der Schullaufbahnempfehlung für ihre Entscheidungsfindung noch weiteren Beratungsbedarf, können sie die Beratung durch eine gemäß der Richtlinien für die Bildungsberatung qualifizierte Beratungslehrkraft in Anspruch nehmen. Sie erklären diesen Wunsch gegenüber der Schule bis zum 1. April (Anlage 1, Blatt 4).


2.4
Die Erziehungsberechtigten teilen der Schule bis zum 1. April mit, ob ihr Kind in der Klasse 9 den Hauptschulabschluss anstrebt (Anlage 1, Blatt 3). Nehmen sie ein zusätzliches Beratungsangebot durch eine Beratungslehrkraft nach Nummer 2.3 in Anspruch, müssen sie der Schule ihre Entscheidung bis spätestens zum 15. Juni mitteilen.




3.


3.1
Im zweiten Schulhalbjahr der Klasse 9 erörtern der Lerncoach sowie die Lerngruppenbegleiterin oder der Lerngruppenbegleiter gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten sowie der Schülerin oder dem Schüler auf Basis des Lernentwicklungsberichtes des ersten Halbjahres, welcher schulische Abschluss dem Begabungsprofil und Leistungsvermögen der Schülerin oder des Schülers entspricht. Sie berücksichtigen dabei auch Aspekte der Berufs- und Studienorientierung. Sie berichten der Lerngruppenkonferenz über das Ergebnis dieser Besprechung.


3.2
Die Lerngruppenkonferenz unter Vorsitz der Schulleiterin oder des Schulleiters spricht nach der Beratung der Erziehungsberechtigten über den anzustrebenden Abschluss und auf der Grundlage der Lern- und Leistungsentwicklung der Schülerin oder des Schülers bis zum 15. März der 9. Klasse ihre Empfehlung aus, welchen Abschluss die Schülerin oder der Schüler in Klasse 10 anstreben sollte (Anlage 2) und zwar:


a)
den Hauptschulabschluss,


b)
den Realschulabschluss,


c)
die nach den Regelungen der gymnasialen Versetzungsordnung erfolgende Versetzung in die Eingangsklasse der gymnasialen Oberstufe.


3.3.
Sehen die Erziehungsberechtigten nach der Beratung durch den Lerncoach und die Lerngruppenbegleiterin oder den Lerngruppenbegleiter sowie nach der Schullaufbahnempfehlung für ihre Entscheidungsfindung noch weiteren Beratungsbedarf, können sie die Beratung durch eine gemäß der Richtlinien für die Bildungsberatung qualifizierte Beratungslehrkraft in Anspruch nehmen. Sie erklären diesen Wunsch gegenüber der Schule bis zum 1. April (Anlage 2, Blatt 4).


3.4
Die Erziehungsberechtigten teilen der Schulleitung bis zum 1. April mit, ob ihr Kind in der Klasse 10 den Hauptschulabschluss oder den Realschulabschluss anstrebt oder auf gymnasialem Niveau lernt (Anlage 2, Blatt 3). Nehmen sie ein zusätzliches Beratungsangebot durch eine Beratungslehrkraft nach Nummer 3.3 in Anspruch, müssen sie der Schule ihre Entscheidung bis spätestens zum 15. Juni mitteilen.




4.


4.1
Schülerinnen und Schüler mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot werden unter der Beteiligung einer Lehrkraft für Sonderpädagogik und der Fachdienste beraten.


4.2
Die Ziffern 2 und 3 dieser Verwaltungsvorschrift gelten nicht für Schülerinnen und Schüler mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot, die an der Gemeinschaftsschule zieldifferent unterrichtet werden. Die Erziehungsberechtigten dieser Schülerinnen und Schüler werden gezielt über dem jeweiligen Förderschwerpunkt (Lernen oder geistige Entwicklung) und dem individuellen Leistungsvermögen und Begabungsprofil entsprechende Bildungsabschlüsse und mögliche Anschlüsse informiert.


4.3
Unberührt von den Ziffern 4.1 und 4.2 bleibt die Berufswegekonferenz nach § 83 Absatz 7 des Schulgesetzes, die vor dem Übergang auf eine berufliche Schule, in eine Berufsausbildung oder eine Berufsvorbereitung durchgeführt wird.




5.


Diese Verwaltungsvorschrift tritt am 1. Februar 2016 in Kraft.




Anlagen





Diese Verwaltungsvorschrift wird in Ausgabe B aufgenommen unter Nr. 6400-52.


Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Schullaufbahnempfehlung in Klasse 8

Anlage 2: Schullaufbahnempfehlung in Klasse 9

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