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Normgeber:Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Aktenzeichen:73-8872.00
Erlassdatum:28.10.2015
Fassung vom:24.06.2020
Gültig ab:24.06.2020
Gültig bis:31.12.2023
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:781, 7910
Fundstelle:GABl. 2015, 834
 

16
Anhang


LPR Anhang 1 – Kalkulation von Landschaftspflege-Leistungen


(Die Kalkulation für die Zuwendungsbeträge setzt als Berechnungsgrundlage eine Bearbeitung der Flächen mit Schlepper voraus.


A. Zuwendungsbeträge bei LPR-Teil A1
(LPR Codes 200, 201, 202, 203, 204, 205, 206)


Die Zuwendungsbeträge berücksichtigen Arbeitsaufwand und Einkommensverluste bei der Ausführung der vereinbarten Tätigkeiten.


1.

Einführung oder Beibehaltung einer extensiven Ackerbewirtschaftung ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Nutzungsaufgabe der Ackerbewirtschaftung

1.1

Beibehaltung ohne Stickstoffdüngung

590 €/ha

1.2

Beibehaltung mit angepasster Stickstoffdüngung

350 €/ha

1.3

Aufgabe der Ackerbewirtschaftung zur Schaffung höherwertiger Biotope

370 €/ha


2.

Umstellung von Acker- auf extensive Grünlandbewirtschaftung ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

2.1

ohne Stickstoffdüngung

510 €/ha

2.2

mit angepasster Stickstoffdüngung

390 €/ha


3.

Grünlandbewirtschaftung ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

3.1

einschürige Mahd und keine Stickstoffdüngung

310 €/ha

3.2

zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung

400 €/ha

3.3

mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von brachgefallenem Grünland

440 €/ha

3.4

mehr als zweischürige Mahd und keine Stickstoffdüngung zur Aushagerung von Intensivgrünland

410 €/ha

3.5

zweischürige Mahd und angepasste Stickstoffdüngung

350 €/ha

3.6

mehr als zweischürige Mahd und ngepasste Stickstoffdüngung

310 €/ha

3.7

Aufgabe der Bewirtschaftung zur Schaffung höherwertiger Biotope

520 €/ha


4.

Beweidung ohne Einsatz von Pflanzenschutz- und (nicht auf der Weide angefallenen) Stickstoff-Düngemitteln

4.1

Hütehaltung – ein bis zwei Weidegänge

360 €/ha

4.2

Hütehaltung – mehr als zwei Weidegänge

550 €/ha

4.3

Extensive Standweide

250 €/ha

4.4.

Koppelweide

310 €/ha


5.

Zulagen Ackerbewirtschaftung

5.1

zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten


5.1.1

bei hohem Arbeits- und Beratungsaufwand

340 €/ha

5.1.2

bei geringerem Arbeits- und Beratungsaufwand

260 €/ha

5.2

Bewirtschaftung in Form von Ackerrandstreifen

100 €/ha

5.3

Maßnahmen auf Flächen mit hoher Bonität (Ackerzahl >60)

150 €/ha


6.

Zulagen Grünlandbewirtschaftung

6.1

zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten

6.1.1

bei hohem Arbeits- und Beratungsaufwand

75 €/ha

6.1.2

bei geringerem Arbeits- und Beratungsaufwand

40 €/ha

6.2

Gesonderte Behandlung von Teilflächen: beispielsweise Stehenlassen von Altgrasbeständen auf 5–20 % der Fläche

6.2.1

Stehenlassen von Altgrasbeständen, einjährig

60 €/ha

6.2.2

Stehenlassen von Altgrasbeständen, überjährig

90 €/ha

6.3

Einsatz von speziellen technischen Einrichtungen (beispielsweise Messerbalkenmähwerk, Zwillingsbereifung)

50 €/ha

6.4

Mechanische Nachpflege (bei Beweidung)

85 €/ha

6.5

Ziegen mitführen bei Hütehaltung

150 €/ha

6.6

6.7

Ziegen mitführen bei Koppelhaltung/ Standweide

Erschwernisausgleich beim Weidemanagement auf Schaf- und Ziegenweiden innerhalb einer
ausgewiesenen Förderkulisse Wolfsprävention. Eine Doppelförderung mit LPR F3 ist auszuschließen.
Fördersatz 100 €/ha.

150 €/ha




B. Sonstige Ausgaben bei LPR Teil A1 (LPR-Code 207), A2 (LPR-Code 209) und LPR Teil B und E


Lassen sich Ausgaben nicht nach den Ziffern 1–6 kalkulieren, sind sie für den einzelnen Fall nach objektiven Kriterien zu bestimmen. Die Ermittlung der Ausgaben kann anhand von Flächensätzen (€/ha) oder Stundensätzen (€/h) erfolgen.


Hierzu sind grundsätzlich die im LaIS hinterlegten Sätze zu verwenden.


Flächensätze sind auf der Grundlage der aktuellen »KTBL Datensammlung Landschaftspflege« in Verbindung mit den aktuellen »Verrechnungssätzen für Baden-Württemberg« des Landesverbands der Maschinenringe (Maschinenringsätze) zu ermitteln.


Sofern fachspezifische Umstände dies erfordern, können auch andere Grundlagen, wie die Verrechnungssätze von Forst BW oder »Kostendatei für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege« des Bayerischen Landesamtes für Umwelt oder der »Schafreport« der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) herangezogen werden.


Bei Vergabe nach Stundensätzen an Landwirte bilden die aktuellen Maschinenringsätze die Obergrenze. Bei Vergabe durch Ausschreibung oder nach Einholung von Angeboten können sich andere Stundensätze ergeben. Arbeiten nach Stundensätzen sind anhand einer Leistungsbeschreibung für Personal und Maschinen zu ermitteln. In diesem Fall sind dem Zählungsantrag (Rechnung mit Verwendungsnachweis) beziehungsweise der Rechnungslegung Rapportzettel beizufügen.


Investitionskosten für Zäune und der Transport von Tieren im Zusammenhang mit Beweidungsmaßnahmen sind in den Zuwendungssätzen nach Anhang I A nicht enthalten.


Sonstige Leistungen Dritter sind auf der Grundlage von Ausschreibungen/Angeboten oder Kostenvoranschlägen zu kalkulieren.


Anfallende Reisekosten werden auf der Grundlage des Landesreisekostengesetzes und der hierzu ergangenen Bestimmungen in der jeweils geltenden Fassung berechnet und vergütet.


Wird bei einem Antrag eines Vereins oder Verbands die Pflegeleistung nach Stundensätzen kalkuliert, wird die Arbeitsleistung (Handarbeit) ehrenamtlicher Helfer mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 % des jeweils aktuellen Satzes der »Verrechnungssätzen für Baden-Württemberg« des Landesverbands der Maschinenringe (Maschinenringsätze) abgegolten, sofern die aufgewendete Zeit entsprechend dokumentiert ist (Rapportzettel).


Der Einsatz von Maschinen inklusive Bedienpersonal wird mit 70 % der nach Maschinenringsätzen kalkulierten Kosten abgegolten


Entsorgungs- oder Verwertungskosten werden nach KTBL, Maschinenringsätzen, der Kostendatei des bayerischen LfU bzw. durch Ausschreibung oder Einholung von Angeboten ermittelt.


C. Besondere Bestimmungen, Auflagen bzw. Bearbeitungshinweise zur Zielerreichung


Die vertraglichen Inhalte sind am naturschutzfachlichen Ziel auszurichten. Grundlage für die fachliche Ausgestaltung der Vertragsbestimmungen sind bei Lebensraumtypen und Arten der FFH- bzw. Vogelschutzrichtlinie die Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen, die in den Broschüren »Beeinträchtigungen von FFH-Gebieten« (LfU 2002) und »Handlungsanweisungen für Vogelschutzgebiete« (LfU 2005) beschrieben sind sowie die vorliegenden Managementpläne für Natura 2000-Gebiete. Weiterhin sind die Arten- und Biotophilfskonzepte der LUBW sowie die Definitionen nach § 30 BNatSchG in Verbindung mit § 33 NatSchG heranzuziehen. Bei anderen Arten werden die Vorgaben des Arten- und Biotopschutzprogramms (§ 39 NatSchG) berücksichtigt.


Konkrete Vorgaben zur Beschränkung der Düngung müssen kontrollierbar sein.


Eine Vereinbarung nach den Nummern 3.3 oder 3.4 sollte nach fünf Jahren in eine Vereinbarung nach Nummern 3.1 bis 3.2 übergehen.


D. Allgemeine Empfehlungen oder Auflagen für vertragliche Vereinbarungen:


1. Bei allen Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes:


Boden schonend bearbeiten,


Vorgegebene beschränkte, dem ökologischen Ziel angepasste Düngung bis zu vollständigem Düngeverzicht,


keine Ausbringung von Klärschlammprodukten,


keine Entwässerung, gegebenenfalls bestehende Anlage nach Vorgabe unterhalten,


keine Aufforstung, Auffüllung, Abgrabung, Ablagerung oder sonstige vertragsfremde Nutzung,


Einhaltung der Vorgaben nach Cross Compliance und der guten fachlichen Praxis.


2. Zusätzlich bei der Umstellung von Acker- auf extensive Grünlandbewirtschaftung:


Begrünung nach Vorgabe, nach Möglichkeit mit autochthonem Saatgut.


3. Zusätzlich bei Grünlandbewirtschaftung:


Vorgaben zur extensiven Weide- oder Wiesennutzung.


4. Zusätzlich bei der Aufgabe der Ackernutzung oder Grünlandbewirtschaftung:


keine Bewirtschaftung, möglich bleibt Wanderbeweidung im Winterhalbjahr,


keine Entwässerung, gegebenenfalls Unterhalten einer bestehenden Anlage, nach Vorgabe.


5. Zusätzlich bei Bewirtschaftungsaufgabe von Acker mit Offenhaltung der Fläche:


Pflege nach Vorgabe.


6. Zusätzlich bei Beweidung (generelle Auflagen):


Aufnahme von mindestens 2/3 des Aufwuchses pro Weidegang,


Einrichtung von Pferchen nur außerhalb naturschutzfachlich hochwertiger Biotope zulässig.

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