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Inhalt
Aktuelle Gesamtvorschrift
Normgeber:Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Aktenzeichen:55-9210.50
Erlassdatum:26.02.2013
Fassung vom:26.02.2013
Gültig ab:01.04.2013
Gültig bis:31.03.2020
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:792
Fundstelle:GABl. 2013, 271; ber. S. 627
Gesamtvorschrift in der Gültigkeit zum 01.04.2013 bis 31.03.2020

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungsvorschrift
des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
zur Durchführung der Jägerprüfungsordnung (JPrOVwV)



Vom 26. Februar 2013 – Az.: 55-9210.50 –



Fundstelle: GABl. 2013, S. 271; ber. S. 627





Die näheren Bestimmungen zur Durchführung der Jägerprüfungsordnung vom 7. Februar 2011 ergeben sich aus dieser Verwaltungsvorschrift. Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vermerkt ist, beziehen sich die in dieser Verwaltungsvorschrift angeführten Paragraphen auf die Bestimmungen der Jägerprüfungsordnung (JPrO).



1
(Zu § 1)


1.1
Verliert ein Mitglied eines Prüfungsausschusses während des Berufungszeitraumes die Jagdpachtfähigkeit im Sinne des § 11 Absatz 5 des Bundesjagdgesetzes, so hat das Kreisjagdamt dies der Prüfungsstelle unverzüglich mitzuteilen.


1.2
Dem Prüfungsausschuss darf niemand angehören, der bei der Ausbildung von Prüflingen, die dem Prüfungsausschuss zugewiesen sind, mitgewirkt hat. Dies gilt nicht für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Veterinärbehörden, die in der Jäger- und Jägerinnenausbildung hoheitlich tätig sind.




2
(Zu § 3)


2.1
Der Prüfungs- und Ausbildungsrahmenplan des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz gem. § 3 Absatz 2 Satz 3 ergibt sich aus Anlage 1.




3
(Zu § 4)


3.1
Es besteht die Möglichkeit, die Anmeldung in elektronischer Form durchzuführen.


3.2
Da auf die Überprüfung der Zuverlässigkeit und der persönlichen Eignung bei der Zulassung zur Jägerprüfung verzichtet wird, soll die Prüfungsstelle die Prüflinge darauf hinweisen, dass ihnen im Falle des Fehlens der Zuverlässigkeit oder der körperlichen Eignung auch nach bestandener Jägerprüfung kein Jagdschein erteilt werden kann (§ 17 Absatz 1 Nummer 2 des Bundesjagdgesetzes).




4
(Zu § 5)


Im Prüfungsabschnitt »Jagdliches Schießen« bedeuten mögliche Einschränkungen der Prüfungsinhalte bei der Waffenhandhabung nicht, dass beim Vorliegen einer Behinderung geringere Anforderungen in Bezug auf die sichere Handhabung von Jagdwaffen gestellt werden. Es ist lediglich möglich, auf bestimmte, für die Sicherheit unrelevante Handlungen des Prüflings zu verzichten, die dieser aufgrund seiner bestehenden Behinderung nicht erfüllen kann, wie beispielsweise das Zerlegen von Waffenteilen. Ebenso kann die Prüfung auf bestimmte Waffentypen beschränkt werden.


Denkbare Hilfsmittel bei den Prüfungsteilen Büchsen- und Flintenschießen wären beispielsweise Prothesen, Rollstühle oder speziell auf die Behinderung angepasste Waffen.


Die Vereinbarkeit mit den jagd- und waffenrechtlichen Vorgaben zur Erteilung des Jagdscheines bedeutet, dass keine Erleichterungen bei Prüflingen möglich sind, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie die für die Erteilung eines Jagdscheins oder einer waffenrechtlichen Erlaubnis erforderliche körperliche Eignung nicht besitzen (§ 17 Absatz 1 Nummer 2 Bundesjagdgesetz; §§ 5 und 6 Waffengesetz).




5
(Zu § 6)


5.1
Der Ausbildungsnachweis muss nach dem Muster der Anlage 2 oder inhaltsgleich geführt werden.


5.2
Der Antrag auf Anerkennung der Ausbildungsstätte beim Kreisjagdamt erfolgt nach Muster der Anlage 3. Die Kreisjagdämter übermitteln der Prüfungsstelle eine Mehrfertigung des Anerkennungsbescheides.


5.3
Die Zertifizierung der Ausbildungsstätte durch eine nach § 6 Absatz 1 Satz 3 anerkannte, unabhängige Stelle muss beim zuständigen Kreisjagdamt, spätestens 1. April 2015 nachgewiesen werden.


Dem Zertifizierungsprozess sind die in Anlage 7 dargestellten Durchführungsbestimmungen zur Zertifizierung der jagdlichen Ausbildungsstätten sowie das in Anlage 8 dargestellte Kriterien- und Indikatorensystem zugrunde zu legen.


Die Anerkennung der Jagdschule bleibt nach der Zertifizierung fünf Jahre gültig. Dies gilt auch für zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verwaltungsvorschrift bereits zertifizierte Ausbildungsstätten. Die Kosten der Zertifizierung trägt die Ausbildungsstätte.


Jagdliche Ausbildungsstätten anderer Bundesländer müssen ebenfalls die Zertifizierung nachweisen, wenn sie sich bei einem Kreisjagdamt in Baden-Württemberg als Ausbildungsstätte anerkennen lassen wollen.


5.4
Zur praktischen Ausbildung nach § 6 Absatz 4 zählen unter anderem:


Mitarbeit bei biotopgestaltenden Maßnahmen
Mitarbeit bei Revierarbeiten, Revierbegänge
Mitarbeit beim Bau jagdlicher Einrichtungen
Teilnahme an Einzeljagden und mindestens einer Gesellschaftsjagd (diese kann auf Grund der Jahreszeit auch nachgestellt werden)




6
(Zu § 8)


Die Prüfungsstelle trägt die Kosten für die bereitzustellenden Waffen und die dazugehörende Munition. Prüflinge dürfen für bereitgestellte Waffen auch mitgebrachte handelsübliche Munition verwenden. Soweit Prüflinge nicht die bereitgestellten Waffen benutzen möchten, können auch andere zulässige Waffen benutzt werden. In diesem Fall hat der Prüfling auf seine Kosten für die Munition zu sorgen.




7
(Zu § 10)


7.1
Die Waffenhandhabung ist als eigenständiger Prüfungsteil im Prüfungsabschnitt »Jagdliches Schießen«, zusätzlich zum Büchsen- und Flintenschießen, zu prüfen und zu werten. Die Handhabung der Waffen und die Einhaltung der Schießvorschrift des Deutschen Jagdschutzverbandes e.V. (DJV) nach § 10 Absatz 2 während der Prüfungsteile Büchsen- und Flintenschießen kann aber beim Ergebnis des Prüfungsteils Waffenhandhabung ebenfalls berücksichtigt werden. Mängel bei der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und in der Handhabung der Waffen während der Prüfungsteile Büchsenschießen und Flintenschießen können somit zum Nichtbestehen des Prüfungsteils Waffenhandhabung führen.


Es ist jedoch nicht vorgesehen, den Prüfling während des eigentlichen Schießens zu unterbrechen, es sei denn, dass die Sicherheit dies erfordert. In der Waffenhandhabungsprüfung sollen dem Prüfling möglichst die in der Ausbildung verwendeten oder technisch ähnliche Waffen vorgelegt werden. Die Prüfung unter Verwendung scharfer Munition ist nicht erlaubt.


7.2
Beim Schuss auf die Scheibe »stehender Rehbock« wird die DJV-Wildscheibe Nummer 1 (Bestandteil der DJV-Schießvorschrift in der jeweils gültigen Fassung) aus 100 m Entfernung sitzend beschossen. Dabei darf die Waffe auf einem Rundholz aufgelegt werden, ebenso ist ein Auflegen der Ellenbogen erlaubt. Weitere Hilfsmittel wie zum Beispiel Sandsäcke, Polsterung des Rundholzes oder Schießgestelle sind nicht zulässig.


Beim Schuss auf die Scheibe »flüchtiger Überläufer« wird die DJV-Wildscheibe Nummer 5 oder 6 (Bestandteil der DJV-Schießvorschrift in der jeweils gültigen Fassung) aus 50 m oder 60 m Entfernung im stehend freihändigen Anschlag beschossen. Die Schneisenbreite soll bei dieser Scheibe 6 m, die Durchlaufzeit zwischen 1,8 und 2,5 Sekunden betragen. Die Auslösung der Scheibe »flüchtiger-Überläufer« durch die Prüfer oder Prüferinnen erfolgt, wenn die Prüflinge die jagdliche Gewehrhaltung gemäß DJV-Schießvorschrift eingenommen und das Ziel abgerufen haben. Der Anschlag darf erst nach Abruf des Zieles erfolgen. Den Prüflingen ist beim Schießen auf die Scheibe »stehender Rehbock« der jeweilige Sitz des ersten Schusses und beim Schießen auf die Scheibe »flüchtiger Überläufer« der Sitz jedes Schusses anzuzeigen.


Beim Flintenschießen darf eine Schrotstärke bis einschließlich 3,0 mm verwendet werden. Die Schneisenbreite beim Kipphasen soll 6 m und die Durchlaufzeit 2 bis 3 Sekunden betragen. Die Auslösung des Kipphasen durch die Prüfer oder Prüferinnen erfolgt, wenn die Prüflinge die jagdliche Gewehrhaltung gemäß DJV Schießvorschrift eingenommen und das Ziel abgerufen haben. Der Anschlag darf erst nach Abruf des Zieles erfolgen. Die Waffe darf nur mit einer Patrone geladen werden.


Als Treffer gelten beim Büchsenschießen auf die Scheibe »stehender Rehbock« der getroffene neunte bis zehnte Ring (ein berührter Ring gilt als getroffen) und beim Büchsenschießen auf die Scheibe »flüchtige Überläufer« alle Schüsse in den Trefferfeldzonen fünf bis zehn. Beim Flintenschießen gilt als Treffer, wenn infolge des Schusses beim einteiligen Kipphasen der Kipphase, beim mehrteiligen mindestens ein Teil desselben kippt.


7.3
Im Übrigen gelten für Anschlag, Abgabe des Schusses und Bewertung, soweit nicht in dieser Vorschrift besonders geregelt, die Bestimmungen der DJV-Schießvorschrift in der jeweils gültigen Fassung entsprechend. Die geltenden Beschränkungen der Schießstände, insbesondere hinsichtlich der zugelassenen Munition, sind einzuhalten.


7.4
Die Dokumentation der Prüfungsergebnisse im Prüfungsabschnitt »Jagdliches Schießen« erfolgt unter den Ziffern 1 bis 4 der Niederschrift zu Nummer 9.2 (Anlage 5).




8
(Zu § 14)


Das Prüfungszeugnis wird nach dem Muster der Anlage 4, bei der eingeschränkten Jägerprüfung nach dem Muster der Anlage 6 erstellt.




9
(Zu § 16)


9.1
Die Dokumentation von Ablauf und Inhalt des Prüfungsabschnitts »Mündlich-praktischer Teil« erfolgt in der Regel schriftlich. Alternativ kann, nach Absprache mit der Prüfungsstelle, die Niederschrift auch aufgrund einer Aufzeichnung auf Tonträgern angefertigt werden. Die Aufzeichnung muss nach Ablauf der Prüfung zusammen mit dem Protokoll der Prüfungsstelle zugesandt werden. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Prüfung wird die Aufzeichnung von der Prüfungsstelle gelöscht.


9.2
Ungeachtet des in § 16 festgelegten Mindestinhalts der Niederschrift über den Hergang der Prüfung ist für jeden Prüfling ein Bewertungsbogen nach Anlage 5 zu führen. Dieser ist mit den Antwortbögen des schriftlichen Teils und der Dokumentation des mündlich-praktischen Teils zu den Prüfungsakten zu nehmen.




10
(Zu § 20)


Wenn es an einer Beleihung nach § 14 Absatz 3 des Landesjagdgesetzes fehlt, haben die Kreisjagdämter dafür Sorge zu tragen, dass eine ausreichende Anzahl an Prüfungsausschüssen für die Abnahme im Kreisgebiet gebildet wird.




11.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. April 2013 in Kraft und mit Ablauf des 31. März 2020 außer Kraft. Die Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Jägerprüfung vom 16. Februar 2011 (GABl. 2011, S. 135, ber. S. 342) tritt mit dem Inkrafttreten dieser Verwaltungsvorschrift außer Kraft.




Anlage 1: Prüfungs- und Ausbildungsrahmenplan zur Jäger- und Jägerinnenausbildung in Baden-Württemberg



Prüfungs- und Ausbildungsrahmenplan zur Jäger- und Jägerinnenausbildung
in Baden-Württemberg





INHALTSÜBERSICHT:



1.

Ausbildungs- und Prüfungsfach 1

1.1.

Tierarten/Wildbiologie

1.2.

Wildhege

1.3.

Biotoppflege

1.4.

Land- und Waldbau

1.5.

Wildschadensverhütung in Feld und Wald



2.

Ausbildungs- und Prüfungsfach 2

2.1.

Waffenrecht

2.2.

UVV Jagd

2.3.

Waffentechnik und Führen von Jagdwaffen (einschließlich Kurzwaffen)



3.

Ausbildungs- und Prüfungsfach 3

3.1.

Halten, Ausbilden und Führen von Jagdhunden und Jagdhündinnnen

3.2.

Jagdbetrieb



4.

Ausbildungs- und Prüfungsfach 4

4.1.

Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und Landschaftspflegerecht

4.2.

Jagdethik



5.

Ausbildungs- und Prüfungsfach 5

5.1.

Wildkrankheiten

5.2.

Hygienische Behandlung des erlegten Wildes, Inverkehrbringen von Wildbret nach den lebensmittelhygienerechtlichen Vorschriften



6.

Zusatzausbildung: Entnahme von Trichinenproben durch den Jäger oder die Jägerin





1.
Ausbildungs- und Prüfungsfach 1


Folgende Themen sind Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Prüfung im Prüfungsfach 1:



1.1.
Tierarten/Wildbiologie


1.1.1
Einteilung der Wildarten:


► Haarwild
► Schalenwild
○ Wiederkäuendes Schalenwild
○ Geweihträger (Cerviden)
○ Hornträger (Boviden)
○ hornlose Paarhufer (Schwarzwild)
► Unterschiede im Verdauungsapparat
○ Wiederkäuer
○ Monogastrier
○ Gallenblase
► Ernährungstypen bei wiederkäuendem Schalenwild
► Haarraubwild


► Federwild
► Äußeres Erscheinungsbild
► Anatomie und innere Organe
► Fortpflanzung
► Bruttypen
○ Einzelbrüter
○ Koloniebrüter
Brutorte
○ Boden
○ Fels
○ Baum
○ Höhle
Zugverhalten
Anpassungsfähigkeit
○ Kulturfolger
○ Kulturflüchter
Naturschutz


► Hoch- und Niederwild


1.1.2
Kenntnisse über die Wildarten, die nach § 2 BJagdG und nach § 8 LJagdGDVO dem Jagdrecht in Deutschland beziehungsweise in Baden-Württemberg unterliegen sowie Tierarten, die dem Naturschutzrecht unterliegen und die im Rahmen von Sonderregelungen von Jägern oder Jägerinnen getötet werden dürfen oder für jagdbares Wild von besonderer Bedeutung sein können:


► Haarwild:
Vertiefende Kenntnisse, insbesondere
○ Systematische Einordnung
○ Lebensraum, Lebensweise, Anpassungsvermögen in der Kulturlandschaft
○ Verbreitung Baden-Württemberg/Deutschland
○ Körperbau, Haarkleid, Haarwechsel
○ Unterscheidung der Geschlechter
○ Unterscheidung verwandter Arten
○ Gebiss, Gebissentwicklung (nur Schalenwild)
○ Brunft/Rausche/Ranz, Fortpflanzung
○ Entwicklung von Geweih beziehungsweise Gehörn (wiederkäuendes Schalenwild)
○ Ernährung
○ Sozialverhalten, jahreszeitliches Verhalten
○ Ansprechen und Altersschätzung nach Körpermerkmalen, Haltung, Verhalten und am erlegten Stück


bei folgenden Tierarten:


Schalenwild

Rotwild


Damwild


Rehwild


Gamswild


Schwarzwild

Hasenartige

Feldhase


Wildkaninchen

Echte Marder

Steinmarder


Baummarder


Dachs

Stinkmarder

Iltis


Großes Wiesel

Katzenartige

Luchs


Wildkatze

Hundeartige

Fuchs



Grundkenntnisse, insbesondere
○ Systematische Einordnung
○ Verbreitung in Baden-Württemberg/Deutschland
○ Lebensraum, Lebensweise
○ Ernährung
○ Unterscheidung der Geschlechter- Jungtiere/Adulte (nur Schalenwild)
○ Artspezifische Besonderheiten


bei folgenden Tierarten:


Schalenwild

Sikawild


Muffelwild


Steinwild


Wisent


Elchwild

Hasenartige

Schneehase

Echte Marder

Fischotter

Stinkmarder

Mauswiesel


Mink

Hundeartige

Seehund


Wolf


Marderhund


Waschbär

Nagetiere

Nutria


Bisam


Alpenmurmeltier



► Federwild:
Vertiefende Kenntnisse, insbesondere
○ Systematische Einordnung
○ Lebensweise, Lebensraum, Verbreitung
○ Ernährung
○ Unterscheidung der Geschlechter, Jung- und Altvögel (Federkleid, Größe)
○ Bejagung/Bejagbarkeit
○ Beeinträchtigung und Schutzmaßnahmen
○ Unterscheidung von (ähnlichen) Arten
○ Paarungs-, Balz- und Sozialverhalten, Nestbau, Zugverhalten
○ Möglichkeiten der Altersbestimmung am lebenden und am erlegten Stück (Rebhuhn, Fasan, Stockente)
○ Ansprechen im Flug (Greife und Falken)


bei folgenden Arten:


Wildtauben


Ringeltaube

Hühnervögel

Feldhühner

Rebhuhn



Fasan


Waldhühner

Auerwild

Greife


Mäusebussard



Habicht



Sperber



Rotmilan



Schwarzmilan

Falken


Turmfalke



Wanderfalke

Singvögel – Rabenvögel


Rabenkrähe



Elster

Enten

Schwimmenten

Stockente


Tauchenten

Reiherente

Gänse


Graugans



Grundkenntnisse, insbesondere
○ Systematische Einordnung
○ Lebensweise, Lebensraum, Verbreitung
○ Unterscheidung der Geschlechter, Jung- und Altvögel (Federkleid, Größe)
○ Bejagung und Naturschutz, Beeinträchtigungen und Schutzmaßnahmen
○ Ansprechen im Flug (Enten, Greife und Falken)


bei folgenden Tierarten:


Wildtauben


Türkentaube



Hohltaube



Turteltaube



Felsentaube (Haustaube)

Hühnervögel

Feldhühner

Wachtel


Waldhühner

Haselwild



Birkwild



Alpenschneehuhn

Greife


Seeadler



Steinadler



Fischadler



Raufußbussard



Wespenbussard



Kornweihe



Wiesenweihe



Rohrweihe

Falken


Baumfalke



Merlin

Eulen


Uhu



Schleiereule



Waldohreule



Sumpfohreule



Waldkauz



Steinkauz



Raufußkauz



Sperlingskauz

Singvögel – Rabenvögel


Kolkrabe



Saatkrähe



Dohle



Alpendohle



Eichelhäher



Tannenhäher

Watvögel und Möwen


Waldschnepfe



Bekassine



Großer Brachvogel



Möwen

Enten- und Gänsevögel


Schwimmenten (übrige Schwimmenten)



Tauchenten (übrige Tauchenten)



Meeresenten


Halbgänse

Brandgans


Säger

Gänsesäger



Mittelsäger



Zwergsäger



Gänse (übrige Gänse)


Schwäne

Höckerschwan



Singschwan

Sonstige


Kormoran



Blässhuhn



Haubentaucher



Graureiher



Silberreiher



Wildtruthühner



Weißstorch



Schwarzstorch



1.2.
Wildhege


1.2.1
Grundsätzliches:
► Beeinflussung von Wildlebensräumen durch menschliche Nutzung
► Verluste und Verkleinerung von Lebensräumen
► Landschaftszerschneidung
► Landschaftsnutzung und Störungen (Landbewirtschaftung, Freizeitnutzung, Jagd)
► Notwendigkeit und Ziele der Hege


1.2.2
Wildhege:
► Allgemeine Grundsätze der Hege, Notwendigkeit und Ziele
► Wildbestandserfassung
Schätzung
Zählung
Telemetrie
► Wildbestände und Lebensräume
Einflüsse
tragbare Wilddichte
► Weiser für den Wildbestand
Kondition des Wildes
Zustand der Vegetation
○ Forstliches Gutachten
○ Wildschäden
Wildunfälle
► Geschlechterverhältnis
► Zuwachs, Populationsdynamik
► Altersklassenaufbau
► Verminderung von Wildunfällen
► Hege des Schalenwildes (einschließlich Rehwild)
Hegemaßnahmen und artgerechte Bejagung der einzelnen Schalenwildarten
Hegegemeinschaften
Abschussplanung
Streckenanalyse
Revierübergreifende Abschussplanung und -bejagung
Jagddruck; Intervalljagd (zeitliche, räumliche), Schwerpunktbejagung
Artgerechte Fütterung und Kirrung
► Hege des Niederwildes (ohne Rehwild)
Hegemaßnahmen und artgerechte Bejagung der einzelnen Niederwildarten
Hegegemeinschaften
Räuber-Beute-Beziehungen, Prädatorenkontrolle
Streckenanalysen
Wahl der Bejagungszeitpunkte
Artgerechte Fütterung


1.3.
Biotoppflege


1.3.1
Schutz und Erhaltung von Wildlebensräumen


1.3.2
Biotopvernetzung: Kleinbiotope als Trittsteine


1.3.3
Lebensraumverbesserung und Reviergestaltung:
► im Feld
Feldraine und Altgrasstreifen
Hecken/Feldgehölze
○ Anlage (Pflanzung, Benjeshecke)
○ Pflege
Äsung und Deckung auf landwirtschaftlichen Flächen
○ Brachen
○ Randstreifen
○ Wildäcker
○ Erhaltung und Pflege von Grünland


► im Wald
Wildäsungsflächen im Wald
○ Polderplätze, Wegränder, Leitungstrassen, Sturmflächen, Wildwiesen
○ Prossholzflächen
○ Äsungsverbesserung durch waldbauliche Maßnahmen
Waldrandgestaltung
Ruhezonen
Salzlecken
Suhlen und Malbäume


► Wasserfläche für Wasserwild


1.3.4
Praktische Ausbildung: Mitarbeit bei biotopgestaltenden Maßnahmen




1.4.
Land- und Waldbau


1.4.1
Landbau
► Standortfaktoren
Licht
Luft
Wasser
Boden
○ Bodenarten
○ pH-Wert


► Düngung
Organische Düngung
Mineraldüngung
Hauptnährstoffe
Spurenelemente


► Pflanzenschutz
mechanisch
chemisch
biologisch
integriert


► Grundbegriffe des Landbaus
Fruchtwechsel
Fruchtfolge
Zwischenfruchtanbau


► Landwirtschaftliche Geräte
Bodenbearbeitung
Saat- und Bestellung
Düngung
Ernte und Mähen


► Landwirtschaftliche Kulturen
Getreide
○ Weizen
○ Gerste
○ Hafer
○ Roggen
Mais
○ Körnermais
○ Silomais
Hackfrüchte
○ Kartoffeln
○ Zucker- und Futterrüben
Ölfrüchte
○ Raps
○ Sonnenblume
Hülsenfrüchte
○ Ackerbohne
○ Erbse
Ackerfutter
Grünland
Wildackerpflanzen
Sonderkulturen
○ Weinbau
○ Tabak
○ Hopfen
○ Obstbau
○ Gemüse


► Erkennen von Pflanzen und gegebenenfalls Früchten und Samen


► Bedeutung für Wild (Äsung/Deckung) und Jagd (Wildschäden)


1.4.2
Waldbau
► Waldfunktionen
Schutzfunktion
Nutzfunktion
Erholungsfunktion


► Waldentstehung – Verjüngung
Naturverjüngung
Künstliche Verjüngung/Pflanzung
Stockausschlag


► Entwicklungsstadien
Jungwuchs
Dickung
Stangenholz
Baumholz
Altholz
Bedeutung für Wild
○ Äsung
○ Deckung


► Naturnaher Waldbau


► Einteilung von Baumarten
(Licht-) Ansprüche
○ Lichtbaumarten
○ Schattenbaumarten
○ Pionierbaumarten
Wurzel
○ Flachwurzler
○ Pfahlwurzler
○ Herzwurzler


► Heimische Baumarten
Fichte
Tanne
Kiefer
Lärche
Douglasie
Rotbuche
Hainbuche
Eichen
Ahorne
Esche
Pappeln und Weide
Birke
Kirsche
Eberesche (Vogelbeere)
Faulbaum


► Heimische Sträucher
Haselnuss
Himbeere
Brombeere
Weißdorn
Heckenrose
Schlehe
Holunder (schwarzer, roter)
Liguster
Pfaffenhütchen
Kreuzdorn
Ginster
Heidelbeere


► Erkennen der Art am lebenden Exemplar oder anhand von Blättern/Nadeln, Früchten


► Bedeutung für Wild (Äsung/Deckung) und Jagd (Wildschäden)




1.5.
Wildschadensverhütung in Feld und Wald


1.5.1
Wildschaden im Feld
► Grundlagen
Verursachende Wildarten
Schadensanfällige Kulturen und Entwicklungsstadien
Schadensarten
○ Fraß
○ Lagerschäden
○ Brechen (Schwarzwild)
Unterscheidung von Schadensverursachern
○ Schalenwild
○ Hase
○ Kaninchen
○ Mäuse
○ Insekten
○ Vögel
○ Witterung


► Wildschadensverhütung
Saatgutbeizung
Elektrozaun
Verstänkerungs- und Vergrämungsmittel
optische und akustische Scheuchen
Bejagung
Ablenkungsfütterung/Wildäsungsflächen


1.5.2
Wildschaden im Wald
► Grundlagen
Verursachende Wildarten
Schadensarten
○ Verbiss
○ Verfegen
○ Schälen
Schadensanfällige Baumarten und Entwicklungsstadien


► Wildschadensverhütung
Flächenschutz
○ Zäunung (Vor- und Nachteile)
○ Schwerpunktbejagung gefährdeter Flächen
Einzelschutz
○ mechanisch
○ chemisch


► Monitoring
Forstliches Gutachten




2.
Ausbildungs- und Prüfungsfach 2


Folgende Themen sind Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Prüfung im Prüfungsfach 2:



2.1.
Waffenrecht


2.1.1
Vermitteln der einschlägigen waffenrechtlichen Bestimmungen für Jäger aus WaffG und AWaffV
► Waffenbegriff; Gegenstand und Zweck des Gesetzes
► Grundsätze des Umgangs mit der Waffe und Munition
► Zuverlässigkeit und persönliche Eignung
► Sachkunde und Bedürfnis
► Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Schusswaffe und Munition
► Erwerben, Besitzen von Schusswaffen und Munition
► Führen und Transportieren von Schusswaffen
► Aufbewahren und Überlassen von Schusswaffen und Munition
► Kontrolle der Waffenaufbewahrung
► Schießen – Anschießen – Einschießen
► § 13 WaffG (“Jägerparagraph”)
► Anzeige- und Auskunftspflicht
► Verhalten auf dem Schießstand (Hinweis auf die DJV-Schießstandordnung)
► Beschusszeichen
► Verbotene Gegenstände
► Straf- und Bußge!dvorschriften




2.2.
Unfallverhütungsvorschrift “Jagd”
Umgang mit Waffen, Munition und Sicherheitsbestimmungen im Jagdbetrieb




2.3.
Waffentechnik und Führen von Jagdwaffen (einschließlich Kurzwaffen)


2.3.1
Grundlagenwissen über die jagdlich relevanten Waffen (Lang-, Kurz- und kalte Waffen) und deren Einsatzgebiete sollen bekannt sein, beschrieben werden und ihrer typischen Verwendung nach eingestuft werden können. Dazu gehört, dass die wesentlichen Bauteile und ihre Funktion bekannt sind, ohne dass auf die Besonderheiten bestimmter Fabrikate oder auf komplizierte technische Funktionen, wie zum Beispiel bei Selbstladern eingegangen wird.


2.3.2

Praktische Ausbildung:

Sichere Waffenhandhabung im praktischen Jagdbetrieb und auf dem Schießstand

► Ausbildung und Prüfung anhand von exemplarischen Waffen (Drilling, Repetierer, Flinte, Revolver, Pistole); dabei vor allem. sicherer Umgang beim Laden/Entladen, Sichern/Entsichern, Spannen/Entspannen, Stechen/Entstechen, Verhalten bei Funktionsstörungen.



► Sicherer Umgang mit der Waffe in geschlossenen Räumen, auf dem Schießstand, im PKW, während der Jagdausübung/Gesellschaftsjagden.



► Grundlagen der Innen-, Außen- und Zielballistik



► Kenntnis der Grundlage der Pflege von Waffen und Jagdoptik



2.3.3
Langwaffen:
► Büchsen:
Einzellader
Repetierer
Selbstlader


► Flinten:
Doppelflinte
Bockflinte
Repetierflinte
Selbstladeflinte


► Mehrläufige (kombinierte) Waffen:
Bock- beziehungsweise Büchsflinte
Bockdrilling
Drilling
Bergstutzen
Bockbüchse
Doppelbüchse
Doppelbüchsdrilling


► Bauteile der Langwaffen:
Läufe Büchse:
○ Gezogener Lauf, Polygonlauf
○ Züge- und Felder: Bedeutung, Drall
○ Patronenlager


Läufe Flinte:
○ Glatter Lauf
○ Lauf- und Würgebohrung


Verschlüsse:
○ Zylinderverschluss
○ Kipplaufverschluss
○ Blockverschluss
○ Kenntnisse des Konstruktionsprinzips


Schlosse:
○ Seitenschloss
○ Hahnschloss
○ Kastenschloss
○ Handspannerschloss
○ Aufgaben des Schlosses
○ Beschreibung der Konstruktionsprinzipien, ohne auf Details einzugehen, Vor- und Nachteile von Schlossen im Hinblick auf die Sicherheit


Mehrladeeinrichtungen, Magazine


Patronenauszieher, Ausstoßer, Auswerfer:


Abzugssysteme:
○ Druckpunktabzug
○ Direktabzug
○ Stecherabzug
○ Kombiabzug
○ Vor- und Nachteile


Sicherungssysteme:
○ Abzugssicherung
○ Stangensicherung
○ Schlagstücksicherung
○ Schlagbolzensicherung
Aufgabe, Beschreibung der Funktionsprinzipien zur Einschätzung der jeweiligen tatsächlichen Zuverlässigkeit der Sicherungskonstruktion. Es ist nicht erforderlich, konstruktive Details erklären zu können, schematische Funktionszusammenhänge reichen aus.


Schäfte:
○ Aufgabe des Schaftes bei Büchsen und Flinten


2.3.4
Kurzwaffen:
► Pistole
► Revolver
Bauarten und Funktionen gängiger Typen, keine ausgefallenen Konstruktionen
Vor- und Nachteile im Jagdbetrieb


► Bauteile der Kurzwaffen:
Abzugsarten:
○ single action-Funktion
○ double action-Funktion


Sicherungsarten:
○ Hebelsicherung
○ Magazinsicherung
○ Fallsicherung
○ Besonderheiten beim Revolver (Rückspringfunktion des Hahns, Entspannen unter Freigabe des Abzugs)


2.3.5
Kalte Waffen:
► Arten und Wirkung von Jagdtaschenmesser, Waidmesser, Waidblatt, Hirschfänger, Saufeder


Munition
► Büchsenpatronen
Aufbau
Laborierung
Geschosse und Geschossarten (Vollmantel- und Teilmantelgeschosse, Zerlegungsgeschoss, Deformationsgeschoss)
bleifreie Geschosse
Ballistisches Verhalten
Grundbegriffe: E0, E100, ballistische Kurven (gerade, gekrümmt), Schnittpunkte mit Visierlinie, Treffpunktlage (Fleckschuss, GEE), Trefferlage
Wirkung der Geschosse auf den Wildkörper und im Wildkörper
Gefahrenbereiche der Geschosse bei unterschiedlichen Kalibern
Verwendung der verschiedenen Kaliber und Geschosse im Jagdbetrieb


► Schrotpatronen
Aufbau
Kaliber
bleifreie Schrote
Streupatronen
Wirkung des Schrotschusses
Gefahrenbereiche verschiedener Schrotgrößen
Zuordnung von Schrotkorngröße zu Wildarten


► Flintenlaufpatronen
Aufbau, Material
Verwendung im Jagdbetrieb
Gefahrenbereich Flintenlaufgeschosse


► Kurzwaffenpatronen (Pistole – Revolver)
Aufbau
Kaliber
Verwendung im Jagdbetrieb
Gefahrenbereich der Kurzwaffengeschosse


2.3.6
Zubehör
► Einsteckläufe
► Wechselläufe
► Reduzierpatronen
► Einsteckpatronen (Fangschussgeber)
► Rückstoßminderer
► Mündungsschoner
► Schaftmagazine
► Pufferpatronen
Wo erforderlich, auch Hinweise auf Gefahren.


2.3.7
Jagdoptik
► Ferngläser, Spektive
► Entfernungsmesser
► Visiereinrichtungen:
Kimme und Korn
Diopter
Zielfernrohre


► Erläuterung von Grundbegriffen (Objektiv, Okular, Dachkantprismen)
► optische Kenndaten (Vergrößerung, Objektivdurchmesser, Austrittspupille, Sehfeld, Dämmerungsleistung)
► Erläuterung allgemeiner Qualitätsmerkmale (Auflösungsvermögen, Randschärfe, Kontrast, Bildhelligkeit, Vergütung, Farbtreue), ohne in die Tiefe zu gehen
► Absehen (Arten von Absehen, Entfernungsschätzung mit Hilfe des Absehens, Korrektur)
► Zielfehler
► Zielfernrohrmontage
► Verwendung im Jagdbetrieb


2.3.8
Beschuss und Beschusszeichen
► Waffenbeschuss
Staatlicher Beschuss (Beschussämter-Status)
Aufgabe (Einzelprüfung, Hinweis auf Beschusspflicht wesentlicher Bauteile)
Beschussprüfung (Maßhaltigkeit, Handhabungssicherheit, Haltbarkeit, Kennzeichnung)
Bestandteile der deutschen Beschusszeichen
Arten des Beschusses (Standard-, verstärkter und Stahlschrotbeschuss)


► Munitionsprüfung
Aufgabe
Kennzeichnung der Verpackung (C.I.P.-Prüfzeichen)


2.3.9
Praktische Schießausbildung:
Es soll die Fertigkeit erlangt werden, lebendes Wild bei allen Jagdarten mit der Jagdwaffe tierschutzgerecht zu töten.


► Büchsenschießen:
Kennenlernen und praktisches Üben aller jagdlich relevanten Anschlagsarten unter ständiger fachkompetenter Korrektur auftretender Fehler beim Schießen


Erlangung der in der Prüfung geforderten Schießfertigkeiten im Teilbereich Büchsenschießen


► Flintenschießen:
Übungsschießen auf Wurfscheiben: Vermitteln der Grundlagen des Flintenschießens, praktische Übungen auf Wurfscheiben die nur geradeaus fliegen und auf variable Wurfscheiben


Erlangung der in der Prüfung geforderten Schießfertigkeiten im Teilbereich Flintenschießen (Kipphase)


► Kurzwaffe:
Sichere Handhabung und sicherer Umgang mit Pistole und Revolver


Schussabgabe auf eine feststehende Scheibe




3.
Ausbildungs- und Prüfungsfach 3


Folgende Themen sind Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Prüfung im Prüfungsfach 3:



3.1.
Halten, Ausbilden und Führen von Jagdhunden


3.1.1
Gesetzliche Verpflichtung zum Führen brauchbarer Jagdhunde


3.1.2
Kenntnis der gebräuchlichen Jagdhunderassen und ihre Verwendung im Jagdbetrieb
► Bracken
► Apportierhunde
► Deutsche Vorstehhunde
► Englische Vorstehhunde
► Erdhunde
► Stöberhunde
► Schweißhunde


3.1.3
Auswahl eines passenden Jagdhundes für das jeweilige Revier


3.1.4
Tierschutzgerechte Haltung – Unterbringung
► Verhaltensgerechte Unterbringung
► Ernährung und Pflege
► Transport von Hunden
► Haftpflichtversicherung des Jagdhundes


3.1.5
Teilnahme an Prüfungen
► Leistungs- und Brauchbarkeitsprüfung
► Zucht- und Prüfungsvereine


3.1.6
Erziehung und Ausbildung von Jagdhunden
► Früherfahrungen, Sozialisation von Welpen und Junghunden
► Angeborenes/erlerntes Verhalten
► Erkennen von Verhaltenssignalen des Hundes
► Verhaltensgerechte Erziehung und Ausbildung
► Verhaltensgerechte Korrektur von Fehlverhalten


3.1.7
praktischer Hundeeinsatz im Jagdbetrieb
► Arbeiten vor dem Schuss
Suchjagd
Buschieren
Stöbern
Brackieren
Baujagd
► Arbeiten nach dem Schuss
Nachsuche


3.1.8
Grundlagenwissen zu folgenden Krankheiten des Hundes
► Infektionskrankheiten
Impfungen
○ Tollwut
○ Staupe
○ Hepatitis
○ Parvovirose
○ Leptospirose
○ Zwingerhusten
Tollwut
Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)


► parasitäre Erkrankungen
Bandwürmer
Zeckenbefall
Befall mit Flöhen, Räudemilben


► sonstige Erkrankungen
Augenerkrankungen, Augenfehler (En-/Ektropium)
Gebiss-/Zahnfehler
Magendrehung
Hüftgelenks- und Ellbogengelenksdysplasie
Vergiftungen




3.2.
Jagdbetrieb


3.2.1
Jagdliche Praxis
► Aufgaben der Jagd
► Bedeutung äußerer Einflüsse (zum Beispiel Witterung) für den Jagderfolg


3.2.2
Kenntnis der verschiedenen Jagdarten (einschließlich Fallenjagd und Drückjagdbetrieb) und deren Anwendungsbereich:
► Einzeljagd
Ansitz (unter anderem an Luderplatz, Kirrung)
Pirsch
Lockjagd, Reiz- und Rufjagd
Frettieren
Ausneuen, Kreisen
Beizjagd


► Gesellschaftsjagd (Bewegungsjagden)
Abgrenzung Treibjagd – Drückjagd
Planung und Durchführung
Verantwortung der Jagdleitung
Verhalten auf dem Stand
Arten der Treiben
Jagdsignale (An- und Abblasen des Treibens)


► Wasserjagd


► Fangjagd und Fallenjagd
Fallenarten für den Lebendfang und Totfang (Schwerpunkt auf zugelassenen Fallen)
Fangpraxis
Vorsichtsmaßnahmen bei der Fangjagd


3.2.3
Unfallverhütungsvorschrift “Jagd”


Praktische Ausbildung:

Teilnahme an Einzeljagden und mindestens einer Gesellschaftsjagd (diese kann auf Grund der Jahreszeit auch nachgestellt werden)



3.2.4
Einschätzen jagdlicher Situationen
► Schusszeichen (Reaktion des Wildes beim Schuss)
► Pirschzeichen (Zeichen am Anschuss)
► Bestätigen des Wildes im Revier
► Fangschuss, Abfangen


3.2.5
Bruchzeichen
► Anschussbruch
► Erlegerbruch
► letzter Bissen


3.2.6
Streckelegen
► Verblasen der Strecke
”Jagd vorbei”
”Reh tot”
”Sau tot”
”Fuchs tot”
”Hase tot”
”Zum Essen”
► Jagdhörner
Fürst-Pleß-Horn
Parforcehorn


Praktische Ausbildung:

Reviereinrichtung und Bau jagdlicher Einrichtungen

► Revierkarte

► Kanzeln, Leitern, Drückjagdsitze, Erdsitze, Schirme

► Fütterungen, Kirrungen, Salzlecken, Luderplätze

► Pirschwege

► Sicherheitsbestimmungen (Berufsgenossenschaft) beim Bau jagdlicher Einrichtungen





4.
Ausbildungs- und Prüfungsfach 4


Folgende Themen sind Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Prüfung im Prüfungsfach 4:



4.1.
Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und Landschaftspflegerecht


4.1.1
Grundsätze und Inhalte des BJagdG, des LJagdG und der LJagdGDVO
► Jagdgeschichte und Jagdsysteme
► Systematik des Jagdrechts
► Inhalt des Jagdrechts
► Wildarten, die dem Jagdrecht unterliegen
► Inhaber des Jagdrechts <> Jagdausübungsrecht
► Jagdbezirke
Gestaltung
Eigenjagdbezirke
Gemeinschaftliche Jagdbezirke
Befriedete Bezirke
► Jagdgenossenschaft
► Jagdnutzung
► Hegegemeinschaften
► Jagdpacht und Jagdpachtverträge
► Wegerecht (Jägernotweg <> beschränkt öffentliche Wege)
► Jagdschein und Jugendjagdschein
Erteilung
Versagung
Einziehung
► Jagderlaubnis, Jägerprüfung
► Sachliche Verbote
► Beunruhigen von Wild, Wildschutzgebiete
► Abschuss und Abschussplan, RobA
► Jagd- und Schonzeiten
► Verhinderung vermeidbarer Leiden und Schmerzen, Wildfolge, Nachsuche
► Verwendung brauchbarer Jagdhunde
► Jagdschutz
Inhalt des Jagdschutzes
Wildseuchen
Fütterung, Ablenkfütterung, Kirrung
► Jagdschutzberechtigte
Voraussetzungen
Aufgaben und Grenzen
► Jagdwilderei
► Beschränkungen der Hege und Verbot des Aussetzens von Wild
► Wildschaden, Jagdschaden
Umfang
Ersatzpflichtiges Wild
Schutzvorrichtungen
Gehegewild
Schadensersatzplicht
Verfahren
► Jagdeinrichtungen
► Gesellschaftsjagd, Verkehrssicherungspflicht
► Jagdbeirat, Jagdbehörden
► Straftaten, Ordnungswidrigkeiten


4.1.2
BWildSchV (Grundzüge)


4.1.3
Rotwildverordnung


4.1.4
Tierschutzrecht
► Grundsatz
► Verbote (§ 3 des Tierschutzgesetzes)
► Töten von Tieren
► Hundeausbildung


4.1.5
Naturschutzrecht
► Bundesnaturschutzgesetz und Naturschutzgesetz des Landes
Schutz bestimmter Teile von Natur- und Landschaft/Jagd in Schutzgebieten: Europäische und nationale Schutzgebiete
○ FFH-Gebiete
○ Vogelschutzgebiete (NATURA 2000)
○ Nationalpark
○ Biosphärengebiet
○ Naturschutzgebiet
○ Landschaftsschutzgebiet
○ (flächenhaftes) Naturdenkmal
○ besonders geschützte Biotope
Schutz der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope (§§ 39 ff. des Bundesnaturschutzgesetzes)
○ Allgemeiner Schutz/Bezug zur Jagd
○ Schutz von Gehölzen und Röhrichten
○ Nichtheimische, gebietsfremde und invasive Arten
○ Besonderer Artenschutz, insbesondere Besitz- und Vermarktungsverbote; Beziehung zu jagdbaren Arten
Erholung in Natur und Landschaft
○ Betreten der freien Landschaft, Reiten, Beschränkungen des Betretens
► Verordnung über Ausnahmen von den Schutzvorschriften für Rabenvögel
► Kormoranverordnung


4.1.6
Sonstiges Recht
► Landeswaldgesetz
Geschützte Waldgebiete
○ Schutzwald
○ Bodenschutzwald
○ Waldschutzgebiete
○ Erholungswald
Betreten des Waldes (einschließlich Reiten und Fahren)
○ Grenzen
○ Sperren
○ Betreten jagdlicher Einrichtungen
Aneignen von Früchten und Pflanzen
Forstbehörden
○ Zuständigkeiten




4.2.
Jagdethik


Jagdethik bildet den sittlich-moralischen Hintergrund für Verhalten und Handeln des Jägers und der Jägerin gegenüber
Wildtieren (bejagbaren und nicht bejagbaren) und ihren Lebensräumen
Jagdhunden
anderen Jägern und Jägerinnen
der nicht-jagenden Öffentlichkeit
Daraus leiten sich das Selbstverständnis der Jäger oder Jägerinnen und ihre Aufgaben und Tätigkeiten in der und für die Gesellschaft ab.
Es wird empfohlen die entsprechenden Sachverhalte bei der Behandlung der jeweiligen Sachgebiete mit einfließen zu lassen.


4.2.1
Ethischer Hintergrund für Verhalten und Handeln des Jägers und der Jägerin
► gegenüber Wildtieren und seinen Lebensräumen
Ansprechen von Wild
Schonung bedrohter Wildarten
Elterntierschutz/Muttertierschutz
(vorbehaltlich tierseuchenrechtlich notwendiger Maßnahmen)
Nachsuchen/Kontrollsuchen
regelmäßiges Übungsschießen
tierschutzgerechtes Töten von krankem und verletztem Wild
Erhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen von Wild
Wildfütterung
Biotoppflege (Verbesserung von Äsung und Deckung, Jagd als Naturschutz)
Jagd in Schutzgebieten
Aussetzen von Wild
Eingriffe in Räuber-Beute-Beziehungen
Einhaltung jagdrechtlicher, natur- und artenschutzrechtlicher Vorschriften bei der Jagdausübung
Weiterbildung von Jägern und Jägerinnen
Ehrfurcht gegenüber erlegtem Wild
○ Wildtransport
○ Streckelegen
○ Verblasen der Strecke
○ Brüche
Beseitigung von Wildunfallschwerpunkten
Störung durch Jagdausübung, Intervalljagd
Verwendung (jagdlicher) Hilfsmittel
○ Fallen
○ sonstige Hilfsmittel zum Beispiel Nachtsichttechnik, Lockmittel etc.
○ freiwillige Selbstbeschränkung beim Einsatz technischer Hilfsmittel


► Verhalten gegenüber Jagdhunden
Zwingerhaltung
Wildschärfe
Hundeausbildung
○ Elektroreizgeräte
○ Lebende Ente
○ Schliefanlage
○ Schwarzwildgatter


► Verhalten gegenüber Mitjägern und Mitjägerinnen
Wildfolge
Nachsuchenvereinbarung
Jagdeinrichtungen/Jagdverhalten an der Reviergrenze
Umgang mit Reviernachbarn / Reviernachbarinnen
Betreten und Befahren von fremdem Jagdrevier (außer Jägernotweg)
gemeinschaftliches Jagen (revierübergreifende Drückjagd)
Jagdneid


► Verhalten gegenüber Nicht-Jägern bzw. Nicht-Jägerinnen
Auftreten in der Öffentlichkeit
Befahren von Feld- und Waldwegen
Sonn- und Feiertagsgesetz
Umgang mit Grundeigentümern und Landbewirtschaftern
Störungen der Jagdausübung und des Wildes durch Erholungsnutzung
Umgang mit Haustieren (Jagdschutz Hunde und Katzen)
Jagdkritikerinnen und Jagdkritiker bzw. Jagdgegner und Jagdgegnerinnen


4.2.2
Selbstverständnis des Jägers bzw. der Jägerin in der Gesellschaft
► Jagd als Notwendigkeit und öffentliche Aufgabe
Seuchen- und Wildschadensvermeidung/-minderung
Erzeugung eines gesunden Lebensmittels
Wertschöpfung
Jagd als Instrument des Natur- und Artenschutzes/Freiwillige Leistungen der Jäger und Jägerinnen für Natur- und Artenschutz


► Prinzip der Nachhaltigkeit (“Jagd als Ernte”)


► Jagd als Urtrieb des Menschen


► Instrumentalisierung der Jagd (Schädlingsbekämpfung)


► (Persönliche) Motive für Jagd: Kann Jagd “Spaß machen?”




5.
Ausbildungs- und Prüfungsfach 5


Folgende Themen sind Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Prüfung im Prüfungsfach 5:



5.1.
Wildkrankheiten


5.1.1
Normale Anatomie, Physiologie und Verhaltensweisen von frei lebendem Wild
► Kenntnis des Skeletts und der Organe des Wildes und ihre Lage im Wildkörper
► Unterschiede bei den Wildarten


5.1.2
Wildkrankheiten und tierseuchenrechtliche Bestimmungen
► Einteilung der Wildkrankheiten
► Erkennen von Wildkrankheiten
► Übertragbarkeit von Wildkrankheiten
► Zoonosen
► Wildseuchen und Anzeigepflicht
Überwachung/Monitoring (präventive Kontrolluntersuchungen)
Mitwirkung der Jäger bzw. Jägerin im Rahmen der Seuchenprävention
► Mitwirkung der Jäger bzw. Jägerin im Seuchenfall
Maßnahmen
Überwachung/Monitoring
► Beseitigung von Tierkörpern und tierischen Nebenprodukten
► Untersuchungs- und Veterinärämter


► Bakterielle Erkrankungen
Tularämie (Nager-/Hasenpest)
Tuberkulose (Tbc)
Yersiniose (Nagerseuche)
Staphylokokkose
Pasteurellose (Hasenseuche, Geflügelcholera)
Aktinomykose (Strahlenpilzerkrankung)
Brucellose
Salmonellose
Gamsblindheit
Milzbrand
Botulismus


► Viruserkrankungen
Tollwut
Aujeszkysche Krankheit (AK)
Maul- und Klauenseuche (MKS)
Europäische Schweinepest (ESP)
Myxomatose
Staupe
Virale Leberentzündung/European Brown Hare Syndrome (EBHS)
Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD, Chinaseuche)
Geflügelpest/Vogelgrippe


► Parasitäre Krankheiten
Ektoparasiten
○ Flöhe
○ Läuse
○ Zecken
○ Haar- und Federlinge
○ Lausfliegen
○ Räudemilben
Endoparasiten
○ Trichinen
○ Echinokokkose (E. multilocularis = kleiner Fuchsbandwurm)
○ Bandwürmer
○ Rachendasseln, Hautdasseln
○ Große und kleine Lungenwürmer
○ Magen- und Darmwürmer
○ Großer und kleiner Leberegel
○ Kokzidiose (Coccidien)


► Pilzerkrankungen
Hautpilze (Dermatophyten)


► Verpflichtungen der Jäger und Jägerinnen gemäß
Nationale Verordnung Tollwut
Nationale Verordnung Schweinepest
Nationale Verordnung Geflügelpest


5.1.3
Wildkrankheiten u. a. Faktoren, die für die Verwendung des Wildes als Lebensmittel von Bedeutung sind


► lebensmittelrechtliche Beurteilung des Wildes durch den Jäger / die Jägerin vor und unmittelbar nach dem Erlegen
► abnorme Verhaltensweisen und pathologische Veränderungen infolge von Wildkrankheiten, Umweltverschmutzung oder sonstigen Faktoren, die die menschliche Gesundheit bei Verzehr von Wildbret schädigen können
► Beurteilung vor dem Schuss
Erkennen bedenklicher Merkmale


5.1.4
Erkrankungen des Menschen, die u. a. im Zusammenhang mit der Jagdausübung auftreten können
► Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
► Lyme-Borreliose
► Hanta Virus




5.2.
Hygienische Behandlung des erlegten Wildes, Inverkehrbringen von Wildbret nach den lebensmittelhygienerechtlichen Vorschriften


5.2.1
Hygienische Behandlung des erlegten Wildes
► Hygiene- und Verfahrensvorschriften für den Umgang mit Wildkörpern nach dem Erlegen, ihr Befördern, Ausweiden, Transport, Lagerung, Kühlung (Frostung) usw.
Wesentliche Inhalte folgender Rechtsverordnungen (gemäß Schulungs-CD zur kundigen Person)
VO EG 178/2002
VO EG 852/2004
VO EG 853/2004
LMHV
Tier-LMHV
VO EG 1774/2002 (Hygienische Vorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte)
Tierische-Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz
► Erlegtes Wild, Fallwild, Unfallwild
► Versorgen von Haar- und Federwild
Aufbrechen der einzelnen Wildarten
Technik und Verfahrensweise
Besonderheiten
Behandlung schlechter Schüsse, Reinigung des Körperinneren
► Beurteilung der Innereien anhand von Aufbrüchen
Reh
Schwarzwild
Hase
Federwild
► Feststellung von Anomalien
bedenkliche Merkmale
Entscheidung über Genusstauglichkeit beziehungsweise tierärztliche Untersuchung
► Transport, Zwischenlagerung und Kühlung des erlegten Wildes
► Zerwirken und Verwerten der Stücke
► Verwertung von Haarraubwild, Möglichkeiten der Balggewinnung


5.2.2
Inverkehrbringen von Wildbret nach den lebensmittelhygienerechtlichen Vorschriften
► Gesetzliche Vorschriften zum Inverkehrbringen von Wild
► Jäger / Jägerin als Lebensmittelunternehmer
► Jäger / Jägerin als kundige Person
► Vermarktungswege für Wildbret, Abgabe an Dritte
► Untersuchungspflichten Fleisch-, Trichinenuntersuchung
► Untersuchungspflichten Umweltverschmutzung und Vergiftungen
Rückstände, zum Beispiel Umweltkontaminationen und Biozide
Radioaktivität




6.
Zusatzausbildung: Entnahme von Trichinenproben durch den Jäger oder die Jägerin (fakultativ)


Praktische Ausbildung:

Die Schulung hat durch die zuständige Behörde zu erfolgen, auch wenn diese im Rahmen der Jungjägerausbildung organisiert wird (hier: am Sitz der Ausbildungsstätte). Die Teilnahme wird durch die Behörde bestätigt. Sie ist Voraussetzung für eine Übertragung der amtlichen Trichinenprobenentnahme auf den Jäger oder die Jägerin durch die jeweils örtlich zuständige Behörde (Erlegeort und/oder Wohnsitz).





Anlage 2: Ausbildungsnachweis für die Jägerprüfung gemäß § 6 Absatz 5 Jägerprüfungsordnung



Anlage 2: Ausbildungsnachweis für die Jägerprüfung gemäß § 6 Absatz 5 Jägerprüfungsordnung

Anlage 3: Antrag auf Anerkennung der Ausbildungsstätte



Anlage 3: Antrag auf Anerkennung der Ausbildungsstätte

Anlage 4: Prüfungszeugnis zur Erlangung des ersten Jagdscheins



Anlage 4: Prüfungszeugnis zur Erlangung des ersten Jagdscheins

Anlage 5: Dokumentation der Prüfungsergebnisse



Anlage 5: Dokumentation der Prüfungsergebnisse

Anlage 6: Zeugnis über das Bestehen der eingeschränkten Jägerprüfung



Anlage 6: Zeugnis über das Bestehen der eingeschränkten Jägerprüfung

Anlage 7: Durchführungsbestimmungen zurZertifizierung der jagdlichen Ausbildungsstätten in Baden-Württemberg



Durchführungsbestimmungen zur
Zertifizierung der jagdlichen Ausbildungsstätten in
Baden-Württemberg



Auf Grund des § 6 der Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) über die Jägerprüfung vom 07.02.2011 (JPrO) in Verbindung mit der Verwaltungsvorschrift des MLR zur Durchführung der Jägerprüfung (JPrOVwV) vom 26. Februar 2013 werden folgende Regelungen getroffen:





1.
Zertifizierungssysteme

Die Zertifizierung erfolgt als Dienstleistungszertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17065 1 oder als Managementsystem-Zertifizierung nach DIN ISO 29990 oder DIN EN ISO 9001.

Mitgeltendes normatives Dokument im Zertifizierungsprozess ist das von der obersten Jagdbehörde bestimmte Kriterien- und Indikatorensystem (Anlage 8 zu Nummer 5.3 JPrOVwV).



Sofern die jagdliche Ausbildungsstätte nur die Anerkennung durch die zuständigen Behörden, nicht aber dauerhaft das Normzertifikat anstrebt, genügt eine “Zertifizierung in Anlehnung” an eine der genannten Normen. Auf die Durchführung von Überwachungsaudits kann in diesen Fällen zur Aufrechterhaltung der Anerkennung der jagdlichen Ausbildungsstätte – unabhängig von anderslautenden Normvorgaben – verzichtet werden.



Bei Anwendung von DIN ISO 29990 oder DIN EN ISO 9001 ist eine Verbundzertifizierung möglich2.





2.
Zertifizierungsstellen

Die Zertifizierungsstellen müssen bei der nationalen Akkreditierungsstelle (DAkkS) für die anzuwendende Norm akkreditiert sein.



Die Leitung der Zertifizierungsstelle muss jagdpachtfähig sein.



Auf Basis der Akkreditierung (Akkreditierungsbescheid und -Urkunde) kann ein Antrag auf Anerkennung als Zertifizierungsstelle für die jagdlichen Ausbildungsstätten in Baden-Württemberg bei der obersten Jagdbehörde gestellt werden.



Die oberste Jagdbehörde führt eine Liste der anerkannten Zertifizierungsstellen, die sie in geeigneter Weise den jagdlichen Ausbildungsstätten zur Verfügung stellt.



Die Zertifizierungsstelle ist verpflichtet, die oberste Jagdbehörde über Änderungen der Akkreditierung unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Mit Ablauf der Akkreditierung endet auch die Anerkennung als Zertifizierungsstelle für die jagdlichen Ausbildungsstätten und muss neu beantragt werden. Es ist die Verantwortung der Zertifizierungsstelle, die Erneuerung der Anerkennung rechtzeitig bei der obersten Jagdbehörde zu beantragen.





3.
Zertifizierung

Die Ausbildungsstätten im Sinne von § 6 der JPrO weisen bis spätestens 1.4.2015 bei den unteren Jagdbehörden ihre Zertifizierung gemäß diesen Durchführungsbestimmungen nach. Dazu beauftragen sie eine der unter 2. beschriebenen Zertifizierungsstellen. Es ist unabhängig von der Konformitätsbewertung im Hinblick auf die Zertifizierungsnorm immer eine Bewertung nach dem von der obersten Jagdbehörde bestimmte Kriterien- und Indikatorensystems vorzunehmen (Anlage 8 zu Nummer 5.3 JPrOVwV).



Eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, dass der geforderte Qualitätsstandard nach dem Kriterien- und Indikatorensystem erreicht wurde, ist der unteren Jagdbehörde vorzulegen.



Die Zertifizierungsstelle trägt die Verantwortung für die Erteilung, Aufrechterhaltung, Erweiterung, Aussetzung und den Entzug der Zertifizierung, auch für die gegebenenfalls im Unterauftrag vergebenen Arbeiten.



Eine jagdliche Ausbildungsstätte ist von der zuständigen unteren Jagdbehörde anzuerkennen, wenn in der Bewertung nach dem Kriterien- und Indikatorensystem das Erreichen der dort festgelegten Anforderungen bestätigt wird.





4.
Unterauftragsvergabe

Die Zertifizierungsstellen sind berechtigt Unteraufträge an Dritte zu vergeben. Die Vergabe eines Unterauftrags ist nur mit Zustimmung des Antragstellers möglich.



Der Umfang des Unterauftrags und die Verpflichtung zur Vertraulichkeit im Umgang mit den im Zusammenhang mit der Zertifizierung gewonnenen Kenntnissen sind schriftlich festzuhalten. Die beauftragte Person oder Stelle darf weder direkt noch indirekt über ein Dienst- beziehungsweise ein Arbeitsverhältnis, einen Werkvertrag oder in sonstiger Weise an den Dienstleistungsprodukten der jagdlichen Ausbildungsstätte beteiligt sein.



Die Zertifizierungsstelle trägt die Verantwortung für die Aufgaben, die sie gegebenenfalls im Unterauftrag vergibt. Es ist sicherzustellen, dass die mit einem Unterauftrag beauftragte Stelle oder Person den anzuwendenden Festlegungen der Norm und den weiteren, der Inspektion zugrundeliegenden Richtlinien gerecht wird.



Regelungen zur Unterauftragsvergabe der zugrunde gelegten Norm bleiben hiervon unberührt.



Die Zertifizierungsentscheidung selbst kann nicht unterbeauftragt werden.





5.
Gültigkeit

Die Anerkennung der Ausbildungsstätte ist fünf Jahre gültig. Anderweitige Regelungen der Norm bleiben unbeachtet. Nach Ablauf dieses Zeitraums muss erneut die Zertifizierung nachgewiesen werden.





Anlage 8: Kriterien und Indikatorensystem für die Zertifizierung von Jagdschulen in Baden-Württemberg



Anlage 8: Kriterien und Indikatorensystem für die Zertifizierung von Jagdschulen in Baden-Württemberg