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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Erlassdatum:12.01.2017
Fassung vom:12.01.2017
Gültig ab:01.02.2017
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:2221
Fundstelle:K. u. U. 2017, 29
Erlass von Schulversuchsbestimmungen gemäß § 22 SchG; Aufnahmevoraussetzungen und Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an beruflichen Schulen

Erlass von Schulversuchsbestimmungen gemäß § 22 SchG
Aufnahmevoraussetzungen und Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an beruflichen Schulen



Fundstelle: K.u.U. 2017, S. 29





Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, deren Muttersprache oder Herkunftssprache nicht Deutsch ist, erlässt das Kultusministerium als Schulversuch an beruflichen Schulen gemäß § 22 i. V. m. § 35 Abs. 3 des Schulgesetzes folgende Schulversuchsbestimmungen für die Aufnahme und den Unterricht an beruflichen Vollzeitschulen in den ersten Jahren ihres Aufenthaltes in Deutschland:



Aufnahmevoraussetzungen und Unterricht für
Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund
an beruflichen Schulen
Schulversuchsbestimmungen gemäß § 22 SchG



1. Abschnitt

Allgemeines



§ 1
Geltungsbereich und Ziel



Diese Schulversuchsbestimmungen gelten für die Aufnahme und den Unterricht an beruflichen Schulen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, deren Muttersprache oder Herkunftssprache nicht Deutsch ist, sowie die Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung in den ersten Jahren des Aufenthalts in Deutschland.



Ziel dieses Schulversuchs ist es, den Schülerinnen und Schülern gemäß Satz 1 nach den Einstiegsklassen zum Spracherwerb neben dem Zugang zur dualen Ausbildung einen Anschluss in vollzeitschulische Bildungsgänge zu ermöglichen und ihnen das Spektrum der beruflichen Bildungsabschlüsse zu eröffnen. Zugleich sollen alle Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten stärken, mit Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen zu leben und zu lernen. Die Regelungen über den Unterricht (3. Abschnitt) gelten für alle beruflichen Bildungsgänge.



2. Abschnitt

Aufnahmeverfahren und Feststellungsprüfung



§ 2
Aufnahmevoraussetzungen in berufliche
Vollzeitschulen



(1) Zum Eintritt in vollzeitschulische Bildungsgänge der beruflichen Schulen müssen Bewerberinnen und Bewerber ohne inländische Zeugnisse die jeweiligen Aufnahmevoraussetzungen erfüllen, wobei eine Note im Fach „Deutsch“ nicht vorausgesetzt wird. Für die Teilnahme am Unterricht sind hinreichende deutsche Sprachkenntnisse nachzuweisen: für den Eintritt in ein Berufskolleg und in ein berufliches Gymnasium in der Regel entsprechend dem Niveau B 2 und zur Aufnahme in eine Berufsfachschule (mit Ausnahme des Bildungsgangs duale Ausbildungsvorbereitung) in der Regel entsprechend dem Niveau B 1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER).



(2) Bewerberinnen und Bewerber, denen es fluchtbedingt nicht möglich ist, einen im Ausland erworbenen Bildungsabschluss vorzulegen, können durch die Glaubhaftmachung des Schulbesuchs im Ausland gemäß Ziffer 4 der Anlage und das Bestehen einer Feststellungsprüfung gemäß § 3 die Erfüllung der jeweiligen Aufnahmevoraussetzungen nachweisen.



(3) Bewerberinnen und Bewerber, denen der Nachweis der für eine Aufnahme maßgeblichen Noten nicht möglich ist, nehmen an einer Feststellungsprüfung gemäß § 3 teil. Die in einem anerkannten Zeugnis fehlenden Noten in den Fächern „Mathematik“ oder in der Pflichtfremdsprache „Englisch“ bzw. „Französisch“ werden durch das Ergebnis der Feststellungsprüfung ersetzt. Sofern es im Auswahlverfahren auf einen bestimmten Gesamtnotendurchschnitt ankommt, werden alle Noten des anerkannten Zeugnisses und der Feststellungsprüfung berücksichtigt. Die Aufnahmebestimmungen in § 1 Absatz 2 und 3 der Aufnahmeverordnung für berufliche Gymnasien bleiben hiervon unberührt.



§ 3
Feststellungsprüfung zur Aufnahme in
eine berufliche Schule



Zur Überprüfung der Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen und zur Platzierung im Bewerberfeld wird für Bewerberinnen und Bewerber nach § 2 Absatz 2 und 3 eine schriftliche Feststellungsprüfung im Fach „Mathematik“ und im Fach „Englisch“ (oder alternativ auf Wunsch im Fach „Französisch“) durchgeführt. Die Feststellungsprüfung kann im jeweiligen Jahr nur an einer Schule abgelegt werden und nur einmal, frühestens im nächsten Aufnahmeverfahren, wiederholt werden. Vor der Zulassung zur Feststellungsprüfung ist von der Bewerberin bzw. von dem Bewerber eine Erklärung darüber abzugeben, ob und ggf. mit welchem Ergebnis in einem Aufnahmeverfahren an einer Feststellungsprüfung teilgenommen wurde. In den Feststellungsprüfungen kann ein zweisprachiges Wörterbuch (Deutsch / Herkunftsland oder andere Sprache) ohne handschriftliche Kommentare verwendet werden. Das Niveau der Aufgaben zur Aufnahme in ein berufliches Gymnasium und in ein Berufskolleg orientiert sich dabei an der zentralen Abschlussprüfung für die zweijährige Berufsfachschule und zur Aufnahme in eine Berufsfachschule an der zentralen Abschlussprüfung zum Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstandes. Zur Aufnahme in eine Berufsfachschule mit Zugangsvoraussetzung Hauptschulabschluss bzw. ein dem Hauptschulabschluss gleichwertiger Bildungsstand ist nur eine Feststellungsprüfung im Fach „Mathematik“ durchzuführen. Zusätzlich kann auf Wunsch der jeweiligen Bewerberin bzw. des jeweiligen Bewerbers eine Feststellungsprüfung im Fach „Englisch“ erfolgen. Für die Organisation dieser Feststellungsprüfung ist die jeweilige Schule verantwortlich, die für Prüflinge eine Bescheinigung über das Ergebnis der Feststellungsprüfung ausstellt.



3. Abschnitt

Unterricht



§ 4
Ziele



Die Förderung der Sprachkompetenz ist pädagogisches Grundprinzip im gesamten Unterricht. Dabei verfolgt die Schule ein Konzept der integrierten Sprachförderung in allen Fächern.



§ 5
Grundsätze der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung



Für Schülerinnen und Schüler gemäß § 1 gelten die in der Notenbildungsverordnung und in den jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen festgelegten Grundsätze der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung. Sofern die fachbezogenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler aufgrund von nicht ausreichendem Sprachverständnis oder eingeschränkter Ausdrucksfähigkeit nicht umgesetzt werden können, kann dies im ersten Jahr des Bildungsganges bei der einzelnen Leistungsfeststellung und im Rahmen der pädagogisch-fachlichen Gesamtwertung Berücksichtigung finden unter besonderer Gewichtung der individuellen Lernfortschritte.



§ 6
Ausgleich von sprachlichen Nachteilen bei schriftlichen und
praktischen Leistungen und Prüfungen



Schülerinnen und Schüler gemäß § 1 dürfen bei im Zusammenhang mit dem Unterricht zu erbringenden schriftlichen und praktischen Leistungen und in Prüfungen ein zweisprachiges Wörterbuch (Deutsch / Herkunftssprache oder in einer anderen Sprache) ohne nachträglich eingefügte Kommentare verwenden; dies gilt nicht für die Jahrgangsstufe 1 und 2 des Beruflichen Gymnasiums, die Abiturprüfung sowie die Fachhochschulreifeprüfung. Der Einsatz von Wörterbüchern in der Berufsschule richtet sich nach Vereinbarungen des Kultusministeriums mit den zuständigen Stellen. Die Gewährung einer Zeitverlängerung in Klassenarbeiten liegt im Ermessen der Klassenkonferenz.



§ 7
Inkrafttreten



Diese Schulversuchsbestimmungen treten am 1. Februar 2017 in Kraft.


Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Hinweise zur rechtlichen Einordnung der Schulversuchsbestimmungen, der Aufnahme von Bewerberinnen und Bewerbern mit ausländischen Zeugnissen und ohne Zeugnisse sowie der Feststellungsprüfung zur Aufnahme in eine berufliche Wahlschule

Anlage 2: Anlage zu den Schulversuchsbestimmungen

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