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Amtliche Abkürzung:SFP-VO
Fassung vom:28.07.2015
Gültig ab:01.07.2015
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:7523
Verordnung der Landesregierung zum gebäudeindividuellen
energetischen Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg
(Sanierungsfahrplan-Verordnung - SFP-VO)
Vom 28. Juli 2015

Anlage 2

(zu § 6 Absatz 1 Nummer 2)

Mindestanforderungen an die Durchführung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie deren Eingangsvoraussetzungen

Eine schriftliche Abschlussprüfung, die durch den Weiterbildungsträger abgenommen wird, ist bei allen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich. Die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang muss in einem Abschlusszertifikat nach Nummer 3 dieser Anlage bescheinigt werden. Gleiches gilt für die Übereinstimmung des vermittelten Lehrinhalts mit dem jeweils geforderten Lehrumfang.

Sofern nach Beendigung der Maßnahme ein Abschlusszertifikat nach Nummer 3 ausgestellt werden soll, haben die Anbieter von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vor Beginn der Ausbildung zu überprüfen, ob der Teilnehmer über eine der in Nummer 1 genannten fachlichen Qualifikationen verfügt.

1

Eingangsvoraussetzungen

1.1

Personen mit einem nach § 21 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EnEV berufsqualifizierendem Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik oder einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt in einem der oben genannten Gebiete benötigen mindestens 130 Unterrichtseinheiten mit dem unter Nummer 2 genannten Inhalt.

1.2

Alle nicht unter Nummer 1.1 genannten Personen, die über eine Ausstellungsberechtigung nach § 21 EnEV verfügen, benötigen insgesamt mindestens 210 Unterrichtseinheiten mit dem unter Nummer 2 genannten Inhalt, einschließlich der im Zusammenhang mit den für die Ausstellungsberechtigung nach § 21 EnEV erbrachten Unterrichtseinheiten.

1.3

Personen mit einem nach § 21 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 EnEV berufsqualifizierenden Hochschulabschluss mit Zusatzausbildung zum staatlich anerkannten Sachverständigen für (Schall- und) Wärmeschutz benötigen insgesamt eine weitere Qualifizierung im Umfang von mindestens 70 Unterrichtseinheiten, die sich aus den in Nummern 2.3 bis 2.5 genannten Themenbereichen zusammensetzen müssen.

2

Mindestinhalte von Aus-/Weiterbildungsmaßnahmen

Die Inhalte der Aus- und Weiterbildung müssen fünf Themenbereiche abdecken:

-

Themenbereich 1: Rechtliches

-

Themenbereich 2: Gebäudehülle in Neubau und Bestand

-

Themenbereich 3: Anlagentechnik und erneuerbare Energien in Neubau und Bestand

-

Themenbereich 4: Energieausweis, Modernisierungsempfehlungen, Wirtschaftlichkeit

-

Themenbereich 5: Elektrotechnik und Beleuchtung.

Für Themenbereich 2 und 3 ist jeweils mindestens ein Drittel der gesamten Unterrichtseinheiten vorzusehen. In den verbleibenden Unterrichtseinheiten sind die anderen Themenbereiche 1, 4 und 5 zu behandeln. Eine Unterrichtseinheit entspricht 45 Minuten. Die Themeninhalte können den Anforderungen entsprechend angepasst werden. Die folgenden Lehrinhalte sind insbesondere zu vermitteln:

2.1

Themenbereich 1: Rechtliches

2.1.1

Anwendung der jeweils geltenden Energieeinsparverordnung in der Praxis

2.1.2

Inhaltlicher Überblick, Grundbegriffe, Anforderungen bei Neubauten und Bestand, Grundlagen bei der Erstellung von Energieausweisen im Neubau und Bestand, Aspekte des Bestands- und Denkmalschutzes, Praxisbeispiele: Auslegungsfragen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt)

2.1.3

Rechtliche Grundlagen I: Richtlinie 2010/31/EU vom 19.05.2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EU-Gebäude-Richtlinie), Richtlinie 2012/27/EU vom 25.10.2012 zur Energieeffizienz (EU-Energieeffizienz-Richtlinie), Energieeinspargesetz, Energieeinsparverordnung, Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

2.1.4

Inhaltlicher Kurzüberblick, Umsetzung der EU-Gebäude-Richtlinie und EU-Energieeffizienz-Richtlinie in Deutschland, Abhängigkeiten und Zusammenspiel der verschiedenen Verordnungen beziehungsweise Gesetze

2.1.5

Rechtliche Grundlagen II: Normen, insbesondere DIN V 18599

2.1.6

Inhaltlicher Kurzüberblick zu DIN V 18599*, energetische Bewertung von Gebäuden nach DIN 4108/ 4701*, Wärmeschutz und Wärmebedarfsberechnung, Zusammenspiel und Verweise der Energieeinsparverordnung und Normen

2.2

Themenbereich 2: Gebäudehülle in Neubau und Bestand

2.2.1

Grundlagen: Effizienzhaus, solares Bauen, klimagerechter Gebäudeentwurf, Wärmespeicherungsvermögen - Kenntnisse über energetische Standards bei Neubauten und im Bestand, Anforderungen an energieeffiziente Gebäude, Ausrichtung und Gestaltung von Gebäuden, Praxisbeispiele, Zusammenwirken von Technik und Gebäude

2.2.2

Energetische Grundlagen: Physikalische Wirkprinzipien und Energiekennwerte, Grundlagen des Wärme- und Feuchteschutzes (Temperaturverlauf in Bauteilen, Glaser-Diagramm, Nutzereinfluss, Wärmebrücken), Berechnung von U-Werten, Wärmebrücken, Luftdichtheit

2.2.3

Wärmedämmstoffe und -systeme im Vergleich: Baustoffe, Eigenschaften und Einsatzgebiete, Brandschutz

2.2.4

Außen-, Innen- und Dachdämmung unter Berücksichtigung des Feuchte-, Schall- und sommerlichen Wärmeschutzes: Grundsätzliche Konstruktionen für Wände, Fenster, Dach, Decken, Fußböden, Dämmungsmaßnahmen von Außenbauteilen und Bauteilen zu unbeheizten und teilweise genutzten Räumen im Bestand und Neubau

2.2.5

Schwachstelle Gebäudehülle: Wärmebrücken, Lüftungswärmeverluste - Erfassung, Ausweisung, Berechnung und Vermeidung von Schwachstellen (Wärmebrücken und Lüftungswärmeverluste) unter Hinweis auf die Behaglichkeit durch Reduzierung von Zugluft und Fußkälte durch Sanierungsmaßnahmen, Reduzierung energetischer Verluste - Wärmedämmung und Luftdichtheit (beispielsweise Wärmebrücken, Transmissionswärmeverluste, sommerlicher Wärmeschutz) in Neubau und Bestand

2.2.6

Innen- und Kerndämmung: Grundlagen Innendämmung unter Berücksichtigung der Wärmebrücken, insbesondere der Anschlüsse der Decken, Fußböden und Innenwände an die Außenwände, Beispiele

2.2.7

Grundlagen sommerliche Behaglichkeit und Wärmeschutz: Grundlagen solare Wärmelast im Sommer, Möglichkeiten zur Vermeidung

2.2.8

Detaillierung: Wärmebrücken in Neubau und Bestand, Berechnung von Wärmebrücken - Beispielrechnung Wärmebrücke mit Software und Gleichwertigkeitsnachweis

2.3

Themenbereich 3: Anlagentechnik und erneuerbare Energien in Neubau und Bestand

2.3.1

Überblick Heizungstechnik: Heizungstechnik mit einem Überblick am Markt befindlicher Wärmeerzeuger (Heizkessel, Wärmepumpen, BHKW, Brennstoffzellen, Pellets, Solarthermie etc.) mit ihren bevorzugten Einsatzgebieten, Regelungs- und Steuerungstechnik, Abgasentsorgung, Brennstoffversorgung und -lagerung, Wärmeverteilung, Wärmespeicherung und -abgabe (Heizkörper, Fußbodenheizung, Temperierung etc.), überschlägige Auslegung (Speicher, BHKW, Wärmepumpen), Auslegung Heizsystem: Vorgabe der Parameter für Heizungsbauer in Übereinstimmung mit dem Energiebedarf (überschlägige Heizlastberechnung für Kesseldimensionierung), Vergleich der Heizungsalternativen unter Energiesparaspekten und Beratung bei der Wahl des Heizungssystems

2.3.2

Schwachstellen Heizungstechnik: Erfassung, Ausweisung und Beseitigung von möglichen Schwachstellen bei vorhandenen Heizungssystemen

2.3.3

Überblick Warmwasserbereitung: Warmwasserbereitung mit einem Überblick der am Markt befindlichen Warmwasserversorgungssysteme inklusive der Speicher mit ihren bevorzugten Einsatzgebieten, Legionellenproblematik, überschlägige Auslegung thermischer Solaranlagen unter Einsatz von erneuerbaren Energien

2.3.4

Überblick Lüftungsanlagen, Wärmerückgewinnung: Arten, Systeme, Auslegungen, Optimierungen, technische und bauliche Anforderungen, Einsatz von Lüftungsanlagen unter Berücksichtigung verschiedener Wärmerückgewinnungssysteme und Möglichkeiten der thermischen Vorbehandlung (Vorwärmung / Vorkühlung) der Außenluft, beispielsweise mittels einer entsprechenden Luftführung durch das Erdreich (Erdkollektor), Grundlagen der DIN 1946-6* und Erfordernis von Lüftungskonzepten bei Neubau und Sanierung

2.3.5

Emissionen: Erfassung, Berechnung und Ausweisung von CO2 -Emissionsraten

2.3.6

Regelungstechnik für Heizungs- und Wohnungslüftungsanlagen, Kenntnisse hydraulischer Abgleich, Regelung bei erneuerbaren Energien: Erläuterung hydraulischer Abgleich, Grundlagen Regelung Anlagentechnik beispielsweise bei erneuerbaren Energien: thermische Solaranlage im Zusammenspiel mit Warmwasser-Speicher und Kesselanlage

2.3.7

Photovoltaik: Einsatzmöglichkeiten, Einbaumöglichkeiten und Voraussetzungen in Neubau und Bestand, Dimensionierung

2.4

Themenbereich 4: Energieausweis, Modernisierungsempfehlungen, Wirtschaftlichkeit

2.4.1

Wirtschaftlichkeit: Berechnungsvarianten zur Wirtschaftlichkeit und einer auf den Beratungsempfänger (Laien) zugeschnittenen Darstellung. Hilfen zur Entscheidungsfindung in Neubau und Bestand

2.4.2

Förderung: Informationsüberblick bezüglich der Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zur Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien, Grundlagen zu den KfW- und Bundesförderprogrammen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (Antragstellung, Prozesse)

2.4.3

Softwareprogramme für die energetische Bewertung von Wohngebäuden: Informationsüberblick über die am Markt angebotenen Softwareprogramme, Erfahrungswerte beim Einsatz

2.4.4

Vermittlung geringinvestiver Maßnahmen: Vertiefung Optimierung Anlagentechnik durch Steuerung und Regelung, Fugenabdichtung, Lüftungsverhalten und einfache Dämmmaßnahmen

2.4.5

Ausstellen von Energieausweisen und Erstellen von Modernisierungsempfehlungen, auch im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit: Erreichbare Energieeinsparungen, Praxistipps, typische Fehler beim Ausstellen von Energieausweisen, Durchführen von Berechnungen nach anerkannten Rechenverfahren, Hinweise zum Erstellen von Modernisierungsempfehlungen (Grundlagen: Schwachstellen Gebäudehülle/Anlagentechnik)

2.4.6

Energieberatungsbericht: Ausarbeitung eines beispielhaften Energieberatungsberichts, wobei das Ergebnis den Mindestanforderungen an einen Sanierungsfahrplan nach der Verordnung entsprechen muss

2.4.7

Vermittlung von Beratungskompetenzen: Beratungskompetenzen und Darstellungsmöglichkeiten fachlicher Zusammenhänge in Berichten (Musterbericht), Präsentationen mit elektronischen Medien, Kundengespräche

2.4.8

Bedarfs- und Verbrauchsabgleich: Einfache Plausibilitätschecks (Faustformeln), Einschätzung der Berechnungsergebnisse im Vergleich zum Energieverbrauch, Abgleich gegebenenfalls Wirtschaftlichkeit beispielsweise nach DIN V 18599, Blb. 1*

2.4.9

Anwendung der DIN V 18599* mit Software, Abgrenzung 18599 und 4108/4701* : Unterschiede in der Berechnung, Durchführung beider Berechnungsverfahren mittels Software-Eingabe für Energieausweis-Beispiel

2.5

Themenbereich 5: Elektrotechnik und Beleuchtung

2.5.1

Energieeffiziente Beleuchtung

2.5.2

Nutzung natürlicher Belichtung

2.5.3

Lichtlenkung, Energieeffizienz bei typischen Verbrauchern im Haushalt

2.5.4

Gebäudesystemtechnik

3

Abschlusszertifikat

Das Abschlusszertifikat des Lehrgangsanbieters muss die folgenden Informationen enthalten:

3.1

Vor- und Nachname der Kursteilnehmerin oder des Kursteilnehmers mit Geburtsdatum

3.2

die Benennung des Abschlusses

3.3

die abschließende Benotung

3.4

die Unterrichtsfächer (gegebenenfalls. Aufführung auf der Rückseite des Abschlusszertifikats)

3.5

den Lehrgangszeitraum

3.6

die Anzahl der Unterrichtseinheiten und

3.7

das Thema der Abschlussprüfung

4

Parallelerwerb

Die nach den Nummern 1.1 und 1.2 geforderten weiteren Qualifizierungsmaßnahmen können auch dann als Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen anerkannt werden, wenn sie bereits vor dem Erwerb des jeweiligen Hochschulabschlusses in das Studium oder in die Ausbildung zum staatlich anerkannten oder geprüften Techniker integriert waren (sogenannter Parallelerwerb). Für Anzahl und Inhalt der Unterrichtseinheiten gelten hierbei die üblichen Anforderungen. Die erfolgreiche Teilnahme am integrierten Lehrgang muss in einem separaten Abschlusszertifikat nach Nummer 3 bescheinigt werden.

5

Alternative Lehrformen

Alternative Lehrformen (beispielsweise Fernlehrgänge, eLearning, Online-Chatrooms) werden unter folgenden Voraussetzungen anerkannt:

5.1

Der Präsenzunterricht muss seinem Umfang nach mindestens 30 Prozent der je nach Personengruppe insgesamt geforderten Unterrichtseinheiten betragen. Die auf das Selbststudium entfallenden Unterrichtseinheiten werden dabei gegenüber dem Präsenzunterricht nur mit der halben Wertigkeit anerkannt und sind daher zu verdoppeln, um die unter den Nummern 1.1 bis 1.3 genannten Anforderungen zu erfüllen.

5.2

Ein Präsenzanteil von acht Unterrichtseinheiten genügt, wenn der Lehrgang durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZfU) zugelassen ist; die übrigen Anforderungen gelten unverändert.


Fußnoten ausblendenFußnoten

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

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Die zitierten DIN-Normen sind im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, veröffentlicht

 


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