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Amtliche Abkürzung:1BKFHVO
Fassung vom:24.07.2017 Fassungen
Gültig ab:16.08.2017
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2225
Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung
an den einjährigen Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife
(1BKFHVO)
Vom 13. August 2012

§ 7
Auswahlverfahren

(1) Ein Auswahlverfahren ist nur durchzuführen, wenn

1.

bei voller Ausschöpfung der vorhandenen personellen und sächlichen Gegebenheiten sowie

2.

bei Abstimmung der Aufnahmefähigkeiten benachbarter Schulen und entsprechender Zuweisung der Bewerber (§ 18 Absatz 1 und § 88 Absatz 4 SchG) nicht alle Bewerber, welche die Aufnahmevoraussetzungen nach § 5 erfüllen, in das Berufskolleg aufgenommen werden können.

(2) Im Auswahlverfahren sind die Plätze nach folgenden Quoten zu vergeben:

1.

85 Prozent nach Eignung und Leistung (Absatz 3),

2.

10 Prozent nach Wartezeit (Absatz 4),

3.

5 Prozent für außergewöhnliche Härtefälle (Absatz 5).

Bleiben im Rahmen der Auswahl nach Satz 1 Nummer 2 und 3 Plätze frei, sind diese nach Eignung und Leistung (Absatz 3) zu vergeben.

(3) Bei der Vergabe der Plätze nach Eignung und Leistung werden die Bewerber entsprechend dem Anteil mit

1.

der Fachschulreife,

2.

dem Realschulabschluss,

3.

dem Versetzungszeugnis in die Klasse oder Jahrgangstufe 11 eines Gymnasiums, in die Klasse 10 eines Gymnasiums im achtjährigen Bildungsgang oder in die gymnasiale Oberstufe der Gemeinschaftsschule oder der Oberstufe der Berufsoberschule,

4.

einem dem Realschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand nach Abschluss der Klasse 10 der Werkrealschule und

5.

einem dem Realschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand durch Berufsschulabschluss und Berufsausbildung oder durch Hauptschulabschluss, Berufsschulabschluss und Berufsabschluss

in der jeweiligen Gruppe nach Nummer 1 bis 4 in der Rangfolge des auf eine Dezimale errechneten Durchschnitts aus den Noten der Fächer Deutsch, Englisch beziehungsweise erste Pflichtfremdsprache, Mathematik und der besten Note der naturwissenschaftlichen Fächer des Zeugnisses nach § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und in der Gruppe nach Nummer 5 in der Rangfolge der für einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand maßgeblichen Durchschnittsnote aufgenommen. Bei gleicher Rangfolge entscheidet die Dauer der beruflichen Tätigkeit nach der beruflichen Abschlussprüfung, bei gleicher Dauer das Los. Bewerber mit dem Nachweis eines sonstigen gleichwertigen Bildungsstandes sind der einschlägigen Gruppe nach Satz 1 Nummer 1 bis 4 zuzuordnen. Bei Bewerbern, die im allgemein bildenden Gymnasium im achtjährigen Bildungsgang in die Jahrgangstufe 11 versetzt wurden, wird das Zeugnis nach § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 zugrunde gelegt, das der Bewerber im Auswahlverfahren vorlegt.

(4) Bei der Vergabe der Plätze nach Wartezeit erfolgt die Aufnahme in folgender Rangfolge:

1.

Bewerber mit drei und mehr Schuljahren Wartezeit,

2.

Bewerber mit zwei Schuljahren Wartezeit,

3.

Bewerber mit einem Schuljahr Wartezeit.

Bei gleicher Rangfolge entscheidet die Dauer der beruflichen Tätigkeit nach der beruflichen Abschlussprüfung, bei gleicher Dauer das Los. Berücksichtigt werden nur volle Schuljahre, die seit dem ersten Aufnahmeantrag und der Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen nach § 5 bis zum Beginn des auf das laufende Aufnahmeverfahren folgenden Schuljahres verstrichen sind. Voraussetzung ist, dass für diese Schuljahre ununterbrochen ein Aufnahmeantrag gestellt und keine Aufnahmezusage erteilt wurde.

(5) Ein außergewöhnlicher Härtefall liegt vor, wenn ein Bewerber nach den Absätzen 3 und 4 nicht ausgewählt worden ist und die Nichtaufnahme für ihn mit Nachteilen verbunden wäre, die bei Anlegung eines strengen Maßstabes über das Maß der mit der Nichtaufnahme üblicherweise verbundenen Nachteile erheblich hinausgehen. Für die Berücksichtigung als außergewöhnliche Härtefälle kommen insbesondere familiäre oder soziale Umstände oder andere vom Bewerber nicht zu vertretende Gründe, welche die Aufnahme der Ausbildung verzögert haben, in Betracht. Über das Vorliegen eines außergewöhnlichen Härtefalles und die sich nach dem Grad der Härte ergebende Rangfolge der Bewerber entscheidet ein Auswahlausschuss, dem der Schulleiter als Vorsitzender und vier von ihm beauftragte Lehrer angehören; § 13 Absatz 2 und 3 gilt entsprechend.

(6) Aufnahmeanträge, die nach dem nach § 6 Absatz 1 Satz 2 bestimmten Termin eingegangen sind, können im Auswahlverfahren erst berücksichtigt werden, wenn alle rechtzeitig eingegangenen Aufnahmeanträge beschieden oder zurückgenommen sind.

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