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Aktuelle GesamtausgabeGesamtausgaben-Liste
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Amtliche Abkürzung:RahmenVO-KM
Fassung vom:27.04.2015
Gültig ab:01.08.2015
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2204
Rechtsverordnung des Kultusministeriums über Rahmenvorgaben für die Umstellung
der allgemein bildenden Lehramtsstudiengänge an den Pädagogischen Hochschulen,
den Universitäten, den Kunst- und Musikhochschulen sowie der Hochschule
für Jüdische Studien Heidelberg auf die gestufte Studiengangstruktur mit Bachelor-
und Masterabschlüssen der Lehrkräfteausbildung in Baden-Württemberg
(Rahmenvorgabenverordnung Lehramtsstudiengänge - RahmenVO-KM)
Vom 27. April 2015

Anlage 7

(zu § 7 Absatz 3, 6 und 12)

Lehramt Sonderpädagogik

INHALTSÜBERSICHT

1.

Kompetenzprofil Sonderpädagogik

2.

Allgemeine wissenschaftliche Grundlagen sonderpädagogischer Förderung

3.

Förderschwerpunkt Lernen

4.

Förderschwerpunkt Sprache

5.

Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung

6.

Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

7.

Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

8.

Förderschwerpunkt Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung

9.

Förderschwerpunkt Hören

10.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Frühförderung sowie frühkindliche Bildung und Erziehung von Kindern mit Behinderung

11.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Sonderpädagogischer Dienst/Kooperation/Inklusive Bildungsangebote

12.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Ausbildung, Erwerbsarbeit und Leben

13.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Religiöse Bildung in der Sonderpädagogik

14.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Pädagogik bei Krankheit

15.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Kulturarbeit, Gestalten und Lernen

16.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Leiblichkeit, Bewegung, Körperkultur

17.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Sprache und Kommunikation

1.

Kompetenzprofil Sonderpädagogik

Im Studium für das Lehramt Sonderpädagogik erwerben die Studierenden fachspezifische Kompetenzen, die für ein professionelles Handeln von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in allgemeinen Schulen und in sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, in institutionellen Kontexten von der Frühförderung bis zu den Übergängen in Ausbildung und Arbeit erforderlich sind. In den Fachpapieren für das Lehramtsstudium Sonderpädagogik werden für den Bereich der sonderpädagogischen Grundlagen, für die Förderschwerpunkte und für die Handlungsfelder jeweils bereichs- beziehungsweise fachspezifische Kompetenzprofile beschrieben und dafür relevante Studieninhalte benannt. Diese Beschreibung des Lehramtsstudiums Sonderpädagogik orientiert sich an dem von der KMK am 12.06.2014 beschlossenen Fachprofil Sonderpädagogik. Das darin formulierte Profil des Lehramtsstudiums Sonderpädagogik stellt deshalb eine zentrale Grundlage für die Fachpapiere für das Lehramtsstudium Sonderpädagogik dar. Im Lehramtsstudium Sonderpädagogik sollen die Studierenden »Kompetenzen zur Förderung, das heißt zur Anregung, Begleitung und Unterstützung von Bildungs- und Entwicklungsprozessen unter erschwerten Bedingungen« (Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung, Beschluss der KMK »Fachprofil Sonderpädagogik« vom 16.10.2008 i. d. F. vom 12.06.2014, S. 2) erwerben.

Das Papier der KMK beschreibt das Kompetenzprofil für Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen folgendermaßen: »Die zu erwerbenden Kompetenzen beziehen sich nicht nur auf die Zusammenarbeit mit behinderten, von Behinderung bedrohten und benachteiligten Menschen, sondern auch auf die Kooperation mit den Bezugspersonen in den zentralen Person-Umfeld-Systemen sowie die Integration beziehungsweise Inklusion in Schule, Beruf und Gesellschaft. Darüber hinaus werden Handlungskonzepte zur Unterstützung von inklusiven Entwicklungs- und Bildungsprozessen vermittelt (insbesondere Kooperation und Teamarbeit, Unterricht in heterogenen Lerngruppen, individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung)« (Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung, Beschluss der KMK »Fachprofil Sonderpädagogik« vom 16.10.2008 i. d. F. vom 12.06.2014, S. 2).

Das Kompetenzprofil für das Lehramtsstudium wird deshalb folgendermaßen beschrieben:

Die Studienabsolventinnen und -absolventen

können die historischen und gesellschaftlichen Aspekte der Bildung und Erziehung auch unter erschwerten Bedingungen in den Kontext von Bildungssystemen einordnen und kennen die pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung eines inklusiven Bildungssystems,

kennen die Bedeutung der gesellschaftlichen, sozialen, institutionellen und individuellen Bedingungen für die Genese von Behinderungen und Benachteiligungen insbesondere an bildungsbiografischen Übergängen, aber auch über die Lebensspanne hinweg und können Erscheinungsformen individueller und struktureller Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung von Minderheiten vor dem Hintergrund kulturell geprägter Werte und Normen, religiöser Orientierungen und Rechtsnormen kritisch einordnen,

kennen wissenschaftstheoretische Modelle sowie wissenschaftliche Forschungsmethoden im Kontext sonderpädagogischer und inklusionsorientierter Problem- beziehungsweise Aufgabenfelder und können diese anwendungsbezogen und vergleichend gegenüberstellen,

kennen grundlegende Forschungsbefunde zu international unterschiedlichen Strategien des Umgangs mit Heterogenität, Behinderung und Benachteiligung sowie die theoretischen Diskurse zu einer Pädagogik der Vielfalt, Differenz, Diversity und der Konstruktion von Normalität,

kennen Theorien des Lernens, der Entwicklung, der Sozialisation sowie Theorien zu beziehungsweise über Behinderungen und Benachteiligungen;

kennen internationale Klassifikationssysteme und Rechtsgrundlagen zu Behinderung und Inklusion und sind mit ethischen Grundfragen der Sonderpädagogik vertraut,

kennen pädagogische Konzepte der Frühförderung und können individuell adaptive Entwicklungs- und Lernarrangements professionell gestalten sowie die Einsatzmöglichkeiten technischer und medizinischer Hilfen einschätzen,

verfügen über fundiertes diagnostisches Wissen und sind in der Lage, auf der Basis diagnostischer Ergebnisse Förder- und Entwicklungspläne unter Berücksichtigung der institutionellen Bedingungen und in Zusammenarbeit mit weiteren Bildungspartnern zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren,

kennen Präventionsmaßnahmen bei einzelnen Formen der Behinderung und Benachteiligung im jeweiligen Förderschwerpunkt,

kennen Verfahren und Möglichkeiten, um im Unterricht und in unterschiedlichen institutionellen Kontexten geeignete pädagogische Maßnahmen zur Förderung umzusetzen,

verfügen über grundlegende personale Ressourcen und professionelle Kompetenzen, die sie für die Arbeit mit behinderten und benachteiligten Menschen in ihrem jeweiligen sozialen und institutionellen Umfeld sowie für die Arbeit in multiprofessionellen und interdisziplinären Teams befähigen, vergleiche »Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung« (Beschluss der KMK »Fachprofil Sonderpädagogik« vom 16.10.2008 i. d. F. vom 12.06.2014, S. 2 f).

2.

Allgemeine wissenschaftliche Grundlagen sonderpädagogischer Förderung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

können sonderpädagogisch relevante ethisch-normative, anthropologische und wissenschaftstheoretische Positionierungen begründen, deren Geltungsbereich und Begrenztheit erkennen und für die Entwicklung eines eigenen Bildungs- und Berufsverständnisses nutzen,

können Forschungsergebnisse und Theorien der empirischen Bezugsdisziplinen in die Analyse konkreter Entwicklungs-, Sozialisations- und Erziehungsprozesse unter Bedingungen von Behinderung und sozialer Benachteiligung einbeziehen, die lebensgeschichtliche Dynamik von Behinderungs- und Benachteiligungsprozessen erschließen und daraus Konsequenzen für ihr pädagogisches Handeln ableiten,

können medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Modelle von Funktionsfähigkeit und Behinderung, Gesundheit und Krankheit in ihrer Bedeutung für das sonderpädagogische Handeln erfassen, die Anwendung diagnostischer Kategorien kritisch reflektieren und ihre Relevanz für die Erweiterung oder Einschränkung von Teilhabemöglichkeiten behinderter und benachteiligter Menschen beurteilen,

können sonderpädagogisches Handeln in seinen institutionellen, politischen und rechtlichen Bezügen und Zusammenhängen analysieren und Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Systemen, Strukturen und Prozessen ziehen,

können Forschungsbefunde zu Aspekten sonderpädagogischer Professionalität im Hinblick auf die eigene pädagogische Praxis reflektieren und daraus Konsequenzen ableiten.

Allgemeine historische und vergleichende, philosophische, erziehungswissenschaftliche, anthropologische, medizinisch-psychologische (im Sinne diagnostische) und sozialwissenschaftliche Grundlagen der Sonderpädagogik unter Berücksichtigung der Perspektiven der Förderschwerpunkte, insbesondere:

Wissenschaftstheoretische Modelle, Forschungsbereiche und Forschungsmethoden im Kontext sonderpädagogischer Aufgabenfelder

Ethische, anthropologische und pädagogische Ansätze des Umgangs mit Heterogenität (Behinderung, soziale Benachteiligung, soziokulturelle Diversität und andere) und entsprechende Bildungstheorien

Grundlagen der sonderpädagogisch relevanten medizinischen, kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik sowie grundlegende Standards diagnostischer Entscheidungsprozesse, der allgemeinen Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen von sonderpädagogischem Förderbedarf, einschließlich der Klassifikationen auf dem Hintergrund internationaler und nationaler Vorgaben (zum Beispiel International Statistical Classification of Diseases, International Classification of Functioning)

Grundlagen der Soziologie der Behinderung beziehungsweise behinderter Menschen (einschließlich Disability Studies), der Rehabilitation sowie der sozialen Ungleichheit und Benachteiligung

Institutionelle Strukturen und Systeme sonderpädagogischen Handelns, der Behinderten-, Benachteiligten- sowie der Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich ihrer verfassungs-, sozial- und schulrechtlichen Grundlagen

Modelle und Kriterien sonderpädagogischer Professionalität, zum Beispiel Teilhabeorientierung, Lebensweltorientierung

3.

Förderschwerpunkt Lernen

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

kennen Formen und Entstehungsbedingungen risikobelasteter und beeinträchtigter Entwicklungs- und Lernprozesse bei sonderpädagogischem Förderbedarf,

Theorien, Paradigmen, Erklärungs- und Forschungsansätze

Symptomatik von Lernbeeinträchtigungen

Historische Aspekte der Bildung und Erziehung im Förderschwerpunkt Lernen

kennen und beurteilen Konzepte und Methoden der Prävention und der Frühförderung im Förderschwerpunkt Lernen,

Konzepte und Methoden der Prävention, Früherkennung, frühen Hilfen und Frühförderung

kennen und beurteilen Konzepte der Förderung aller Schülerinnen und Schüler im Gemeinsamen Unterricht,

Ansatz des RTI (response-to-intervention)

Besonderheiten verschiedener Schulformen

Rechtliche Grundlagen und Umsetzungsformen von Kooperation, Integration und Inklusion

kennen und reflektieren Herausforderungen bildungsbiographischer Übergänge (Transitionen) bei Beeinträchtigungen, einschließlich des Übergangs in den Beruf,

Biografisches Arbeiten im Kontext kultureller Vielfalt und sozio-ökonomischer Verhältnisse

Entscheidungsprozesse bei der Bestimmung geeigneter Lernorte

kennen Lebens- und Erlebensdimensionen im Kontext von Behinderungen und Benachteiligungen, Lebensbewältigung, gesellschaftliche Teilhabe, Identität und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen und Benachteiligungen über die Lebensspanne,

Lebenswelten in sozial prekären Situationen einschließlich Migration

Risiken der emotionalen, psychischen und sozialen Entwicklung bei Lernbeeinträchtigungen in unterschiedlichen biografischen und institutionellen Kontexten

Kooperation und Förderung in außerschulischen Kontexten

wissen um die Bedeutung und Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit und des Lehrerselbstkonzepts im Kontext der professionsspezifischen Anforderungen an den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen und in spezifischen Institutionen,

Professionalisierungskonzepte

Umgang mit Unterrichtsstörungen

Erziehung und Förderung personaler und sozialer Kompetenzen

Classroom-Management

kennen spezifische Konzepte und Verfahren zu Kooperation und Beratung: Elternarbeit, Teamarbeit, Gesprächsführung,

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sonderpädagogische Unterstützungssysteme

Dimensionen gelingender individueller Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten

können Unterrichtshandeln unter Berücksichtigung förderschwerpunktspezifischer Gesichtspunkte und mithilfe relevanter Theorien und Forschungsansätze beschreiben, begründen und reflektieren.

Fallstudien

Hospitationen und Unterrichtsbeobachtungen

Psychologische Dimensionen

kennen psychologische Theorien der Entwicklung und Sozialisation unter Berücksichtigung erschwerender Bedingungen,

Entwicklungstheorien

Intelligenztheorien

kennen psychologische Konzepte der Entwicklungsförderung, des Erziehungs- und Bildungsangebots für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in heterogenen Lerngruppen und können diese reflektieren,

Pädagogisch-psychologische Trainingsverfahren und Förderkonzepte

Konzept der Zone der nächsten Entwicklung

wissen um die Bedeutung emotionaler Dimensionen für den Lern- und Entwicklungsprozess,

Bedeutung des Selbstkonzepts und Selbstwertgefühls für Lernprozesse und Motivation

wissen um kritische Lebensereignisse und Dimensionen ihrer Bewältigung

Bedeutung und Auswirkungen traumatischer Erlebnisse und Erfahrungen

wissen um Erscheinungsformen sowie Ursachen von Entwicklungsstörungen im Bereich des schulischen Lernens und kennen psychologische Interventionsmethoden,

Medizinische Grundlagen und Erklärungsmodelle

Psychosoziale Grundlagen, Erklärungsmodelle und Interventionsmethoden

wissen um Erscheinungsformen und mögliche Ursachen von internalisierenden sowie externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter und kennen psychologische Interventionsmethoden,

Salutogenese und Resilienz

Kinder- und jugendpsychiatrische und psychiatrische Störungsbilder und deren Bedingungsfaktoren

kennen psychologische Grundlagen und Konzepte der Beratung, wissen um Grenzen schulischer und Bedeutung außerschulischer Beratung und Therapien von Kindern und Jugendlichen mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten und deren Angehörigen,

Grundlagen der Beratung

Kommunikationstheorien

Beratungskonzepte

kennen schulisch relevante, psychologische Präventions- und Interventionskonzepte, wie Konfliktmoderation und -bewältigung,

Konzepte der Konfliktmoderation und -bewältigung

Konzepte der Gewaltprävention und deren Anwendbarkeit

kennen sozialpsychologische Theorien zu Individuen und Gruppen.

Implizite Persönlichkeitstheorien

Attribuierungstheorien

Diagnostische Dimension

kennen die Bedeutung der Diagnostik als kooperativen Prozess für die Analyse allgemeiner und spezifischer Lernvoraussetzungen und individueller Lernbedürfnisse,

Grundlagen der Diagnostik

Testverfahren und Testtheorie

kennen und erproben anlassbezogen diagnostische Verfahren und Methoden, auch in Zusammenhang mit einer Lernstands- und Lernprozessanalyse,

Schulleistungsdiagnostik

Lernstands- und Lernprozessanalyse

Intelligenzdiagnostik oder Diagnostik des kognitiven Entwicklungsstandes

können vor dem Hintergrund des Einzelfalles und der Kind-Umfeld-Analyse eine begründete Auswahl der einzusetzenden Methoden vornehmen, diese durchführen, auswerten und interpretieren,

Kind-Umfeld-Analyse

Interventionsplanung unter Berücksichtigung der persönlichen Sphäre aller Beteiligten, einschließlich der Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten

können fachärztliche und diagnostische Berichte aus anderen Quellen verstehen, reflektieren und gegebenenfalls einbeziehen,

Medizinische und psychiatrische Klassifikationssysteme, International Statistical Classification of Diseases-10, Fünfter diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen, International Classification of Functioning und entsprechende Terminologie

können pädagogische Berichte und Gutachten erstellen und die Ergebnisse Schülerinnen und Schülern, Sorgeberechtigten, Pädagoginnen und Pädagogen und außerschulischen Kooperationspartnern kommunizieren,

Gutachten erstellen unter Beachtung des Adressatenbezugs

wissen um psychologische Wirkfaktoren institutioneller Bedingungen, können auf dieser Basis unterschiedliche Lernorte unter Berücksichtigung des qualifizierten Elternwahlrechts analysieren.

Gruppendynamische Prozesse

Selbstwertgefühl und Selbstkonzept

Didaktische Dimension

kennen Theorien der Lehr-Lernforschung und können Lehr-Lernkonzepte unter Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen, Förderbedarfe und Fördermöglichkeiten analysieren und anwenden,

Kritische Auseinandersetzung mit Forschungsstudien

Empirische Ergebnisse vergleichen, reflektieren und auf praktische Konsequenzen und Auswirkungen hin analysieren

kennen Konzepte einer förderschwerpunktspezifischen Ausformung von Didaktik des Unterrichts,

Konzepte zur Erstellung von Förderplänen

Didaktik des Fächerkanons des Bildungsplans

Diagnosegeleitete individuelle Förderung

kennen didaktische Konzepte zur systematischen und umfassenden Förderung schriftsprachlicher und mathematischer Kompetenzen sowie zur Förderung des Verständnisses gesellschaftlicher/sozialer Prozesse sowie naturwissenschaftlicher und technischer Phänomene,

Grundlagen der Didaktik des Schriftspracherwerbs und der Entwicklung schriftsprachlicher Kompetenzen

Grundlagen der Mathematikdidaktik und Entwicklung mathematischer Kompetenzen

Didaktisch-methodische Konzepte im schulischen Kernbereich Mathematik

kennen Konzepte der individuellen Leistungsförderung, -rückmeldung und -bewertung,

können reflektiert Methoden, Medien und Hilfsmittel, Differenzierungs- und Sozialformen einsetzen und bewerten,

Didaktik und Methodik der individuellen schulischen Förderung in den Bereichen Mathematik (Rechenschwäche) und Schriftspracherwerb (Leserechtschreibschwäche)

Diagnose- und Förderprogramme bei ausgeprägter Heterogenität im schulischen Lernen

können Unterricht in Gruppen mit ausgeprägter Heterogenität planen, durchführen und analysieren,

Innere Differenzierung, Gestaltung und Einsatz von Unterrichtsmedien; Planung und Gestaltung inklusiver Bildungsangebote

Differenzierung und Individualisierung; Grundbegriffe und Prinzipien zur Gestaltung schulischer Lernsituationen

kennen förderschwerpunktbezogene Konzepte zur Berufs- und Lebensvorbereitung und -begleitung im Spannungsfeld zwischen Bildungsangeboten, Arbeitsmarkt und individuellen Ressourcen,

Konzepte der beruflichen Vorbereitung und Eingliederung

Konzepte zur Vorbereitung auf die Lebensbewältigung in benachteiligenden und beeinträchtigenden, behindernden Lebenskontexten

kennen das Konzept der Individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB) und können diagnosegeleitete, individuelle Förderkonzepte entwickeln, durchführen und evaluieren.

Individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB)

Erstellen von Förderplänen

4.

Förderschwerpunkt Sprache

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

verfügen über ein professionelles Selbstverständnis auf der Basis anthropologischer, erziehungswissenschaftlicher, pädagogischer, historisch-systematischer, juristischer, organisatorischer, linguistischer, medizinischer, soziologischer und psychologischer Kenntnisse für die Arbeit mit Menschen mit sprachlichen Beeinträchtigungen,

Sprachpädagogische, sprachheilpädagogische und spracherwerbstheoretische Theorien und Ansätze, anthropologische, historisch-systematische, juristische, organisatorische, linguistische, medizinische, soziologische und psychologische Grundlagen

Wahrnehmung und Reflexion des eigenen sprachlich-kommunikativen Handelns

wissen um Aufgabenfelder, Organisationsformen, gesetzliche Rahmenbedingungen und Konzepte hinsichtlich Erziehung, Bildung, Förderung und Therapie, vor- und nachschulische Institutionen und Lebensformen von Menschen mit sprachlichen Beeinträchtigungen,

Aufgabenfelder, Organisationsformen und rechtliche Grundlagen pädagogischen Handelns bei sprachlichen Beeinträchtigungen

Soziale und fachliche Netzwerke

kennen die verschiedenen Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen von risikobelasteten und beeinträchtigten Spracherwerbs- und Sprachlernprozessen und sind in der Lage, mögliche Konsequenzen von Beeinträchtigungen der Sprache für Bildung, Erziehung, Diagnostik, Förderung und Therapie zu verstehen und zu reflektieren,

Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen von risikobelasteten und beeinträchtigten Spracherwerbs- und Sprachlernprozessen

Konsequenzen von Beeinträchtigungen der Sprache für Bildung, Erziehung, Diagnostik, Förderung und Therapie

verfügen über Konzepte und Methoden der Prävention und Frühförderung und der sprachlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern im Gemeinsamen Unterricht und können ihr Handeln nach dem individuellen Förderbedarf ausrichten,

Konzepte und Methoden der Prävention und Frühförderung

Konzepte und Methoden der sprachlichen Förderung und Therapie von Schülerinnen und Schülern im Gemeinsamen Unterricht

können die Herausforderungen bildungsbiographischer Übergänge bei sprachlichen Beeinträchtigungen einschließlich des Übergangs in den Beruf erkennen, kritisch reflektieren und Beratungskontexte effektiv gestalten,

wissen um die Bedeutung sozialer und fachlicher Netzwerke und kennen Modelle und Konzepte der Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen und Eltern,

Herausforderungen bildungsbiographischer Übergänge bei sprachlichen Beeinträchtigungen

Modelle und Konzepte der Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen und Eltern

wissen um mögliche Gelingensfaktoren, Schwierigkeiten und Modelle des mehr- und einsprachigen Erwerbs und bei Mehrkulturalität und können diese einordnen und kritisch reflektieren,

kennen und unterscheiden Störungen der Sprache (des Sprachsystems, des Sprechens, der Rede, der Stimme und der Schriftsprache) von mehr- und einsprachigen Menschen sowie deren Ursachen, Entstehungs- und Bedingungshintergründe und können diese auf der Basis nationaler und internationaler Klassifikationssysteme kritisch einordnen und reflektieren.

Theorien und Modelle mehr- und einsprachigen Laut- und Schriftspracherwerbs

Mehrkulturalität, Migration und sprachliche Bildung

Psychologische Dimensionen

kennen Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung unter sprachlich beeinträchtigenden Bedingungen unter Berücksichtigung relevanter Theorien der Entwicklung, der Wahrnehmung und Kommunikation, der Sprache, des Lernens und Denkens, des Verhaltens und Erlebens,

wissen um die Ursachen, Entstehungshintergründe und Möglichkeiten des Umgangs mit neurologischen, psychologischen und sozial verursachten Beeinträchtigungen der Sprache,

Persönlichkeitsentwicklung

Theorien der Entwicklung, der Wahrnehmung und Kommunikation, der Sprache, des Lernens und Denkens, des Verhaltens und Erlebens

Medizinische, physiologische, psychologische und linguistische Aspekte des mündlichen und schriftlichen und gebärdensprachlichen Erwerbs

Psycholinguistische, soziokulturelle und pragmatische Aspekte des mehr- und einsprachigen Erwerbs und Sprachgebrauchs

Ursachen, Entstehungshintergründe und Möglichkeiten des Umgangs mit neurologischen, psychologischen und sozial verursachten Beeinträchtigungen der Sprache

kennen pädagogisch-psychologische Konzepte der Entwicklungsförderung und Intervention im Kontext von Beeinträchtigungen der Sprache und an verschiedenen Lernorten,

Pädagogisch-psychologische Konzepte der Entwicklungsförderung und Intervention im Kontext von Beeinträchtigungen der Sprache und an verschiedenen Lernorten

kennen unterschiedliche Modelle der Gesprächsführung, Beratung, Moderation und Konfliktmoderation, können diese fachwissenschaftlich reflektieren und individuell anwenden und dokumentieren,

Gesprächsführung, Beratung und Moderation, Konfliktmoderation und -bewältigung in Handlungsfeldern für Menschen mit sprachlichen Beeinträchtigungen

wissen um relevante Grundlagen der Neurophysiologie und -psychologie bei sprachlichen Beeinträchtigungen,

Ausgewählte Themen der Neurophysiologie und Neuropsychologie

kennen die Herausforderungen der Sprachentwicklung und Sprachaneignung unter Berücksichtigung alternativer Kommunikationssysteme,

Sprachentwicklung und Sprachaneignung unter Berücksichtigung alternativer Kommunikationssysteme

kennen psychosoziale Folgeerscheinungen von Beeinträchtigungen der Sprache für die Betroffenen und Möglichkeiten des Empowerments in der Bewältigung besonders herausfordernder Lebenssituationen.

Psychosoziale Folgeerscheinungen von Beeinträchtigungen der Sprache für die Betroffenen und Möglichkeiten des Empowerments

Diagnostische Dimension

wissen um die Zusammenhänge von Kommunikationsbehinderungen und Beeinträchtigungen der Sprache im Bedingungsgefüge von Individuum und System und können diagnostische Prozesse auf dieser Grundlage theorie- und hypothesengeleitet in Absprache mit allen Beteiligten planen, durchführen, auswerten, interpretieren, dokumentieren und reflektieren,

können sprachtragende und sprachunterstützende Strukturen und Funktionen erfassen und beschreiben,

kennen und beurteilen diagnostische Verfahren zur differenzierten Erfassung und Beschreibung von Fähigkeiten und Störungen in der gesprochenen und geschriebenen Sprache und können diagnostische Verfahren fragestellungsbezogen auswählen und anwenden,

Pragmatische, semantisch-lexikalische, grammatische und phonetische-phonologische Erwerbsmodelle und -theorien

Ausgewählte Themen der Neurophysiologie und Neuropsychologie

Sprachentwicklung und Sprachaneignung unter Berücksichtigung alternativer Kommunikationssysteme

können Diagnoseberichte und Gutachten kritisch beurteilen und daraus fachwissenschaftlich begründet Fördermaßnahmen ableiten und können die Ergebnisse diagnostischer Prozesse kontinuierlich und adressatenbezogen dokumentieren,

können Konzepte entwickeln, um die Wirksamkeit sonderpädagogischer Maßnahmen zu evaluieren.

Erstellung von Gutachten und individuellen Förderplänen

Dokumentation von Beratungskontexten

Didaktische Dimension

kennen verschiedene nationale und internationale didaktische Konzepte, Theorien der Lehr-Lernforschung und Lehr-Lernkonzepte und können ihr unterrichtliches und therapeutisches Handeln begründet verknüpfen,

Modelle und Theorien sprachpädagogischer und sprachheilpädagogischer Didaktik im nationalen und internationalen Kontext

Theorien der Lehr-Lernforschung und Entwicklung von Lehr-Lernkonzepten unter Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen, Förderbedarfe und Fördermöglichkeiten

können Unterrichtsinhalte und -methoden mit den allgemeinen und sprachspezifischen individuellen Lernausgangslagen verknüpfen und daraus ein individuell passendes Bildungsangebot, auch unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit, entwickeln,

Didaktische Konzepte zur Prävention von Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens, des Sprachverständnisses, der Stimme, des Schluckens sowie der Rede

kennen vielfältige fachspezifische Förder- und Therapiekonzeptionen, können diese in schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern sowie im Elementarbereich diagnosegeleitet, der Situation angemessen und wissenschaftlich begründet einschätzen, anwendungsbezogen reflektieren und ausgewählte Konzeptionen anwenden,

Didaktische und methodische Konzepte zum Erwerb der Schriftsprache, ihres weiterführenden Gebrauchs, zur Prävention von und zur Intervention bei Schriftspracherwerbsstörungen

Didaktische Konzepte zur systematischen und umfassenden Förderung schriftsprachlicher Fähigkeiten und zur Therapie von Störungen des Schriftspracherwerbs sowie zur Förderung des Verständnisses naturwissenschaftlicher und technischer Phänomene in sozialen und gesellschaftlichen Prozessen

können kritisch die Planung, Durchführung und Dokumentation eigener und beobachteter unterrichtlicher, sprachförderlicher und therapeutischer Maßnahmen analysieren und reflektieren,

Planung, Durchführung, Dokumentation und Reflexion eigener unterrichtlicher, sprachförderlicher und therapeutischer Maßnahmen

Analyse und Bewertung fremder unterrichtlicher, sprachförderlicher und therapeutischer Maßnahmen

kennen Konzepte und Methoden innerer Differenzierung, der Gestaltung und des Einsatzes von Unterrichtsmedien,

Methoden, Medien und Hilfsmittel, Differenzierungs- und Sozialformen einschließlich der Reflexion des eigenen Unterrichtshandelns

Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht in Gruppen mit ausgeprägter Heterogenität

verfügen über ein Inventar verschiedener Strategien der individuellen Leistungsförderung, -rückmeldung und -bewertung bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen der Sprache sowie in sprachlich heterogenen Gruppen,

Strategien der individuellen Leistungsförderung, -rückmeldung und -bewertung

kennen Konzepte zur Berufs- und Lebensvorbereitung, -orientierung, -begleitung für Menschen mit sprachlichen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen Bildungsangeboten, Arbeitsmarkt und individuellen Ressourcen.

Berufsvorbereitung von Schülerinnen und Schülern mit sprachlichen Beeinträchtigungen

5.

Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

kennen die Deskription, Benennung, Klassifikation und Entwicklung von Störungen im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben vor dem Hintergrund anthropologischer, pädagogischer, medizinischer, neurobiologischer, psychologischer und soziologischer Kenntnisse und reflektieren diese kritisch,

Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen (Erscheinungsformen, Häufigkeiten) als Grundlage für sonderpädagogisches Handeln

Biopsychosoziale Ursachen und Hintergründe der Entstehung von Verhaltensstörungen

kennen historiografische Linien in der Pädagogik bei Verhaltensstörungen,

kennen sonderpädagogische Unterstützungssysteme und Kooperationsnetzwerke der inklusiven, integrierten und ambulanten schulischen Erziehungshilfe,

verfügen über Kenntnisse der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, dem Gesundheitssektor und weiteren Fachdiensten und kennen die rechtlichen Grundlagen,

Entwicklung von pädagogischen Institutionen, Konzeptionen, Systemen und Professionen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen

Bildungssystem (allgemeine und berufliche Bildung)

Sonder- und sozialpädagogische Unterstützungssysteme in schulischen und außerschulischen Kontexten

Herausforderndes Verhalten im interdisziplinären Dialog

Kooperation mit allgemeiner Pädagogik, Jugendhilfe, Justiz, Medizin und weiteren außerschulischen Partnern

können ihr Selbst- und Fremdbild auf der Grundlage ihrer eigenen biographischen Lern- und Lebenserfahrungen reflektieren und erkennen deren handlungsleitende Bedeutung sowie Grenzen,

Reflexion autobiografischer Erfahrungen im Hinblick auf das eigene Lehrerselbstverständnis, auf Bildungs- und Erziehungsprozesse, Grenzen, Ressourcen und Potenziale

können Zugänge zu Kindern und Jugendlichen schaffen und Beziehungen aufbauen, stabilisieren und gestalten,

Grundlagen von Bindungstheorie, Mentalisierungstheorie, Neurobiologie und andere

Beziehungsprozesse als Grundlage für Bildungsprozesse

Durchführung von Situationsanalysen im Kontext von Kind-Umfeld-Analysen

Bedeutung und Modelle der professionellen Gestaltung von Nähe und Distanz

Genderspezifische Zugänge

kennen Beratungskonzepte und Verfahren der kollegialen und professionellen Reflexion sowie deren Einsatzfelder und erproben einzelne exemplarisch,

Lösungsorientierte Beratung, kollegiale Beratung, systemische Beratung, Balintgruppen, Coaching, Supervision, Intervision

Bedeutung und Maßnahmen zur Lehrergesundheit und Psychohygiene

verfügen über förderschwerpunktbezogene forschungsmethodische Grundlagen zur Lehr-Lernforschung sowie Biografieforschung,

Forschungsmethodische Grundlagen (quantitative und qualitative Verfahren)

kennen die rechtlichen Grundlagen, Formen, Chancen und Grenzen integrativer und inklusiver Beschulungsformen.

UN-Behindertenrechtskonvention

Sonderpädagogische Unterstützungssysteme bei Verhaltensproblemen in der Schule

Psychologische Dimensionen

verfügen über Grundkenntnisse der Entwicklungspsychologie, Entwicklungspsychopathologie, Sozialpsychologie, Tiefenpsychologie, Verhaltenspsychologie, Traumapsychologie und der Systemtheorie,

Psychoanalytische und individualpsychologische Grundlagen zur Erschließung der Psychodynamik bei Verhaltensproblemen sowie psychischen Erkrankungen

Soziale und emotionale Kontroll- und Regulationstheorien

Abwehrmechanismen, Mentalisationstheorien, Theorie der Affektregulation und Theory of Mind

Auswirkungen von Traumata auf das Verhalten

Präventions- und Krisen- beziehungsweise Interventionsmaßnahmen auf der Grundlage psychologischer und psychotherapeutischer Theorien

kennen Erscheinungsformen, Klassifikation und Verbreitung von psychischen Störungen in einem biopsychosozialen Verursachungsmodell,

Psychische Belastungen und Erkrankungen sowie spezielle Störungen

kennen psychologische Erklärungsansätze zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Verhaltensstörungen,

Biopsychosoziale Grundlagen und die Entwicklung psychischer Störungen

kennen psychologische Theorien, Präventions- und Interventionsansätze in Bezug auf typische Problemfelder des Fachgebietes und können diese in Konflikt- und Krisensituationen anwenden und reflektieren,

Psychologische Theorien zur Entstehung von externalisierendem und internalisierendem Verhalten

Kooperation und Koordination von psychologischen, therapeutischen und pädagogischen Maßnahmen

Rollenklärung, Zuständigkeiten und Abgrenzung der Professionen

kennen relevante kommunikationstheoretische Modelle und wissen um Zusammenhänge zwischen Kommunikation, Erlebens- und Verhaltensweisen.

Ebenen und Formen der Kommunikation sowie Ursachen für Kommunikationsprobleme

Formen der Krisenintervention

Diagnostische Dimension

kennen Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen diagnostischer Zugangsweisen im Hinblick auf emotionales Erleben und soziales Verhalten im Kontext von Entwicklungsverläufen,

Diagnostische Grundlagen

Einführung in Verstehenskontexte, Beobachtungs- und Screening-Verfahren zur Erfassung relevanter Belastungen, dysfunktionaler Ausdrucksformen bis hin zu Verhaltensstörungen

kennen förderschwerpunktbezogene Testverfahren zur Beurteilung von Entwicklung, Verhalten und Schulleistung, können diese fall- und problemorientiert anwenden sowie kritisch reflektieren,

können systematisch Informationen über die jeweiligen Lebenswelten und Lebenslagen im Sinne der Familiendiagnostik und Kind-Umfeld-Analyse erfassen und Bezüge zum sozialen Verhalten und emotionalen Erleben herstellen,

Förderschwerpunktspezifische Verfahren zur Diagnose von Beziehungs-, Verhaltens-, Lern- und Lebensproblemen

Formelle versus informelle Verfahren, eine kritische Diskussion und Reflexion

Verfahren zur Analyse von Lebenslagen, -situationen und -problemen

können hypothesengeleitet geeignete Erhebungsinstrumente auswählen, fachgerecht einsetzen, Daten auswerten und interpretieren,

Grundlagen der Gutachtenerstellung und Förderplanung

können diagnostische Fördergutachten erstellen,

Förderdiagnostisches Gutachten

können Diagnoseberichte und Gutachten kritisch beurteilen, daraus fachwissenschaftlich begründet Fördermaßnahmen ableiten und anwendungsbezogen reflektieren sowie für diese Maßnahmen Evaluationskonzepte entwickeln.

Förderdiagnostik und Förderplanung (Individualle Lern- und Entwicklungsbegleitung, International Classification of Functioning)

Didaktische Dimension

kennen grundlegende didaktische, fachdidaktische und förderschwerpunktbezogene Modelle und Konzepte als Grundlage einer theoriereflektierten Gestaltung von Unterricht,

Didaktische Konzeptionen zur Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen auch unter besonderer Berücksichtigung der Emotionen

können auf der Grundlage der förderschwerpunktbezogenen Bildungs-, Entwicklungs-, und Biografieforschung Unterricht und Lernumgebungen vor dem Hintergrund der individuellen Lebenslagen und der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen planen, gestalten und reflektieren,

Grundlagen der Unterrichtsplanung, Gestaltung und Reflexion von Unterrichtsprozessen

können individuelle und durch Bildungsgänge vorgegebene Bildungsziele zusammenführen und daraus zielgruppenadäquate Unterrichtskonzepte entwickeln und umsetzen,

Bildungspläne aller Schularten, insbesondere des Bildungsplans für die Schule für Erziehungshilfe, als Arbeitsgrundlage

Bildungs- und Bewältigungsangebote

kennen die Qualitätsmerkmale guten Unterrichts als Reflexionsgrundlage für die Gestaltung von Unterricht,

Situationen sowie Unterricht für schwierige und belastete Kinder/Jugendliche kriteriengeleitet beobachten, analysieren, gestalten und reflektieren

können auf der Grundlage von förderschwerpunktbezogenen Formen und Verfahren der Unterrichtsbeobachtung und -analyse präventive und interventive Maßnahmen entwickeln, durchführen, dokumentieren und evaluieren.

Kenntnisse und Handlungsstrategien zur Krisenintervention und Konfliktbearbeitung

6.

Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

kennen Erscheinungsformen und Ausgangsbedingungen von geistiger Behinderung und tiefgreifenden Entwicklungsstörungen,

Historische, ethische, pädagogische und anthropologische Fragestellungen, Theorien und Leitideen (zum Beispiel Normalisierung, Integration/Inklusion, Empowerment)

Verständnisweisen der Sozialisations-, Lern- und Entwicklungsprozesse von geistig behinderten Menschen im Kontext gesellschaftlicher Lebensfelder

haben Kenntnisse über grundlegende forschungsbasierte Theorien und pädagogische Modelle der Bildung, Erziehung und Förderung sowie zur Kommunikation unter dem Aspekt der Teilhabe und Inklusion in unterschiedlichen Lebensphasen bei Menschen mit geistiger Behinderung,

Forschungsbereiche und Forschungsmethoden unter dem Aspekt der Bildung, Erziehung, Förderung und Kommunikation und pädagogischen Pflege. Handlungskonzepte zur Lebensbewältigung und gesellschaftlichen Teilhabe, Bedingungen für Inklusion über die Lebensspanne: Frühförderung, Kindergarten, Schule, berufliche Tätigkeit, Wohnen, Freizeit, Erwachsensein, Begleitung im Alter

haben Kenntnisse über Strukturen spezifischer Institutionen und Organisationen und Herausforderungen bildungsbiographischer Übergänge bei Menschen mit geistiger Behinderung,

Bildungsbiographische Übergänge zwischen Vorschulalter und Schule und beim Erwachsenwerden, Strukturen spezifischer Institutionen und Organisationen im Kontext Frühförderung und außerschulischer Angebote. Schul- und Bildungssystem und soziale Netzwerke, Konzepte zur persönlichen Zukunftsplanung

kennen professionsspezifische Anforderungen.

Professionsspezifische Anforderungen an Lehrkräfte für den Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung

Professioneller Umgang mit körperlicher Nähe, Begegnung und Beziehungsgestaltung

Psychologische Dimensionen

haben Kenntnisse über individuelle, familiäre, soziale und gesellschaftliche Entwicklungsbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung,

Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung unter Berücksichtigung relevanter Theorien der Entwicklung, der Wahrnehmung und Kommunikation, der Sprache, des Lernens und Denkens, des Handelns, des Verhaltens und Erlebens

wissen um die Bedeutung entwicklungs-, persönlichkeits- und sozialpsychologischer Aspekte für das Verständnis der Lebenswirklichkeit von Menschen bei Menschen mit geistiger Behinderung,

Konzepte der Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie in ihrer Bedeutung für das Verständnis der Individuation, der Handlungsmöglichkeiten, der Lebens- und Familiensituation von Menschenmit geistiger Behinderung

kennen Möglichkeiten des Verstehens und Begleitens von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen und von Menschen mit genetischen Syndromen, die häufig mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen,

Erklärungsansätze zum Verständnis der Lern-, Verhaltens- und Entwicklungsbesonderheiten von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung und mit unterschiedlichen genetischen Syndromen

kennen psychologisch begründete Konzepte der Entwicklungsförderung und Intervention, der Beratung und Konfliktbewältigung,

Psychologisch-pädagogische Grundlagen und Konzepte der Entwicklungsförderung und Intervention, der Beratung und Konfliktbewältigung

wissen um Bedingungen von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Erkrankungen bei Menschen bei Menschen mit geistiger Behinderung.

Konzepte zum Verständnis und zum Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten in ihrem jeweiligen Kontext (Genese, Diagnostik, Intervention)

Diagnostische Dimension

haben Kenntnisse über die zentralen Aufgaben sonderpädagogischer Diagnostik sowie Kompetenzen im Bereich der lernprozessbegleitenden Diagnostik, der individuellen Förderplanung, der Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs und der Diagnostik von Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung,

Diagnostik des sonderpädagogischen Förderbedarfs, von Entwicklungsverzögerungen und sozial-emotionaler Entwicklung, Diagnostische Grundlagen individueller Erziehungsplanung und persönlicher Zukunftsplanung

kennen standardisierte und nichtstandardisierte diagnostische Erhebungsmethoden, deren Adaptionsmöglichkeiten im Kontext einer geistigen Behinderung sowie unterschiedliche diagnostische Modellvorstellungen,

Unterschiedliche diagnostische Verfahren, unter anderem psychologisch-pädagogische Beobachtungs- und standardisierte Testverfahren, formale und informale Methoden sowie deren Anwendungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit einer Kind-Umfeld-Analyse

kennen Konzepte für die Kommunikationsdiagnostik bei Menschen mit geistiger Behinderung,

Verfahren für die Diagnostik von sprachlichen beziehungsweise Kommunikationsfähigkeiten

verfügen über Wissen zur adäquaten Formulierung diagnostischer Fragestellungen sowie zur theorie- und hypothesengeleiteten Planung, Durchführung, Auswertung, Interpretation und Dokumentation förderdiagnostischer Prozesse,

Entwicklung von diagnostischen Fragestellungen für Menschen mit geistiger Behinderung, deren Operationalisierung, die Durchführung diagnostischer Untersuchungen, deren Auswertung und Interpretation sowie die Formulierung daraus abgeleiteter pädagogischer Perspektiven

Auswertung, Interpretation und Kommunikation von diagnostischen Ergebnissen, Ableitung von Förderzielen und Interventionen einschließlich deren Evaluation

haben Kenntnisse über diagnostische Gutachten und die Fähigkeit, diese zu erstellen.

schriftliche Darstellung diagnostischer Erhebungen, Ergebnisse und Schlussfolgerungen in Form eines diagnostischen Gutachtens

Didaktische Dimension

kennen didaktische Theorien und Konzepte im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung,

Didaktische Theorien und pädagogische Konzepte sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit geistiger und mit schwerer Behinderung

kennen fachdidaktische Grundlagen zu den zentralen Dimensionen der Bildungsplanbereiche,

Fachdidaktische Grundlagen der Bildungsplanbereiche Sprache-Deutsch; Mathematik; Natur, Umwelt, Technik; Musik, Bildende und Darstellende Kunst; Bewegung; Mensch in der Gesellschaft; Selbständige Lebensführung; Religionslehre; Vorbereitung auf das nachschulische Leben

haben Kenntnisse über Lehr- und Lernprozesse und deren planerische Anwendung auf der Basis bildungstheoretischer, fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Grundlagen sowie unter Berücksichtigung von Behinderung, Benachteiligung und Heterogenität,

Verständnisweisen von Bildung; Theorien und Modelle zur Analyse von Lehr- und Lernprozessen; Theorien und Konzepte zu individuellen Lern- und Entwicklungsbedingungen sowie Aneignungsmöglichkeiten

Reflektierte Nutzung von Methoden, Medien und Hilfsmitteln, Differenzierungs- und Sozialformen

kennen fachrichtungsspezifische und diagnostische Grundlagen und deren Anwendungsbezug (Förderpläne),

kennen Möglichkeiten individueller Leistungsbeurteilung und -rückmeldung,

Konzepte zur Erstellung von Förderplänen; Individuelle Förderung und Lernvoraussetzungen

Individuelle Leistungsbeurteilung und individuelles Feedback bei Kindern und Jugendlichen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

wissen um Möglichkeiten, Beobachtungen, Erfahrungen und Fähigkeiten mit Ergebnissen der Bildungs-, Unterrichts- und Lehr-Lernforschung in Bezug zu setzen und zu reflektieren,

Theoriegeleitete Unterrichtsplanung und -reflexion; kritische Auseinandersetzung mit Forschungsstudien und deren empirischen Befunden

kennen Konzepte zur Kooperation und zum gemeinsamen Unterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung.

Konzepte zur Kooperation (Teamteaching, Kompetenztransfer, Beratung) und zur Planung, Durchführung und Analyse von gemeinsamem Unterricht in Gruppen mit ausgeprägter Heterogenität

7.

Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

kennen grundlegende Begriffe und Theorien im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung,

können körperliche Strukturen und Funktionen und deren Beeinträchtigung in ihren Aus- und Wechselwirkungen auf Aktivitäts- und gesellschaftliche Teilhabeprozesse unter Berücksichtigung von Kontextfaktoren beziehen,

kennen die Bedeutung des Körpers und der Motorik für Bildungsprozesse und können diese in die pädagogische Praxis integrieren,

erkennen die Bedeutung von chronischen und progredienten Erkrankungen sowie schweren Behinderungen für Bildungs- und Entwicklungsprozesse sowie Möglichkeiten der Partizipation und können pädagogische Handlungskonzepte darauf abstimmen,

Grundfragen der Körperbehindertenpädagogik (Personenkreis, Theorien und Begrifflichkeiten)

Auswirkungen von körperlichen Beeinträchtigungen auf Lernen und Entwicklung

Beeinträchtigungen körperlicher Funktionen und Strukturen, Entwicklungserschwernisse, Einschränkungen und Realisierungsmöglichkeiten von Aktivitäten und Partizipation

Pädagogische Fragestellungen bei schwerer Behinderung

Aktuelle Entwicklungstheorien in ihrer Relevanz für Bildung und Entwicklung von Schülerinnen und Schülern mit einer Körperbehinderung

Pädagogische Fragestellungen im Kontext schwerer Behinderung und progredienter Erkrankungen (Schmerzerfahrungen, Tod und Sterben, Ausdruckserschwernisse)

kennen (sonder)pädagogische, medizinische, therapeutische und pflegerische Grundlagen und Konzepte in ihrer Bedeutung für Bildungsprozesse und können deren Einsatzmöglichkeiten diagnosegeleitet einschätzen und anwendungsbezogen reflektieren,

können Bezüge zu Theorien und Ansätzen aus Nachbardisziplinen herstellen und ihre Relevanz für Bildung und Teilhabe unter den erschwerten Bedingungen einer körperlichen oder motorischen Beeinträchtigung reflektieren,

können Prozesse der Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion unter der erschwerten Bedingung einer körperlichen und motorischen Beeinträchtigung reflektieren und unterstützen,

Pflege in ihrer Relevanz für unterschiedliche Schülergruppen

Kommunikation und Unterstützte Kommunikation

Konzepte zur Bewegungsförderung und Bewegungserleichterung

Therapiekonzepte in ihrer Relevanz für Schülerinnen und Schüler mit einer motorischen Beeinträchtigung

Konzepte und Theorien im Kontext Selbstbestimmung und Teilhabe

Leben mit Assistenz

Analyse und Bewältigungsformen physischer und sozialer Barrieren

können ethische Fragestellungen im Kontext körperlicher Beeinträchtigungen sowie chronischer und progredienter Erkrankungen verstehen, diskutieren und berücksichtigen,

Ethische Fragestellungen wie Pränataldiagnostik, Transplantationen, Lebensende, Lebensqualität

wissen um Merkmale, Möglichkeiten und Wirkungen der pädagogischen Beziehung im Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung,

Lernen in Beziehung als Grundlage pädagogischen Handelns

Leben zwischen Abhängigkeit und Autonomie

können die eigene Berufswahlentscheidung reflektieren,

Auseinandersetzung mit biographischen und autobiographischen Zeugnissen

entwickeln ein Verständnis von der eigenen sonderpädagogischen Aufgabe und können die eigenen Rollen in unterschiedlichen Berufsfeldern reflektieren,

Aufgabenfelder in unterschiedlichen Settings (zum Beispiel Unterrichten, Beraten)

verstehen die besondere Lebenssituation von Eltern körperbehinderter Kinder und berücksichtigen sie in ihrem Handeln,

Kooperationsinhalte und -formen mit Eltern in verschiedenen Kontexten

wissen um Bedeutung, Formen und Inhalte der Kooperation mit Eltern,

kennen Unterstützungssysteme für Menschen mit einer motorischen oder körperlichen Beeinträchtigung und deren Angehörige und wissen um entsprechende Netzwerkaufgaben.

Unterstützungssysteme in Übergangsprozessen und in verschiedenen Lebensphasen

Selbsthilfeverbände und Peer Counseling

Psychologische Dimensionen

verfügen über ein breites Grundwissen zu Theorien, Modellen und empirischen Befunden der sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung im Kontext einer körperlichen Schädigung,

Biopsychologische Entwicklungsmodelle

Entwicklung und mögliche Belastungen der frühen Eltern-Kind-Beziehung; Entwicklung körperbehinderter Kinder im familiären Kontext

kennen mögliche Ursachen und Zusammenhänge eines spezifischen Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens von körperbehinderten Schülerinnen und Schülern und können notwendige Konsequenzen für Bildungsprozesse ableiten,

Besonderheiten der kognitiven und neuropsychologischen Entwicklung bei unterschiedlichen Schädigungsformen

Besonderheiten der emotionalen Entwicklung

Entstehung und Formen psychischer Störungen bei körperbehinderten Kindern

Stress und Bewältigung im Lebenslauf

kennen sozialpsychologische Konzepte bezüglich der Einstellung und des Verhaltens gegenüber körperbehinderten Menschen,

Einstellungen und Verhalten relevanter sozialer Bezugsgruppen gegenüber körperbehinderten Menschen

wissen um die psychologischen Aspekte chronischer und progredienter Erkrankungen und kennen deren Bedeutung für die Entwicklung pädagogisch-psychologischer Handlungsmöglichkeiten bei begrenzter Lebenserwartung und Tod,

Psychologische Belastungsfaktoren, Bewältigungsprozesse und Lebensqualität bei chronischen und progredienten Erkrankungen

Pädagogisch-psychologische Begleitung bei chronischer und progredienter Erkrankung

kennen Modelle der Kommunikation und Gesprächsführung und reflektieren und entwickeln auf deren Hintergrund ihr professionelles Kommunikationsverhalten,

Grundlagen und Praxis der Gesprächsführung und Beratung in unterschiedlichen Kontexten

kennen Risikofaktoren der kindlichen Entwicklung und entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

Kindeswohlgefährdung (Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, sexueller Missbrauch)

Besondere Gefährdungen bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderungen

Traumatisierung und ihre Folgen

Kooperation Schule und Jugendhilfe

Diagnostische Dimension

können diagnostische Prozesse in der Körperbehindertenpädagogik individualisiert, und fachlich fundiert planen, durchführen und dokumentieren sowie geeignete Bildungsmaßnahmen ableiten und kommunizieren,

kennen Methoden zur Diagnostik kognitiver Lernvoraussetzungen und schulischer Leistungen sowie zur Beurteilung der motorischen, sozialen und emotionalen Entwicklung und können deren Eignung für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderungen bewerten,

verfügen über Grundlagenwissen der Testtheorie und können die Gütekriterien der eingesetzten diagnostischen Verfahren bewerten,

berücksichtigen in diagnostischen Prozessen die Individualität des Kindes oder Jugendlichen mit motorischer Beeinträchtigung sowie sein soziales und pädagogisches Umfeld (Kind-Umfeld-Analyse) einschließlich seiner Möglichkeiten zur Teilhabe.

Diagnostische Methoden in der Körperbehindertenpädagogik (Anamnese, Exploration, Beobachtung, standardisierte diagnostische Verfahren)

Grundlagen der Testtheorie (Gütekriterien, Skalierung)

Kenntnis, Beurteilung und Anwendung diagnostischer Verfahren zur Erfassung des individuellen Entwicklungsverlaufs im Rahmen einer Person-Umfeld-Analyse sowie Analyse unterrichtlicher Lernprozesse

Adaptionen testdiagnostischer Verfahren zur Sicherung der Testfairness bei körperbehinderten Kindern

Durchführung und Dokumentation diagnostischer Beurteilungsprozesse als Grundlage zur Planung von Fördermaßnahmen, Gutachtenerstellung

Didaktische Dimension

kennen Konzepte der Didaktik und Methodik des Unterrichts mit motorisch beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern und können diese auf verschiedene Lernorte und Lerngruppen adaptieren,

kennen Konzepte zur Gestaltung von Bildungsprozessen im Hinblick auf Schülerinnen und Schülern mit schwerer Behinderung, können diese kritisch reflektieren und ausgewählte Konzepte anwenden,

können besondere Lern- und Entwicklungsbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit chronischen und progredienten Erkrankungen einschätzen und Angebote zur Auseinandersetzung und Begleitung im Umgang mit Tod und Sterben gestalten,

können fachdidaktische Konzepte im Hinblick auf die individuelle Lebenswirklichkeit, die Lernausgangslage und Bildungsbedürfnisse, sowie persönlichen Interessen der einzelnen Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der Bildungspläne wissenschaftlich begründet einschätzen und ausgewählte Konzepte anwenden,

kennen Konzepte und Einsatzmöglichkeiten der integrierten Bewegungs- und Kommunikationsförderung im Unterricht,

Allgemeine und fachdidaktische Konzepte sowie mögliche Anpassungen von Unterricht bei motorisch beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern

Schriftspracherwerb unter erschwerten Bedingungen

Erwerb mathematischer Kompetenzen unter erschwerten Bedingungen

Theorien und Konzepte zum Umgang und Auseinandersetzung mit der motorischen Beeinträchtigung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht

Bildungsprozesse bei schwerer Behinderung

Konzepte und Formen des Unterrichts bei Schülerinnen und Schülern mit chronischen und progredienten Erkrankungen

Theoriegeleitete Unterrichtsplanung für unterschiedliche Schülergruppen in differenzierten Bildungsgängen

Modifikation und Erweiterung fachdidaktischer Konzepte

Spezifische Beobachtungverfahren

Mobilitätstraining, Selbsterfahrung und Vermittlungskompetenz

Ansätze zur Bewegungserleichterung und -förderung

Unterstützte Kommunikation im Unterricht

Reflektierter Einsatz von Medien und Hilfsmitteln

kennen Organisationsformen und Unterrichtskonzepte inklusiver Bildungsangebote und der Schule für Köperbehinderte,

wissen um die Notwendigkeit der Teamarbeit und kennen Gelingensfaktoren,

kennen Hilfsmittel und assistive Technologien und wissen um Einsatz- und Implementierungsmöglichkeiten in den pädagogischen Alltag,

kennen mögliche besondere Erschwernisse im Erwerb der schriftsprachlichen und mathematischen Kompetenzen und können Methoden und Konzepte aus der Grundschulpädagogik adressatenbezogen anpassen und ergänzen,

Planung und Evaluation von Unterricht in heterogenen Lerngruppen

Gestaltung von Nachteilsausgleichen

Möglichkeiten und Herausforderungen der Teamarbeit, Kooperation zwischen verschiedenen Professionen

Relevante Hilfsmittel, Medien und assistive Technologien und deren Einsatz- und Implementierungsmöglichkeiten

Sprach- und Sprechstörungen bei motorischer Beeinträchtigung

Schriftspracherwerb und Erwerb mathematischer Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern mit cerebralen Bewegungsstörungen und Mehrfachbehinderungen

Möglichkeiten der unterrichtsimmanenten prozessorientierten Diagnostik

kennen Konzepte der Vorbereitung auf die nachschulische Lebenssituation in allen relevanten Lebensbereichen.

Konzepte zur Vorbereitung auf nachschulisches Leben (Partnerschaft, Familie, Wohnen, Beruf)

8.

Förderschwerpunkt Lernen bei Blindheit und Sehbehinderung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimensionen

kennen Grundlagen der Erziehung und Bildung blinder und sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener einschließlich historischer Aspekte,

Geschichte der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik

Auswirkungen verschiedener Augenerkrankungen auf Bildungs- und Lernprozesse

Konzepte, Methoden und Maßnahmen der schulischen Förderung blinder und sehbehinderter Menschen

Institutionen und Organisationsformen der Bildung und Selbsthilfe blinder und sehbehinderter Menschen

kennen Systeme und Strukturen inklusiver Bildungs- und Beschulungsformen blinder und sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener,

Modelle und Konzepte der Inklusion blinder und sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener

Blinden- und sehbehindertenspezifische Empfehlungen und Bildungspläne und deren allgemeinpädagogische Bezüge.

wissen um den spezifischen Unterstützungsbedarf blinder und sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener in vor-, nach- und außerschulischen Kontexten,

Konzepte, Methoden und Maßnahmen der frühen Förderung, der berufsvorbereitenden und der beruflichen Bildung blinder und sehbehinderter Menschen

kennen Möglichkeiten der beruflichen Bildung für blinde und sehbehinderte Jugendliche und Erwachsene,

Berufe, Ausbildungs- und Unterstützungssysteme für blinde und sehbehinderte Menschen

wissen um die Komplexität von Blindheit und Sehbehinderung im Kontext zusätzlicher Beeinträchtigungen,

Grundlagen und Konzepte der Pädagogik bei Blindheit und Sehbehinderung im Kontext mehrfacher Behinderung sowie bei Cerebral Visual Impairment

kennen blinden- und sehbehindertenspezifische Förderkonzepte und Maßnahmen.

Förderkonzepte und Maßnahmen: Wahrnehmungsförderung, Low Vision, Begriffsbildung, Bewegungsförderung, Orientierung und Mobilität, Lebenspraktische Fähigkeiten, Soziales Lernen

Psychologische Dimensionen

kennen Theorien, Modelle und Forschungsstand psychologischer Teildisziplinen im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung,

Entwicklungsverläufe und -besonderheiten bei blinden und sehbehinderten Menschen über die Lebensspanne

Wahrnehmungspsychologische Besonderheiten blinder und sehbehinderter Menschen (insbesondere visuelle Wahrnehmungsstörungen und Raumwahrnehmung)

Sozialpsychologische und motivationspsychologische Aspekte im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

Interventionskonzepte im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

verfügen über grundlegende Kenntnisse des empirischen Arbeitens und können diese auf psychologische Forschungsaufgaben und Fragestellungen im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung anwenden.

nationale und internationale empirische Arbeiten im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

Diagnostische Dimension

verfügen über grundlegende Kenntnisse der psychologisch-pädagogischen Diagnostik im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung,

Testtheorie und ihre Bedeutung für die Individualdiagnostik im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

Grundlagen der Bedingungsanalyse bei diagnostischen Fragestellungen im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

kennen Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes psychologisch-pädagogischer Beobachtungs- und Testverfahren sowie deren Adaptionsmöglichkeiten im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung.

können das funktionale Sehvermögen ermitteln und beurteilen,

Blinden- und sehbehindertenspezifische Beobachtungs- und Testverfahren

nichtspezifische Beobachtungs- und Testverfahren und deren Adaptionsmöglichkeiten

kennen Konzepte der individuellen Förderplanung für blinde und sehbehinderte Menschen,

Psychologisch-pädagogische Interventionskonzepte im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

können eine diagnostische Fragestellung entwickeln, im Hinblick auf blinde und sehbehinderte Menschen adäquat operationalisieren, die erhobenen Daten auswerten und interpretieren sowie daraus individuelle Maßnahmen ableiten,

können diagnostische Gutachten erstellen und interpretieren.

Diagnostische Fragestellungen und deren Operationalisierung im Kontext von Blindheit und Sehbehinderung

Auswertung der erhobenen Daten, Interpretation und Ableitung von Fördermaßnahmen

schriftliche Darstellung des diagnostischen Prozesses in Form eines diagnostischen Gutachtens

Didaktische Dimension

kennen blinden- und sehbehindertenspezifische didaktische Modelle und können diese auf inklusive Kontexte übertragen,

Historische Entwicklung und aktuelle Ausgestaltung einer blinden- und sehbehindertenspezifischen Didaktik

Unterstützung und Beratung in inklusiven Kontexten

können die Lernausgangslage blinder und sehbehinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener ermitteln,

Verfahren zur Bestimmung des funktionalen Sehvermögens

Möglichkeiten zur Bestimmung von Tastverhalten, Arbeitstechniken

kennen die spezifischen didaktischen Notwendigkeiten für den Unterricht mit blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern,

Blinden- und sehbehindertenspezifische Umsetzung von didaktischen Konzepten und Inhalten der Unterrichtsfächer (insbesondere Schriftspracherwerb, mathematisches und naturwissenschaftliches Lernen, Bewegungserziehung)

können Förderkonzepte für blinde und sehbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene reflektieren und anwenden,

Planung, Realisierung und Reflexion blinden- und sehbehindertenspezifischer Maßnahmen

kennen Möglichkeiten, Bildungsprozesse für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei zu gestalten.

Anpassung und Einführung von blinden- und sehbehindertenspezifischen Lehr- und Hilfsmitteln auch unter Berücksichtigung mehrfacher Beeinträchtigung

barrierefreie Raumgestaltung

Grundsätze, Methoden und Möglichkeiten zur Herstellung und Bewertung blinden- und sehbehindertenspezifischer Lehrmittel

Blinden- und sehbehindertenspezifische Informationstechnologie und Kommunikationshilfen

9.

Förderschwerpunkt Hören

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Pädagogische Dimension

kennen Grundlagen der Erziehung und Bildung hörgeschädigter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener einschließlich historischer Aspekte,

Geschichte der Hörgeschädigtenpädagogik

Auswirkungen verschiedener Hörschädigungen auf Bildungs- und Lernprozesse

Methoden und Maßnahmen der schulischen Förderung hörgeschädigter Menschen

Institutionen und Organisationsformen der Bildung und Selbsthilfe hörgeschädigter Menschen

kennen Erscheinungsformen und Entstehungsbedingungen peripherer und zentraler Beeinträchtigungen des Hörens und wissen, wie diese sich auf Entwicklungs- und Lernprozesse auswirken können,

Medizinische, soziologische und linguistische Konzepte von peripheren und zentralen Hörschädigungen

Lern- und Sprachentwicklung (in Laut-, Schrift- und Gebärdensprache) bei Kindern mit einer Hörschädigung

wissen um das Zusammenspiel von Hörschädigungen und anderen Heterogenitätsdimensionen in Entwicklungs- und Lernprozessen,

Heterogenitätsdimensionen (zum Beispiel Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, zusätzliche Beeinträchtigungen) in der Gruppe von Menschen mit einer Hörschädigung

kennen verschiedene Konzepte der Frühförderung sowie Unterrichts- und Förderkonzepte für Kinder mit einer Hörschädigung,

Sprachliche und methodische Konzepte der vorschulischen und schulischen Arbeit bei einem Förderbedarf Hören (unter anderem hörgerichtet, bilingual)

Bildungssystem und Bildungsprozesse für Menschen mit einer Hörschädigung auf allen Ebenen (insbesondere im Kontext von Inklusion)

kennen die Lebens- und Erlebensdimensionen von Menschen mit einer Hörschädigung über die Lebensspanne, unter anderem in Bezug auf den Besuch verschiedener Bildungseinrichtungen und die Teilhabe an der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft sowie an der Mehrheitsgesellschaft,

Soziale, rechtliche und kulturelle Besonderheiten der Gemeinschaft gehörloser, schwerhöriger und gebärdensprachlicher Menschen, inklusive Lebensentwürfe und Lebenswege

vermögen ihre eigene Rolle im Bildungsprozess Hörgeschädigter zu reflektieren und erfüllen die persönlichen, professionellen und kommunikativen Voraussetzungen, die nötig sind, um mit Menschen mit einer Hörschädigung pädagogisch zu arbeiten,

Professionelles Selbstverständnis als Lehrkraft für Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung

Grundlagen in Deutscher Gebärdensprache, gebärdensprachlichen und manuellen Kommunikationssystemen

wissen um die zentrale Bedeutung von Beratung und Kooperation in der Bildungsarbeit bei Menschen mit einer Hörschädigung und können entsprechende dialogische Prozesse aller daran Beteiligten initiieren und anleiten.

Konzepte der Elternberatung, Teamarbeit und Kooperation in Bezug auf Menschen mit einer Hörschädigung

Psychologische Dimension

kennen verschiedene psychologische Theorien der Entwicklung und können diese in ihrer Bedeutsamkeit für Menschen mit einer Hörschädigung reflektieren,

Grundlagen psychologischer Entwicklungsprozesse im Kontext von Hörschädigung in ihrer Bedeutung für (inklusive) Bildungsangebote

kennen mögliche Risiken, Gefährdungen und daraus resultierende Benachteiligungen der psychosozialen Entwicklung im Zusammenhang mit einer Hörschädigung,

Sozial-emotionale, kognitive und kommunikative Besonderheiten von Kindern mit einer Hörschädigung

können spezifische Präventions- und Interventionsmaßnahmen diskutieren und reflektieren,

Kompetenz- und ressourcenorientierte psychosoziale Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung

kennen Kriterien für das Gelingen von Beratungs- und Begleitprozessen bei Menschen mit einer Hörschädigung in unterschiedlichen Handlungsfeldern,

Modelle von Copingprozessen im Kontext von Hörschädigung

Gestaltung kompetenzorientierter Beratungsprozesse mit Menschen mit einer Hörschädigung und ihren Bezugspersonen

Spezielle Beratungskonstellationen (Migrationshintergrund, mehrfachbehinderte Kinder, soziale Randständigkeit, gehörlose Eltern)

können die Lebenswirklichkeiten erwachsener Menschen mit einer Hörschädigung für die Gestaltung von Bildungsprozessen reflektieren,

Lebenssituation erwachsener Hörgeschädigter

Gehörlosenkultur und Deaf Studies

Psychische Gesundheit von Menschen mit einer Hörschädigung und psychosoziale Unterstützungssysteme

Relevanz für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung (Empowerment, Resilienz, Ressourcenorientierung)

kennen wissenschaftliche Forschungsmethoden und können sie bei hörgeschädigtenspezifischen Fragestellungen anwenden (rezeptiv und aktiv).

Aktuelle Studien zu Fragen der Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Hörschädigung

Diagnostische Dimension

verfügen über fundierte Grundlagen diagnostischen Handelns und sind in der Lage, einen diagnostischen Prozess für Menschen mit einer Hörschädigung kooperativ zu gestalten, zu evaluieren (Kind-Umfeld-Diagnose) sowie hörgeschädigtenspezifische Förderempfehlungen abzuleiten,

Strategien und Methoden diagnostischen Handelns

Eigenständige Planung, Durchführung, Auswertung, Evaluation einer diagnostischen Fragestellung bei einem Kind mit einer Hörschädigung (Gutachtenerstellung)

Ermitteln des sonderpädagogischen Förderbedarfs

Entwicklung theoriegeleiteter Förderkonzepte

Teilleistungsstörungen und -kompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung

Standardisierte und informelle Testverfahren und ihre Problematik im Hinblick auf den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung

Wissen um die Besonderheiten bei der diagnostischen Untersuchung hörgeschädigter Kinder und Jugendlicher

können die Hörfähigkeit von Menschen mit einer Hörschädigung ermitteln und beurteilen,

Erfassen des peripheren Hörstatus (zum Beispiel Berechnung des mittleren Hörverlusts, Hörverstehen für Sprache)

Beurteilung der Hörentwicklung

Aussagen zur Hörfähigkeit, die mit Hörhilfen erreicht wird

Aussagen zur auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung

kennen verschiedene diagnostische Verfahren zur Klärung spezifischer Fragestellungen, insbesondere aus den Bereichen des Hörens, der Sprache, und des Lernens und sind in der Lage diese anzuwenden.

Standardisierte Verfahren der Ton- und Sprachaudiometrie

Informelle Verfahren der Hörprüfung, Formelle und informelle Verfahren der Sprachentwicklungsdiagnostik

Didaktische Dimension

kennen grundlegende historische und aktuelle Konzepte des Lehrens und Lernens sowie des Erwerbs und Gebrauchs der Laut-, Schrift- und Gebärdensprache von Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung,

Historische und aktuelle didaktische Konzepte der Hörgeschädigtenpädagogik

können auf dieser Grundlage Unterricht und Förderung planen, durchführen und analysieren, die in Lerngruppen stattfinden, in denen unter anderem Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung und gegebenenfalls weiteren Heterogenitätsdimensionen beschult werden,

Didaktische Analyse, Gestaltung, Förderung und Evaluation von individuellen Lern- und Sprachentwicklungsprozessen (in Laut-, Schrift- und Gebärdensprache)

Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht mit Menschen mit Hörschädigung im Kontext von Inklusion und Förderschule unter Berücksichtigung heterogener Lerngruppen

Reflektierter Medieneinsatz (zum Beispiel audiopädagogisch, gebärdensprachlich) bei Kindern und Jugendlichen mit einer Hörschädigung

wissen um die zentrale Bedeutung des reflektierten Einsatzes von Sprache und können Unterrichts- und Förderkonzepte den individuellen (unter anderem kommunikativen und sprachlichen) Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung anpassen, sowie Lernfortschritte angemessen bewerten und rückmelden,

Gut gegliederte, akzentuierte, hörförderliche Lehrersprache (Teacherese)

Didaktik der Deutschen Gebärdensprache und der methodische Einsatz weiterer manueller Kommunikationsmittel

kennen allgemeine und spezifische didaktische Konzepte zur Förderung sprachlicher, mathematischer, naturwissenschaftlicher und anderer bildungsrelevanter Kompetenzen und können diese den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung entsprechend umsetzen,

sprachliche, mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung bei Menschen mit einer Hörschädigung

sind in der Lage, Konzepte der Unterstützung der Lebensgestaltung mit Menschen mit einer Hörschädigung, unter anderem in Hinblick auf berufsvorbereitende Maßnahmen, umzusetzen, die sich an deren individuellen (unter anderem kommunikativen und sprachlichen) Ressourcen orientieren,

Modelle der Berufsvorbereitung und beruflichen Eingliederung bei Menschen mit einer Hörschädigung

kennen Aufbau, Technologie, Funktion und Einsatzmöglichkeiten von elektroakustischen Hörsystemen sowie die Verfahren der Pädagogischen Audiologie,

Aufbau, Technologie, Funktion und Einsatzmöglichkeiten von elektroakustischen Hörsystemen

Methoden der Pädagogischen Audiologie und Arbeitsweise der pädagogisch-audiologischen Beratungsstellen

können die Hörtechnik überprüfen und ihre Effizienz im Rahmen konkreter Lernsituationen beurteilen.

Technische Hörhilfen sowie Zusatztechnik und akustische Rahmenbedingungen

10.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Frühförderung sowie frühkindliche Bildung und Erziehung von Kindern mit Behinderung

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

kennen pädagogische Konzepte und Organisationsformen früher Bildungsprozesse bei unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen,

Historische Entwicklung und aktuelle Konzeptionen und Organisationsformen früher Hilfen und sonderpädagogischer Frühförderung

kennen die sozialrechtlichen Grundlagen und weitere gesetzliche Rahmenbedingungen der Hilfen für Eltern von Kindern mit einer Behinderung,

Sozialrechtliche Grundlagen und gesetzliche Rahmenbedingungen früher Hilfen bei Behinderungen oder Entwicklungsgefährdungen von Kindern

kennen unterschiedliche Formen von Gefährdungen und Störungen der Entwicklung im frühen Kindesalter

kennen Risiken und protektive Faktoren für die frühe kindliche Entwicklung,

Entwicklung und Sozialisation im frühen Kindesalter, Besonderheiten der Entwicklung von Kindern mit kognitiven, sprachlichen, sozial-emotionalen, körperlichen Beeinträchtigungen und Sinnesbehinderungen

Psychosoziale und biologische Risiken und protektive Faktoren

kennen technische, medizinische und weitere Hilfen für Kinder mit Behinderungen im Alter von 0 bis 6, vermögen Möglichkeiten der Integration in die Alltagsumwelt einzelfallbezogen zu reflektieren, einzuschätzen und dahingehend zu beraten,

Hilfsmittelversorgung, Unterstützte Kommunikation

Spezifische Handlungsstrategien sowie medizinisch-therapeutische und pädagogisch-psychologische Konzepte und Methoden der Frühförderung

kennen Konzepte und Methoden zur Gestaltung von Bildungsprozessen bei Kindern mit unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen,

kennen Anregungs- und Lernarrangements für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen und können diese anwendungsbezogen reflektieren,

wissen im Rahmen frühkindlicher Bildungsprozesse um die Bedeutung einer theorie-, hypothesen- und dialoggeleiteten diagnostischen Vorgehensweise,

kennen diagnostische Instrumente zur Erfassung der Aktivitäten und Teilhabe eines Kindes,

wissen um Prozesse der frühen Eltern-Kind-Interaktion und Einflüsse der Familiendynamik auf die kindliche Entwicklung, können diese Kontextfaktoren einzelfallbezogen analysieren, einschätzen, teilhabeorientierte Bildungsangebote ableiten und anwendungsbezogen reflektieren,

Gestaltung von entwicklungsförderlichen Lernumwelten unter Berücksichtigung der Bedeutung der Interaktionserfahrungen mit relevanten Bezugspersonen

Grundlagen interdisziplinärer, Ressourcen- und Teilhabeorientierter Diagnostik

Besonderheiten der Diagnostik in der frühen Kindheit

Beobachtungen und Einschätzungen von Interaktionen und ihre Bedeutung für die Kompetenzentwicklung

Prozesse der Diagnoseverarbeitung und Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Interaktion

Psychologische Aspekte der Diagnosemitteilung

wissen um Möglichkeiten der Unterstützung von Familienmitgliedern bei der Bewältigung von Belastungen, die sich aus der Beeinträchtigung oder Behinderung eines Kindes ergeben.

Grundlagen der entwicklungspsychologischen Beratung

Zusammenarbeit mit Eltern

Unterstützung von Familien bei der Bewältigung von Belastungen

Anwendungsmöglichkeiten des systemischen Ansatzes

11.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Sonderpädagogischer Dienst/Kooperation/Inklusive Bildungsangebote

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

kennen Verfahren und Möglichkeiten um unter unterschiedlichen institutionellen Bedingungen geeignete pädagogische Maßnahmen sowie Förder- und gegebenenfalls Therapiemaßnahmen zu entwickeln,

können in interdisziplinärer und institutionsübergreifender Kooperation die Ziele pädagogischen Handelns, die notwendigen Handlungsschritte einschließlich der personellen und materiellen Ressourcen bestimmen sowie Erfolgskriterien und Zeitpunkte der Evaluation festlegen,

können ihre Grundhaltungen beziehungsweise Handlungsmaximen reflektieren,

kennen Konzepte für die Beratung der am Bildungsprozess Beteiligten, insbesondere unter Berücksichtigung von Behinderung und Benachteiligung,

kennen für die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern die erforderlichen medizinischen, pflegebezogenen, psychologischen und rechtlichen Grundlagen,

kennen Konzepte der organisatorischen, unterrichtlichen und pädagogisch-konzeptionellen Weiterentwicklung der Institution Schule,

kennen Konzepte der Kooperation in der vor-, außer- beziehungsweise nachschulischen Förderung und Entwicklungsbegleitung unter Berücksichtigung von Integration und Inklusion,

kennen die Beteiligungsmöglichkeiten von Akteuren außerschulischer Lern- und Lebenswelten und wissen um die Bedeutung der Familie für die Entwicklung und Förderung,

wissen um Möglichkeiten der Erweiterung der Teilhabe insbesondere bei Behinderung und Benachteiligung.

Strukturen, Grundlagen der Bildungs- und Unterstützungsangebote bei Benachteiligung und Behinderung

Schul- und sozialrechtliche Grundlagen gemeinsamer Beschulung und inklusiver Bildungsangebote

Geschichte integrativer und inklusiver Beschulung

Organisationsformen und didaktische Konzeptionen gemeinsamen Unterrichts und inklusiver Bildungsangebote

Verfahren zur Analyse individueller Lernbiografien: Lernstandsanalysen, Beobachtungsverfahren, biografische Arbeit, standardisierte und normierte Verfahren

Einsatz technischer und medizinischer Hilfsmittel

Fallanalysen: Begründung und Ableitung pädagogischer Interventionen

Netzwerkarbeit und außerschulische Unterstützungsmaßnahmen

Übergangsmanagement

Organisations- und systembezogene Kenntnisse

Schulentwicklung im Fokus von Kooperation und Inklusion

Qualitätssicherung individueller Förderung

Evaluation schulischer Förderbedingungen

Interdisziplinäre Kooperation und Teamarbeit in inklusiven Kontexten

Formen der Kooperation mit Eltern

Grundlagen, Methoden und Konzepte von Beratungen

Kommunikationstheorien

Teilhabe- und Aktivitätsoptionen

Formen von Behinderung und Benachteiligungen sowie Entwicklungsbedingungen und -risiken

12.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Ausbildung, Erwerbsarbeit und Leben

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Berufsvorbereitung, Ausbildung und Erwerbsarbeit

kennen lebensweltspezifische Anforderungen der Bewältigung des Übergangs von der Jugend ins Erwachsenenalter und von der Schule in Ausbildung und Arbeit,

verfügen über Kenntnisse der grundlegenden Anforderungen in der Ausbildung und der Arbeitswelt,

verfügen über Kenntnisse des Systems beruflicher Vorbereitung, Ausbildung und Förderung,

wissen bei der beruflichen Orientierung von Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf um die Aufgaben der Schule,

kennen bestehende nachschulische Netzwerke und können dadurch die Teilhabe an nachschulischen institutionellen und informellen Bildungsprozessen vorbereiten,

können sich im Sozialgesetzbuch orientieren und kennen die Grundlagen der gesetzlichen Rahmenbedingungen sozialer und beruflicher Eingliederung.

Angebote der Jugendhilfe für sozial benachteiligte Jugendliche

Lokale und regionale Kooperationen und Netzwerke im Übergang von Schule in Ausbildung und Erwerbsarbeit

Schulische und außerschulische Institutionen, Programme und Maßnahmen der Berufsvorbereitung, Berufsausbildung und Eingliederung in Erwerbsarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen und in sozial benachteiligten Lebenslagen

Arbeitsförderung für Menschen mit Behinderung und in sozial benachteiligten Lebenslagen

Arbeitsverhältnisse und Erwerbsverläufe gering qualifizierter junger Erwachsener

Stützsysteme zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und zur Teilhabe am Arbeitsmarkt

Hilfen in institutionellen und lebensweltlichen Kontexten

Zweites, Drittes, Achtes und Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch

Erwachsenenbildung und Lebensgestaltung

kennen strukturelle, sozioökonomische und technische Grundlagen sozialer und beruflicher Inklusion und Exklusion,

kennen die Bedeutung von Milieus und Lebenswelten im Kontext von sozialer Benachteiligung,

kennen Konzepte und Modelle zu Lebenswegplanungen,

kennen Formen lebensweltorientierter pädagogischer Arbeit sowie Möglichkeiten der Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen und Benachteiligungen in Übergangs- und Umbruchsituationen und sind in der Lage, diese anwendungsbezogen zu reflektieren.

Wechselwirkung von Inklusion und Exklusion als Handlungsproblem, Leben mit und ohne Erwerbsarbeit

Milieus und Lebenswelten behinderter und sozial benachteiligter Männer und Frauen, männliche und weibliche Lebensentwürfe unter Bedingungen von Marginalisierung, Armut und prekärem Wohlstand

Sozialräumliche Kontexte des Aufwachsens in sozial benachteiligten Lebenslagen, Fallstudien, Diagnostik von Lebenslagen und Karriereverläufen

Case-Management, biographische Fallarbeit, multiperspektivische Fallarbeit, Zukunftsplanung

Theorien und Modelle der sonderpädagogischen Erwachsenenbildung

Bildungsprozesse und Bewältigungsstrategien benachteiligter junger Erwachsener

13.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Religiöse Bildung in der Sonderpädagogik

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

können Krankheit, Behinderung und Benachteiligung in individueller und gemeinschaftlicher sowie historischer und zeitgeschichtlicher Perspektive theologisch und religionspädagogisch reflektieren,

kennen für Inklusion bedeutsame religionspädagogische Ansätze in Theorie und Praxis,

Biblisch-exegetische und kirchengeschichtliche Aspekte zu Phänomenen der Behinderung sowie zu Inklusions- und Exklusionsprozessen

Definition, Konzeption und Diskurs des Behinderungs- und Krankheitsbegriffs aus theologischer Perspektive

Elementarisierung, performativer Unterricht, Symboldidaktik, Kirchenraumpädagogik und basal-perzeptives Lernen

kennen religionspädagogische Konzepte für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, verfügen über Grundkenntnisse des interkonfessionellen und interreligiösen Lernens, des fächerverbindenden Unterrichts sowie der Elternarbeit und der Schulseelsorge beziehungsweise der Schulpastoral,

Theorie und Praxis des erfahrungsorientierten Religionsunterrichts, des individualisierten und personalisierten Lernens

Konzepte ganzheitlichen Erzählens

Bedeutung der konfessionellen Identität im Religionsunterricht

Konzepte des interkonfessionellen, interreligiösen und fächerverbindenden Lernens

Grundlagen der Elternarbeit und der Schulseelsorge beziehungsweise der Schulpastoral

kennen didaktische Konzepte und Methoden in der inklusiven religiösen Bildungsarbeit und können religiöse Bildungsangebote auf Unterrichts- und Schulebene planen, umsetzen und anwendungsbezogen reflektieren,

Schritte der kompetenzorientierten Unterrichtsplanung

Gestaltung von differenzierten, individualisierten und kooperativen religiösen Bildungsprozessen

Arbeit mit Bildungsplänen

Feedback-Kultur

können Kompetenzen und Förderbedarfe von Schülerinnen und Schülern analysieren und individuelle Lern- und Entwicklungspläne für die religiöse Bildung erstellen,

Erstellung und Fortschreibung von individuellen Lern- und Entwicklungsplänen für die religiöse Bildung

Individuelle Leistungsdokumentation, -beschreibung und -messung

können unterschiedliche Lebenswelten, Milieus und soziokulturelle Umwelten von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften wahrnehmen und empathisch mit Differenzen umgehen,

Kenntnis von soziologischen Studien und Konzepten zu Lebenswelten, Milieus und Religiosität

kennen Aspekte der religiösen Entwicklung und Ausdrucksmöglichkeit von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf,

können zu Fragen der gegenwärtigen Anthropologie aus theologischer Perspektive Stellung beziehen, können mit Fragen nach Endlichkeit, Begrenzung und Behinderung des Lebens religionspädagogisch umgehen und über christliche Hoffnung Auskunft geben.

Theorien und Konzepte der religiösen Entwicklung und ihre unterrichtspraktische Relevanz

Empirische Studien zu religiösen Aspekten von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf

Fragen und Ansätze einer inklusiven, theologischen Anthropologie, Umgang mit Tod und Trauer im Horizont des Todes und der Auferstehung Jesu Christi

14.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Pädagogik bei Krankheit

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

kennen Krankheitsbilder und mögliche Auswirkungen auf den Schulbesuch und können daraus resultierende Förderbedürfnisse ableiten,

Modelle von Gesundheit und Krankheit auch vor dem Hintergrund der Resilienzforschung

Biopsychosoziale Ursachen und Hintergründe der Entstehung von Erkrankungen

Kritisch konstruktive Förderkonzepte und Förderplanung mit individueller Passung hinsichtlich der Bedürfnisse und der erkennbaren Potentiale der erkrankten beziehungsweise verunfallten Schüler

können schulische Rahmenbedingungen an medizinisch-therapeutische Erfordernisse bei Erkrankungen und Unfallfolgen anpassen und ihre schulische Relevanz einordnen,

Ansprechpartner für chronisch kranke Schüler

Inner- und außerschulische Kommunikations- und Informationsstrukturen

Zusammenarbeit mit Eltern chronisch kranker Schüler

Integration medizinischer Maßnahmen in den pädagogischen Alltag zum Beispiel Medikamentengabe

Nachteilsausgleich

kennen die Aufgaben, Organisationsformen und pädagogischen Konzepte der Schule für Kranke,

Bildungsauftrag der Schule für Kranke

Schule für Kranke als Brücke zur Normalität

Schule für Kranke als Institution in der Institution (Primat der Medizin) mit ihren gesteigerten Chancen und Grenzen

kennen die Bedeutung von pädagogischen Maßnahmen für kranke Kinder, Jugendliche,

Bedeutung von Pädagogik bei Krankheit für das kranke Kind, den kranken Jugendlichen und sein Umfeld

Therapeutisch-diagnostisches Hintergrundwissen als Basis für pädagogisches Handeln

können interdisziplinär mit den medizinisch-therapeutischen Bereichen und außerschulischen Netzwerken zusammenarbeiten,

Kooperation mit relevanten Netzwerkpartnern

Kenntnis von relevanten Unterstützungssystemen

Koordination, Beratung und Konfliktbearbeitung in interdisziplinären Kontexten

können Entwicklungsgefährdungen für Kinder und Jugendliche durch die Erkrankung bedeutsamer Bezugspersonen erkennen und einschätzen,

Kind-Umfeld-Analysen und Situationsanalysen

Auswirkungen von Erkrankung und Tod bedeutsamer Bezugspersonen auf Bildungsprozesse und kindliche Entwicklung

Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Kinder und Jugendliche

können sich in der Lehrerrolle und in ihren Wirkungen auf Beziehungs-, Bildungs- und Erziehungsprozesse reflektieren und weiterentwickeln,

Schulung und Weiterentwicklung professioneller Beziehungsgestaltung

kennen Formen der professionellen Unterstützung für die eigene Psychohygiene und die Lehrergesundheit,

Methoden der Psychohygiene

Konzepte zur Förderung der Lehrergesundheit

Kooperative Beratung, systematische und kollegiale Beratung, Intervision, Supervision, Balintgruppen

können drohende Brüche in der Kontinuität der Schulbiographie erkennen und Interventionsstrategien entwickeln,

Kenntnisse von entsprechenden Gefährdungsfaktoren

Präventions- und Interventionsmaßnamen bei drohenden Brüchen

Professionelle Gestaltung und Begleitung von Übergängen

erkennen strukturelle Erfordernisse für alternative Lernorte sowie Formen der Beschulung von kranken Kindern und Jugendlichen,

Systemkenntnisse unter besonderer Berücksichtigung zum Beispiel institutioneller, organisatorischer, räumlicher, fachlicher, konzeptioneller und personeller Strukturen

Bedeutung innerpsychischer Strukturen bei der Gestaltung pädagogischer Angebote

Hochfrequente, niederschwellige und alternative Unterrichtsangebote bis hin zu Hausunterricht

wissen um Besonderheiten im Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankung in unterschiedlichen pädagogischen Settings,

Didaktische Konzeptionen zur Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen für erkrankte und verunfallte Kinder und Jugendliche

Relevante Lehr- und Lerntheorien unter besonderer Berücksichtigung der Emotionen

Relevanz pädagogischer Beziehungen für Lernprozesse (Umgang mit bedeutsamen Menschen, den Dingen und sich selbst)

Existentielle Themen (zum Beispiel Umgang mit Tod, Verlusterlebnissen und Trauer, Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen)

Bedeutung der Bewältigung von Krankheit und Krankheitsfolgen für Bildungsprozesse

Schulentwicklung

kennen gesetzliche Rahmenbedingungen für die Beschulung chronisch kranker Schülerinnen und Schüler,

können pädagogische und ethische Fragestellungen bei schwerer Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung reflektieren und wissen um die Bedeutsamkeit der Lehrerrolle und des sonderpädagogischen Handelns auch bei Rückschritten in der Entwicklung,

verfügen über Kenntnisse von Modellen der Gesprächsführung im Themenkomplex Erkrankung, Lebensbedrohung und Tod.

Einschlägige Richtlinien und Gesetze (zum Beispiel Nachteilsausgleich, Hausunterricht)

Professioneller Umgang mit Ambivalenzen (zum Beispiel Lernen für die Zukunft und Vorbereitung auf den Abschied)

Konzepte zur Stabilisierung in Lern- und Lebenskrisen

Kommunikationstheorien im Kontext von Konfliktkultur

Theorien pädagogischer Trauerarbeit im Rahmen schulischer Möglichkeiten

Todeskonzepte von Kindern und Jugendlichen

15.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Kulturarbeit, Gestalten und Lernen

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Theorie der Kulturarbeit

kennen verschiedene Theorien und Begriffe zu Kunst und Kultur, insbesondere der Jugendkultur, und können diese in ihrer Relevanz für sonderpädagogische Belange, insbesondere der Umsetzung kultureller Teilhabe, einordnen,

wissen um die Bedeutsamkeit gestalterischer Kompetenzen auch im Hinblick auf die Gestaltung von lebenspraktischen Alltagssituationen und sind in der Lage, verschiedene Konzepte der Kulturarbeit im Hinblick auf individuelle und lebensweltbezogene Kontexte im Umfeld Schule und Sonderschule anzuwenden und zu reflektieren.

Sozialwissenschaftliche Theorien zu einer sozial motivierten Kulturarbeit als Chance zur Akzeptanz von Diversität und kultureller Teilhabe in der Gesellschaft, soziologische, psychologische, pädagogische und anthropologische Erklärungsansätze zur Bedeutung von Kunst und Kultur für Menschen mit Behinderung und Benachteiligung

Angewandte Kulturarbeit

verfügen über praktische Vermittlungskompetenzen für künstlerische Gestaltungsprozesse mit Musik, Rhythmik, Tanz, Theater, Bildender Kunst sowie weiteren Medien der künstlerischen Performance,

wissen um die Bedeutung kultureller Bildung für die Gesellschaft und sind in der Lage, Modelle und Konzepte des künstlerischen Lehrens und Lernens im Hinblick auf Chancen der Aktivität und Teilhabe einzelfallbezogen zu reflektieren und anzuwenden,

kennen Formen der Prozessorientierung und Projektarbeit im Bereich Kulturarbeit an Schulen und Sonderschulen sowie in außerschulischen inklusiven Praxisfeldern und können diese anwenden und reflektieren.

Fachpraktische sowie fachdidaktische und methodische Grundlagen der Kulturarbeit mit Musik, Rhythmik, Tanz, Theater, Bildender Kunst und Medien

Methoden und Management in der Kulturarbeit

kennen Modelle und Konzepte zur Einbindung unterschiedlicher kultureller Milieus bei kulturpädagogischen Angeboten und können diese anwendungsbezogen reflektieren,

können kulturelle Teilhabechancen inklusiv ausgerichteter Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen in verschiedenen Altersstufen einzelfallbezogen reflektieren, einschätzen und daraus Unterstützungsmaßnahmen ableiten,

kennen Netzwerke und Kooperationsfelder der inner- und außerschulischen Kulturarbeit, wissen um Unterstützungsstrategien und können diese anwendungsbezogen reflektieren,

kennen Grundlagen des Projektmanagements und können diese auf Planung und Durchführung im kulturellen Bereich anwenden.

Modelle und Konzepte von Kulturarbeit an Schulen und Sonderschulen sowie schulischen und außerschulischen inklusiven Praxisfeldern

16.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Leiblichkeit, Bewegung, Körperkultur

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

kennen die Bedeutung von Leiblichkeit, Bewegung und Körperkultur für soziales, emotionales, kognitives, körperliches und motorisches Wohlbefinden,

Pädagogische und anthropologische Grundlagen der leib-, bewegungs- und sportbezogenen Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und sozialer Benachteiligung

kennen körper- und bewegungsbezogene Konzepte und Ansätze und können sie in ihrer Bedeutung für die Förderung und Begleitung von Entwicklungsprozessen bewerten,

Konzeptionen, Ansätze und Befunde der leib-, bewegungs- und sportbezogenen Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und sozialer Benachteiligung

kennen körper- und bewegungsbezogene diagnostische Verfahren und können diese anwendungsbezogen reflektieren,

Ausgewählte motodiagnostische Verfahren

können Entwicklungsgutachten und Förderkonzepte körper- und bewegungsbezogen erstellen, interpretieren und beurteilen, Maßnahmen ableiten und für diese Evaluationskonzepte entwickeln,

Exemplarische Planung, Durchführung und Auswertung einer leib-, bewegungs- und sportbezogenen Fördermaßnahme

wissen um Möglichkeiten der Umstrukturierung von Organisationen und Institutionen nach körper- und bewegungsbezogenen Prinzipien, vermögen diese einzelfallbezogen zu reflektieren, einzuschätzen und dahingehend zu beraten,

Körper-, Bewegungs- und Sportkulturen in schulischen und außerschulischen Institutionen

kennen körper- und bewegungsbezogene Vermittlungsmethoden unter den Perspektiven von Aktivität und Teilhabe.

Praktisch-methodische Grundlagen in den Bereichen Körper- und Bewegungserfahrungen sowie sportartorientierte und -modifizierte Inhalte

17.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld Sprache und Kommunikation

Kompetenzen

Studieninhalte

Die Absolventinnen und Absolventen

Schwerpunkt Sprachwissenschaften

verfügen über linguistische Grundlagen zu den Ebenen Phonetik und Phonologie, Semantik und Lexikon, Grammatik, Schriftsprache, Pragmatik und Kommunikation,

kennen ausgewählte Theorien zur sprachlichen Bildung bei mehr- und einsprachig aufwachsenden Kindern, berücksichtigen sprachliche Beeinträchtigungen und können Konsequenzen für Diagnose, Förderung, Therapie und Unterricht ziehen,

kennen die Erwerbsphasen in den oben genannten sprachlichen Ebenen und können diese auf individuelle Erwerbsverläufe beziehen,

kennen linguistische Verfahren zur Analyse von sprachlichen Fähigkeiten und Schwierigkeiten und können hieraus Konsequenzen für Förderung, Therapie und Unterricht ableiten,

können sprachliche Anforderungen in Diagnostik, Förderung, Therapie und Unterricht so strukturieren, dass sprachliche Teilsysteme gezielt angesprochen werden.

linguistische Grundbegriffe und Modelle zu den verschiedenen sprachlichen Ebenen

Funktionen des sprachlichen Inputs in der sprachlichen Bildung und Entwicklung

Stufen- und Phasenmodelle der sprachlichen Bildung und Entwicklung bei mehr- und einsprachig aufwachsenden Kindern

Phonetische und linguistische Symptomatik von Störungen der Sprache und des Sprechens

Spontansprachanalysen, qualitative Fehleranalyse von mündlichen und schriftlichen Sprachproben sowie Konsequenzen für Unterricht, Förderung und Therapie

linguistische Aspekte qualitativer und quantitativer Verfahren zur Beschreibung sprachlicher Kompetenzen sowie von Ansätzen zum sprachlichen Strukturaufbau

Schwerpunkt Unterstützte Kommunikation

kennen Theorien und Modelle der Kommunikationsentwicklung und Interaktion,

verfügen über Grundlagenkenntnisse der Unterstützten Kommunikation,

kennen Formen der Unterstützten Kommunikation und können diese unterschiedlichen entwicklungsbezogenen Abstraktionsebenen zuordnen,

kennen Besonderheiten der Gesprächsführung im Kontext der Unterstützten Kommunikation,

kennen diagnostische Instrumentarien und Beratungsansätze mit dem Schwerpunkt Unterstützte Kommunikation,

kennen Einsatzmöglichkeiten der Unterstützten Kommunikation im Unterricht.

Definitionen, Ziele, Personenkreis der Unterstützten Kommunikation

Körpereigene Kommunikationsformen, nicht elektronische und elektronische Hilfsmittel, multimodales Kommunikationssystem

Besondere Gesprächsbedingungen und Konsequenzen für die Gestaltung kommunikativer Situationen

Diagnostische Instrumentarien, Vorgehensweisen und Ableitungen für den Aufbau multimodaler Kommunikationssysteme

Definitionen und Ziele von Beratung, Beratungsstellen und Hilfsmittelfirmen für Unterstützte Kommunikation

Beantragung von Hilfsmitteln im pädagogischen und didaktischen Kontext

Unterstützte Kommunikation als Zugang zur Teilhabe an Bildung

Schwerpunkt Brailleschrift

kennen Brailleschriftsysteme und sind in der Lage, diese reflektiert anzuwenden,

kennen Theorien und Modelle zum Erwerbsprozess der Brailleschrift und können die daraus resultierenden didaktischen Notwendigkeiten reflektieren und umsetzen,

kennen spezifische Hilfsmittel der Informationstechnologie und wissen um deren Bedeutsamkeit und Anwendung,

kennen Verfahren zur Erstellung barrierefreier Dokumente und können diese reflektiert anwenden.

Deutsche Vollschrift, Deutsche Kurzschrift, Computerbraille (Eurobraille)

Brailleschriftspracherwerb hochgradig sehbehinderter und blinder Menschen

Assistive Technologie für hochgradig sehbehinderte und blinde Menschen im Bereich Informationszugang

Gestaltung und Herstellung barrierefreier Texte und Dokumente (insbesondere Brailleausdruck, spezifische Textformatierung)

Schwerpunkt Gebärdensprache

verfügen über linguistische Grundlagen zu den Ebenen Phonetik und Phonologie, Semantik und Lexikon, Grammatik, Schriftsprache, Pragmatik und Kommunikation und kennen die Deutsche Gebärdensprache sowie verschiedene gebärdensprachliche Kommunikationssysteme und die entsprechenden linguistischen Grundlagen,

verfügen über grundlegende Fertigkeiten in gebärdensprachlicher Kommunikation und vermögen diese zielgruppenorientiert anzuwenden,

kennen methodische und didaktische Grundlagen des Einsatzes und der Vermittlung der Deutschen Gebärdensprache und lautsprachbegleitender Gebärden,

kennen Möglichkeiten der Kommunikation mit taubblinden und hörsehbehinderten Menschen (schwerpunktübergreifende Kompetenz bei gleichzeitiger Wahl des Schwerpunktbereichs Brailleschrift).

linguistische Grundbegriffe und Modelle zu den verschiedenen sprachlichen Ebenen

Linguistische und psycholinguistische Modelle von Gebärdensprache

Videogestützte Gebärdensprachlernprogramme

Möglichkeiten der Erfassung von Gebärdensprachkompetenz

 


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