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Amtliche Abkürzung:EStG
Fassung vom:19.07.2016 Fassungen
Gültig ab:01.01.2018
Dokumenttyp:Gesetz
Quelle:juris Logo
FNA:FNA 611-1
Einkommensteuergesetz
 
§ 43a Bemessung der Kapitalertragsteuer
(1) 1Die Kapitalertragsteuer beträgt
1.
in den Fällen des § 43 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 7a und 8 bis 12 sowie Satz 2:
25 Prozent des Kapitalertrags;
2.
15 Prozent des Kapitalertrags.
2Im Fall einer Kirchensteuerpflicht ermäßigt sich die Kapitalertragsteuer um 25 Prozent der auf die Kapitalerträge entfallenden Kirchensteuer.3§ 32d Absatz 1 Satz 4 und 5 gilt entsprechend.
(2) 1Dem Steuerabzug unterliegen die vollen Kapitalerträge ohne Abzug; dies gilt nicht für Erträge aus Investmentfonds nach § 16 Absatz 1 des Investmentsteuergesetzes, auf die nach § 20 des Investmentsteuergesetzes eine Teilfreistellung anzuwenden ist; § 20 Absatz 1 Satz 2 bis 4 des Investmentsteuergesetzes sind beim Steuerabzug nicht anzuwenden.2In den Fällen des § 43 Absatz 1 Satz 1 Nummer 9 bis 12 bemisst sich der Steuerabzug
1.
bei Gewinnen aus der Veräußerung von Anteilen an Investmentfonds im Sinne des § 16 Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit § 2 Absatz 13 des Investmentsteuergesetzes nach § 19 des Investmentsteuergesetzes und
2.
in allen übrigen Fällen nach § 20 Absatz 4 und 4a,
wenn die Wirtschaftsgüter von der die Kapitalerträge auszahlenden Stelle erworben oder veräußert und seitdem verwahrt oder verwaltet worden sind.3Überträgt der Steuerpflichtige die Wirtschaftsgüter auf ein anderes Depot, hat die abgebende inländische auszahlende Stelle der übernehmenden inländischen auszahlenden Stelle die Anschaffungsdaten mitzuteilen.4Satz 3 gilt in den Fällen des § 43 Absatz 1 Satz 5 entsprechend.5Handelt es sich bei der abgebenden auszahlenden Stelle um ein Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, in einem anderen Vertragsstaat des EWR-Abkommens vom 3. Januar 1994 (ABl. EG Nr. L 1 S. 3) in der jeweils geltenden Fassung oder in einem anderen Vertragsstaat nach Artikel 17 Absatz 2 Ziffer i der Richtlinie 2003/48/EG vom 3. Juni 2003 im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen (ABl. EU Nr. L 157 S. 38), kann der Steuerpflichtige den Nachweis nur durch eine Bescheinigung des ausländischen Instituts führen; dies gilt entsprechend für eine in diesem Gebiet belegene Zweigstelle eines inländischen Kreditinstituts oder Finanzdienstleistungsinstituts.6In allen anderen Fällen ist ein Nachweis der Anschaffungsdaten nicht zulässig.7Sind die Anschaffungsdaten nicht nachgewiesen, bemisst sich der Steuerabzug nach 30 Prozent der Einnahmen aus der Veräußerung oder Einlösung der Wirtschaftsgüter.8In den Fällen des § 43 Absatz 1 Satz 4 gelten der Börsenpreis zum Zeitpunkt der Übertragung zuzüglich Stückzinsen als Einnahmen aus der Veräußerung und die mit dem Depotübertrag verbundenen Kosten als Veräußerungskosten im Sinne des § 20 Absatz 4 Satz 1.9Zur Ermittlung des Börsenpreises ist der niedrigste am Vortag der Übertragung im regulierten Markt notierte Kurs anzusetzen; liegt am Vortag eine Notierung nicht vor, so werden die Wirtschaftsgüter mit dem letzten innerhalb von 30 Tagen vor dem Übertragungstag im regulierten Markt notierten Kurs angesetzt; Entsprechendes gilt für Wertpapiere, die im Inland in den Freiverkehr einbezogen sind oder in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums zum Handel an einem geregelten Markt im Sinne des Artikels 1 Nummer 13 der Richtlinie 93/22/EWG des Rates vom 10. Mai 1993 über Wertpapierdienstleistungen (ABl. EG Nr. L 141 S. 27) zugelassen sind.10Liegt ein Börsenpreis nicht vor, bemisst sich die Steuer nach 30 Prozent der Anschaffungskosten.11Die übernehmende auszahlende Stelle hat als Anschaffungskosten den von der abgebenden Stelle angesetzten Börsenpreis anzusetzen und die bei der Übertragung als Einnahmen aus der Veräußerung angesetzten Stückzinsen nach Absatz 3 zu berücksichtigen.12Satz 9 gilt entsprechend.13Liegt ein Börsenpreis nicht vor, bemisst sich der Steuerabzug nach 30 Prozent der Einnahmen aus der Veräußerung oder Einlösung der Wirtschaftsgüter.14Hat die auszahlende Stelle die Wirtschaftsgüter vor dem 1. Januar 1994 erworben oder veräußert und seitdem verwahrt oder verwaltet, kann sie den Steuerabzug nach 30 Prozent der Einnahmen aus der Veräußerung oder Einlösung der Wertpapiere und Kapitalforderungen bemessen.15Abweichend von den Sätzen 2 bis 14 bemisst sich der Steuerabzug bei Kapitalerträgen aus nicht für einen marktmäßigen Handel bestimmten schuldbuchfähigen Wertpapieren des Bundes und der Länder oder bei Kapitalerträgen im Sinne des § 43 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 Buchstabe b aus nicht in Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen verbrieften Kapitalforderungen nach dem vollen Kapitalertrag ohne jeden Abzug.
(3) 1Die auszahlende Stelle hat ausländische Steuern auf Kapitalerträge nach Maßgabe des § 32d Absatz 5 zu berücksichtigen.2Sie hat unter Berücksichtigung des § 20 Absatz 6 Satz 4 im Kalenderjahr negative Kapitalerträge einschließlich gezahlter Stückzinsen bis zur Höhe der positiven Kapitalerträge auszugleichen; liegt ein gemeinsamer Freistellungsauftrag im Sinne des § 44a Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 in Verbindung mit § 20 Absatz 9 Satz 2 vor, erfolgt ein gemeinsamer Ausgleich.3Der nicht ausgeglichene Verlust ist auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.4Auf Verlangen des Gläubigers der Kapitalerträge hat sie über die Höhe eines nicht ausgeglichenen Verlusts eine Bescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster zu erteilen; der Verlustübertrag entfällt in diesem Fall.5Der unwiderrufliche Antrag auf Erteilung der Bescheinigung muss bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres der auszahlenden Stelle zugehen.6Überträgt der Gläubiger der Kapitalerträge seine im Depot befindlichen Wirtschaftsgüter vollständig auf ein anderes Depot, hat die abgebende auszahlende Stelle der übernehmenden auszahlenden Stelle auf Verlangen des Gläubigers der Kapitalerträge die Höhe des nicht ausgeglichenen Verlusts mitzuteilen; eine Bescheinigung nach Satz 4 darf in diesem Fall nicht erteilt werden.7Erfährt die auszahlende Stelle nach Ablauf des Kalenderjahres von der Veränderung einer Bemessungsgrundlage oder einer zu erhebenden Kapitalertragsteuer, hat sie die entsprechende Korrektur erst zum Zeitpunkt ihrer Kenntnisnahme vorzunehmen; § 44 Absatz 5 bleibt unberührt.8Die vorstehenden Sätze gelten nicht in den Fällen des § 20 Absatz 8 und des § 44 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb sowie bei Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen.
(4) 1Die Absätze 2 und 3 gelten entsprechend für die das Bundesschuldbuch führende Stelle oder eine Landesschuldenverwaltung als auszahlende Stelle.2Werden die Wertpapiere oder Forderungen von einem Kreditinstitut oder einem Finanzdienstleistungsinstitut mit der Maßgabe der Verwahrung und Verwaltung durch die das Bundesschuldbuch führende Stelle oder eine Landesschuldenverwaltung erworben, hat das Kreditinstitut oder das Finanzdienstleistungsinstitut der das Bundesschuldbuch führenden Stelle oder einer Landesschuldenverwaltung zusammen mit den im Schuldbuch einzutragenden Wertpapieren und Forderungen den Erwerbszeitpunkt und die Anschaffungsdaten sowie in Fällen des Absatzes 2 den Erwerbspreis der für einen marktmäßigen Handel bestimmten schuldbuchfähigen Wertpapiere des Bundes oder der Länder und außerdem mitzuteilen, dass es diese Wertpapiere und Forderungen erworben oder veräußert und seitdem verwahrt oder verwaltet hat.

Fußnoten ausblendenFußnoten

(+++ § 43a: Zur Anwendung vgl. § 52 +++)
§ 43a: Neugefasst durch Bek. v. 8.10.2009 I 3366
§ 43a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1: IdF d. Art. 3 Nr. 5 Buchst. a G v. 19.7.2016 I 1730 mWv 1.1.2018
§ 43a Abs. 2 Satz 1: IdF d. Art. 3 Nr. 5 Buchst. b DBuchst. aa G v. 19.7.2016 I 1730 mWv 1.1.2018
§ 43a Abs. 2 Satz 2: IdF d. Art. 3 Nr. 5 Buchst. b DBuchst. bb G v. 19.7.2016 I 1730 mWv 1.1.2018
§ 43a Abs. 2 Satz 5: IdF d. Art. 2 Nr. 43 G v. 26.6.2013 I 1809 mWv 30.6.2013
§ 43a Abs. 3 Satz 2: IdF d. Art. 2 Nr. 26 G v. 25.7.2014 I 1266 mWv 31.7.2014
§ 43a Abs. 3 Satz 7: Eingef. durch Art. 1 Nr. 27 G v. 8.12.2010 I 1768 mWv 14.12.2010
§ 43a Abs. 3 Satz 8: Früher Satz 7 gem. Art. 1 Nr. 27 G v. 8.12.2010 I 1768 mWv 14.12.2010

Weitere Fassungen dieser Norm ausblendenWeitere Fassungen dieser Norm

§ 43a EStG, vom 25.07.2014, gültig ab 31.07.2014 bis 31.12.2017
§ 43a EStG, vom 26.06.2013, gültig ab 30.06.2013 bis 30.07.2014
§ 43a EStG, vom 08.12.2010, gültig ab 14.12.2010 bis 29.06.2013
§ 43a EStG, vom 08.10.2009, gültig ab 01.09.2009 bis 13.12.2010
§ 43a EStG, vom 07.03.2009, gültig ab 01.04.2009 bis 31.08.2009
§ 43a EStG, vom 19.12.2008, gültig ab 25.12.2008 bis 31.03.2009
§ 43a EStG, vom 14.08.2007, gültig ab 18.08.2007 bis 24.12.2008
§ 43a EStG, vom 13.12.2006, gültig ab 01.01.2007 bis 17.08.2007
§ 43a EStG, vom 12.07.2006, gültig ab 01.08.2006 bis 31.12.2006
§ 43a EStG, vom 19.10.2002, gültig ab 21.09.2002 bis 31.07.2006
§ 43a EStG, vom 11.12.2001, gültig ab 01.01.2002 bis (gegenstandslos)
§ 43a EStG, vom 20.12.2001, gültig ab 01.01.2002 bis 20.09.2002
§ 43a EStG, vom 20.12.2001, gültig ab 23.12.2001 bis 31.12.2001
§ 43a EStG, vom 23.10.2000, gültig ab 01.01.2001 bis 22.12.2001
§ 43a EStG, vom 22.12.1999, gültig ab 01.01.2000 bis 31.12.2000
§ 43a EStG, vom 22.10.1997, gültig ab 01.01.1998 bis 31.12.1999
§ 43a EStG, vom 16.04.1997, gültig ab 29.04.1997 bis 31.12.1997
§ 43a EStG, vom 26.07.1994, gültig ab 01.08.1994 bis 28.04.1997
§ 43a EStG, vom 21.12.1993, gültig ab 30.12.1993 bis 31.07.1994
§ 43a EStG, vom 09.11.1992, gültig ab 13.11.1992 bis 29.12.1993
§ 43a EStG, vom 30.06.1989, gültig ab 01.07.1989 bis (gegenstandslos)
§ 43a EStG, vom 07.09.1990, gültig ab 01.07.1989 bis 12.11.1992
§ 43a EStG, vom 25.07.1988, gültig ab 03.08.1988 bis 30.06.1989
§ 43a EStG, vom 27.02.1987, gültig ab 10.03.1987 bis 02.08.1988
§ 43a EStG, vom 15.04.1986, gültig ab 15.04.1986 bis 09.03.1987
§ 43a EStG, vom 12.06.1985, gültig ab 12.06.1985 bis 14.04.1986
§ 43a EStG, vom 14.12.1984, gültig ab 01.01.1985 bis 11.06.1985
§ 43a EStG, vom 24.01.1984, gültig ab 31.01.1984 bis 31.12.1984
§ 43a EStG, vom 06.12.1981, gültig ab 06.12.1981 bis 30.01.1984
§ 43a EStG, vom 21.06.1979, gültig ab 30.06.1979 bis 05.12.1981

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