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Amtliche Abkürzung:ÖKVO
Fassung vom:19.12.2010
Gültig ab:01.04.2011
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:7910
Verordnung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr
über die Anerkennung und Anrechnung
vorzeitig durchgeführter Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffsfolgen
(Ökokonto-Verordnung - ÖKVO)
Vom 19. Dezember 2010

Anlage 1

(zu § 2 Abs. 2)

Ökokontofähige Maßnahmen

Folgende Maßnahmen können in das Ökokonto aufgenommen werden:

1.

Verbesserung der Biotopqualität, Schaffung höherwertiger Biotoptypen

Bei Offenlandbiotoptypen sind diejenigen Biotopmaßnahmen ökokontofähig, die eine Aufwertung bestehender oder die Schaffung neuer, höherwertiger Biotoptypen in Natura 2000-Gebieten, in Naturschutzgebieten oder in Naturdenkmalen bewirken. Außerhalb dieser Gebiete sind entsprechende Maßnahmen im Rahmen eines Landschaftsrahmenplans, eines Landschaftsplans oder auf der Grundlage sonstiger naturschutzfachlicher Planungen ökokontofähig.

Bei Waldbiotoptypen sind diejenigen Biotopmaßnahmen ökokontofähig, die eine Aufwertung, Neuanlage oder Entwicklung eines geschützten Waldbiotops oder eines Eichen-Sekundärwalds bewirken. Ökokontofähig sind außerdem Biotopmaßnahmen, welche die Aufwertung von Biotopen beziehungsweise die Schaffung höherwertiger Biotoptypen in Waldschutzgebieten oder Waldrefugien bewirken. Neuanlage und flächige Erweiterung von Waldschutzgebieten sind nur im Rahmen des Waldschutzgebietsprogramms der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg ökokontofähig. Waldrefugien sind nur ökokontofähig, sofern sie dem Alt- und Totholzkonzept von ForstBW entsprechen.

Bei Gewässern sind Aufwertungsmaßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern einschließlich ihrer Uferbereiche sowie Maßnahmen im Rahmen von gewässerökologischen Planungen ökokontofähig.

1.1

Aufwertung von terrestrisch-morphologischen Biotoptypen (insbesondere Felsen, Blockhalden, Hohlwege) und speziellen vegetationsarmen Strukturen

-

Beseitigung beschattender Gehölze

-

Beseitigung von Auffüllungen

-

Beseitigung von Verbauungen

-

Anlage voll besonnter Steilwände auf Abbauflächen und Straßenböschungen (insbesondere Löss- und Lehmwände) sowie voll besonnter Straßenböschungen ohne Oberbodenauftrag mit Felsbändern/Felsstrukturen

-

Neuanlage oder Entwicklung ephemerer fischfreier und gut besonnter Kleingewässer (periodisch austrocknende, flache Tümpel und Blänken) ohne Bepflanzung in Bereichen hohen Potenzials zur Förderung spezialisierter Landesarten des Zielartenkonzeptes nach Tabelle 2 in Anlage 2

-

Freilegung offener, voll besonnter Roh- und Skelettbodenstandorte in Bereichen hohen Potenzials als Sonderstandorte für naturnahe Vegetation zur Förderung spezialisierter Landesarten des Zielartenkonzeptes nach Tabelle 2 in Anlage 2

1.2

Förderung und Entwicklung höherwertiger, über die Vegetation definierter Biotoptypen des Offenlands

-

Förderung und Entwicklung von artenreichem Extensivgrünland (insbesondere Wiesen, Weiden, Magerrasen, Streuwiesen)

-

Förderung und Entwicklung von hochwertigen Offenlandbiotopen (insbesondere Moore, Saumvegetation, Röhrichte und Riede, Sandrasen)

-

Erhöhung des Anteils von dauerhaft gehölzfreien Acker- und Rebbrachen (ohne Herbizidbehandlung)

-

Förderung und Entwicklung von Grünland mit Baumbestand (Streuobstwiesen, Wertholzwiesen)

1.3

Förderung und Entwicklung gebiets- und standortsheimischer Gehölzbestände außerhalb des Waldes

-

Entwicklung von Feldhecken, Feldgehölzen und Gebüschen durch Sukzession oder durch Pflanzung gebiets- und standortheimischer Gehölzarten, die nachweislich aus Vermehrungsgut gebietsheimischer Herkunft stammen

-

Ausbildung von Saumstrukturen

-

Dauerhafte Verjüngung überalterter Feldgehölze und Feldhecken, insbesondere durch Auf-den-Stock-setzen im Abstand von 15 bis 20 Jahren

-

Umbau naturraum- oder standortfremder Gehölzbestände

-

Erhöhung der Naturnähe durch Entnahme gebiets- oder standortfremder Gehölzarten

1.4

Förderung und Entwicklung naturnaher Wälder

-

Verbesserung der Biotopqualität bei naturnahen, durch § 30 a Landeswaldgesetz (LWaldG) oder durch § 32 NatSchG geschützten Waldbeständen sowie bei sekundären Eichenwäldern

-

Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung naturnaher, durch § 30 a LWaldG oder durch § 30 BNatSchG geschützter Waldbestände oder von Eichen-Sekundärwäldern

-

Verbesserung der Biotopqualität von naturnahen Waldbeständen in Schonwäldern

-

Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung von naturnahen Waldbeständen in Schonwäldern

-

Verbesserung der Biotopqualität von Waldbeständen mit historischen, für den Arten- und Biotopschutz bedeutsamen Nutzungsformen (insbesondere Nieder-, Mittel- und Hudewald sowie Streunutzungen) in Schonwäldern

-

Neuanlage und Entwicklung sowie flächige Erweiterung von Waldbeständen mit historischen, für den Arten- und Biotopschutz bedeutsamen Nutzungsformen (insbesondere Nieder-, Mittel- und Hudewald sowie Streunutzungen) in Schonwäldern

-

Schaffung naturnäherer Standortverhältnisse, insbesondere durch Wiedervernässung von Sumpfwäldern und Mooren oder durch Wiederherstellung des natürlichen Überflutungsregimes bei Auwäldern

-

Schaffung von Bannwäldern oder von Waldrefugien

-

Landschaftsgerechte Entwicklung naturnaher Waldbestände durch Erstaufforstung oder Sukzession von Offenland mit Baumarten des Standortswalds im Rahmen einer naturschutzfachlichen Planung

1.5

Sonstige Maßnahmen zur Verbesserung der Biotopqualität

-

Einrichtung von Pufferstreifen zum Schutz vor Stoffeinträgen

-

Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts, insbesondere Beseitigung von Drainagen oder Schließen von Gräben

-

Beseitigung oder Minderung von Trennwirkungen für naturschutzfachlich bedeutsame Arten

1.6

Begrünungsmaßnahmen

-

Sukzession oder standort- und naturraumgerechte Begrünung von Entsiegelungsflächen

-

Dachbegrünung

1.7

Erhöhung der Naturnähe von Gewässern und ihrer Uferbereiche

-

Rücknahme von Gewässerverbauungen, insbesondere Rücknahme von Ufer- und Sohlbefestigungen, Öffnen von verdolten Abschnitten oder Beseitigung von Wanderungshindernissen, Herstellung der Durchgängigkeit

-

Wiederherstellung eines naturnahen Laufes

-

Wiederherstellung eines naturnahen Abflussregimes, insbesondere Wiederanbindung von Gewässerabschnitten oder Beseitigung von Ab- oder Zuleitungen

-

Zulassen natürlicher Dynamik

-

Verbesserung der Selbstreinigungskraft von Gewässern

-

Naturnahe Umgestaltung von künstlichen Gewässern

-

Renaturierung von Gewässerufern

-

Nutzungsextensivierung entlang von Gewässern

2.

Förderung spezifischer Arten

Maßnahmen zur Entwicklung von Lebensräumen der in Tabelle 2 der Anlage 2 genannten Arten

3.

Schaffung von natürlichen Retentionsflächen

-

Rückverlegung von Dämmen innerhalb HQ 10

-

Beseitigung von Auffüllungen innerhalb HQ 10

-

Wiederanbindung von Aueflächen innerhalb HQ 10

4.

Wiederherstellung und Verbesserung von Bodenfunktionen, Verbesserung der Grundwassergüte

-

Entsiegelung oder Teilentsiegelung von befestigten Flächen

-

Rekultivierung einschließlich Beseitigung von Altablagerungen

-

Überdeckung baulicher Anlagen

-

Oberbodenauftrag

-

Tiefenlockerung

-

Dachbegrünung

-

Verbesserung des Wasseraufnahmevermögens von Böden

-

Erosionsschutz

-

Nutzungsextensivierung

-

Wiederherstellung von Sonderstandorten für naturnahe Vegetation, insbesondere durch Wiedervernässung und Nutzungsextensivierung


 


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