Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Hinweis

Dokument

  in html speichern drucken pdf Dokument Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Vorschrift
Normgeber:Bundesministerium der Finanzen
Vorschrift:VV DEU BMF 2002-10-01 IV C 4-S 2223-301/02
Fassung vom:01.10.2002
Gültig ab:01.10.2002
  Gültigkeitshinweis
Quelle:juris Logo
Normen:§ 33 EStG , § 5 Abs 1 Nr 9 KStG , R 11 Abs 2 LStR , R 187 Nr 7 EStR , § 53 Nr 2 S 3 AO ... mehr
BStBl-Fundstelle:BStBl I 2002, 960
Karteifundstellen:Sonderregelungen in Katastrophenfällen-Kartei ST 2002 - Hochwasser, KSt-Kartei BY § 5 Abs 1 Nr 9 KStG Karte 2.1, ESt-Kartei HE § 10b EStG Fach 1 Karte 44, EStG-Kartei BR (alt) § 3 EStG Fach 5 Nr 16, EStG-Kartei BR (alt) § 4 (4) EStG Fach 1 Nr 12 ... mehr
Zitiervorschlag:Bundesministerium der Finanzen, 01.10.2002, IV C 4-S 2223-301/02, FMNR526000002 Zitiervorschlag


Steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer der Hochwasserkatastrophe im August 2002;
Zusammenstellung der Maßnahmen



Sitzung ESt VI/02 TOP 1



Durch das Hochwasser im August 2002 sind in Teilen des Bundesgebietes beträchtliche Schäden entstanden. Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder werden die zur Unterstützung der Opfer getroffenen Verwaltungsregelungen in diesem Schreiben zusammengefasst. Sie gelten, soweit nicht ausdrücklich anderes bestimmt ist, in der Zeit vom 1. August 2002 bis zum 31. Dezember 2002.



I.
Steuerliche Behandlung von Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen


1.
Zuwendung als Sponsoring-Maßnahme


Die Aufwendungen des Unternehmers sind nach den im BMF-Schreiben - IV B 2-S 2144-40/98 -/- IV B 7-S 0183-62/98 - vom 18. Februar 1998 (BStBl I 1998 S. 212) dargestellten Grundsätzen zum Betriebsausgabenabzug zuzulassen. Aufwendungen des sponsernden Unternehmers sind danach Betriebsausgaben, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, die in der Sicherung oder Erhöhung seines unternehmerischen Ansehens liegen können, für sein Unternehmen erstrebt. Diese wirtschaftlichen Vorteile sind u.a. dadurch erreichbar, dass der Sponsor öffentlichkeitswirksam (z.B. durch Berichterstattung in Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen usw.) auf seine Leistungen aufmerksam macht.


2.
Zuwendungen an Geschäftspartner


Wendet der Unternehmer seinen hochwassergeschädigten Geschäftspartnern zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehungen unentgeltlich Leistungen aus seinem Betriebsvermögen zu, sind die Aufwendungen in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG ist insoweit aus Billigkeitsgründen nicht anzuwenden.


3.
Sonstige Zuwendungen


Erfüllt die Zuwendung des Unternehmers unter diesen Gesichtspunkten nicht die Voraussetzungen für den Betriebsausgabenabzug, so ist aus allgemeinen Billigkeitserwägungen wie bereits nach Tz. 2a des BMF-Schreibens - IV A 7-S 0336-21/90 - vom 15. März 1990 (BStBl I S. 122) die Zuwendung von Wirtschaftsgütern oder sonstigen betrieblichen Nutzungen und Leistungen (nicht hingegen Geld) des Unternehmers aus einem inländischen Betriebsvermögen an hochwassergeschädigte Unternehmen als Betriebsausgabe zu behandeln, die ohne Rücksicht auf § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 1 EStG abgezogen werden darf.


4.
Behandlung der Zuwendungen beim Empfänger


In den Fällen der Nrn. 1 bis 3 sind die Zuwendungen beim Empfänger gem. § 6 Abs. 4 EStG als Betriebseinnahme mit dem gemeinen Wert anzusetzen.


II.
Lohnsteuer


Aus Billigkeits- und Vereinfachungsgründen gilt Folgendes:


1.
Unterstützungen an Arbeitnehmer


Beihilfen und Unterstützungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer können nach R 11 LStR steuerfrei sein. R 11 Abs. 2 LStR ist auf Unterstützungen, die von der Hochwasserkatastrophe betroffene Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber erhalten, mit folgender Maßgabe anzuwenden:


-
die in R 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 bis 3 LStR genannten Voraussetzungen brauchen nicht vorzuliegen,


-
die Unterstützungen sind bis zu einem Betrag von 800 EUR je Kalenderjahr steuerfrei. Der 800 EUR übersteigende Betrag gehört nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn unter Berücksichtigung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Arbeitnehmers ein besonderer Notfall vorliegt. Im Allgemeinen kann bei den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Arbeitnehmern von einem besonderen Notfall ausgegangen werden.


Auf Unterstützungen, die in Form von sonst steuerpflichtigen Zinsvorteilen (R 31 Abs. 11 LStR) oder in Form von Zinszuschüssen gewährt werden, ist die vorstehende Regelung ebenfalls anzuwenden. Zinszuschüsse und Zinsvorteile bei Darlehen, die zur Beseitigung von Schäden aus der Hochwasserkatastrophe aufgenommen worden sind, sind deshalb ebenfalls nach R 11 Abs. 2 LStR steuerfrei, und zwar während der gesamten Laufzeit des Darlehens. Voraussetzung ist, dass das Darlehen die Schadenshöhe nicht übersteigt. Bei längerfristigen Darlehen sind Zinszuschüsse und Zinsvorteile insgesamt nur bis zu einem Betrag in Höhe des Schadens steuerfrei.


Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV); dabei ist auch zu dokumentieren, dass der die Leistung empfangende Arbeitnehmer im Einzugsgebiet des Hochwassers zu Schaden gekommen ist.


2.
Arbeitslohnspende


Verzichten Arbeitnehmer auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns oder auf Teile eines angesammelten Wertguthabens


a)
zugunsten einer Beihilfe des Arbeitgebers an vom Hochwasser betroffene Arbeitnehmer des Unternehmens (Nummer 1) oder


b)
zugunsten einer Zahlung des Arbeitgebers auf ein Spendenkonto einer spendenempfangsberechtigten Einrichtung im Sinne des § 49 EStDV,


bleiben diese Lohnteile bei der Feststellung des steuerpflichtigen Arbeitslohns außer Ansatz, wenn der Arbeitgeber die Verwendungsauflage erfüllt und dies dokumentiert.


Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist im Lohnkonto aufzuzeichnen (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 Satz 1 LStDV). Auf die Aufzeichnung kann verzichtet werden, wenn stattdessen der Arbeitnehmer seinen Verzicht schriftlich erteilt hat und diese Erklärung zum Lohnkonto genommen worden ist.


Der außer Ansatz bleibende Arbeitslohn ist nicht in der Lohnsteuerbescheinigung (§ 41b Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 EStG) anzugeben.


Die steuerfrei belassenen Lohnteile dürfen im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung nicht als Spende berücksichtigt werden.


III.
Aufsichtsratsvergütungen


Verzichtet ein Aufsichtsratsmitglied vor Fälligkeit bzw. Auszahlung auf Teile seiner Aufsichtsratsvergütung, gelten die unter II. 2. genannten Grundsätze sinngemäß. Der Betriebsausgabenabzug auf Seiten des Unternehmens bleibt unberührt.


IV.
Spenden


1.
Begünstigter Zweck


Die Verwendung von Mitteln für Opfer der Hochwasserkatastrophe 2002 ist als Förderung mildtätiger Zwecke (§ 53 AO) steuerbegünstigt. Mildtätigkeit ist nach dieser Vorschrift die selbstlose Unterstützung hilfsbedürftiger natürlicher Personen, deren wirtschaftliche Lage durch die Hochwasserschäden zu einer Notlage i.S. des § 53 Nr. 2 Satz 3 AO geworden ist. Zuwendungen für die Wiederherstellung eines durch die Hochwasserkatastrophe geschädigten Betriebs sind deshalb nur dann als für mildtätige Zwecke verwendet anzusehen, wenn eine steuerbegünstigte Körperschaft oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts die Mittel an eine natürliche Person weitergibt, die als Unternehmer, Mitunternehmer oder Gesellschafter einer Unternehmens-Kapitalgesellschaft durch die Schädigung des Betriebs selbst in einer Notlage ist.


2.
Vereinfachter Spendennachweis


Für alle Sonderkonten, die von inländischen juristischen Personen des öffentlichen Rechts, inländischen öffentlichen Dienststellen oder von den amtlich anerkannten Verbänden der freien Wohlfahrtspflege eingerichtet wurden, gilt ohne betragsmäßige Beschränkung der vereinfachte Spendennachweis. Nach § 50 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStDV genügt in diesen Fällen als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung (z.B. Kontoauszug) eines Kreditinstitutes.


Aus Solidarität mit den Hochwassergeschädigten haben nicht steuerbegünstigte Spendensammler Spendenkonten eingerichtet und zu Spenden aufgerufen. Diese Spenden sind steuerlich abziehbar, wenn das Spendenkonto als Treuhandkonto geführt wird und die Spenden anschließend entweder an eine gemeinnützige Körperschaft oder an eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts bzw. eine inländische öffentliche Dienststelle weitergeleitet werden. Zur Erstellung von Zuwendungsbestätigungen muss dem Spendenempfänger auch eine Liste mit den einzelnen Spendern und dem jeweiligen Anteil an der Gesamtsumme übergeben werden. Unter folgenden Voraussetzungen ist auch ein vereinfachter Spendennachweis möglich: Die gesammelten Spenden werden auf ein Sonderkonto einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder eines amtlich anerkannten Verbandes der freien Wohlfahrtspflege überwiesen. Die einzelnen Spender erhalten eine Ablichtung der Buchungsbestätigung des Kreditinstituts sowie eine Liste über alle beteiligten Spender einschließlich der jeweils geleisteten Beträge. Es ist auch möglich, dass statt der Liste eine (Einzel-)Bestätigung für jeden Spender erstellt wird.


V.
Spendenaktionen von gemeinnützigen Körperschaften für durch die Hochwasserkatastrophe geschädigte Personen


Einer gemeinnützigen Körperschaft ist es grundsätzlich nicht erlaubt, Mittel für steuerbegünstigte Zwecke zu verwenden, die sie nach ihrer Satzung nicht fördert (§ 55 Abs. 1 Nr. 1 AO). Ruft eine gemeinnützige Körperschaft, die nach ihrer Satzung keine mildtätigen Zwecke verfolgt (z.B. Sportverein, Bildungsverein, Kleingartenverein oder Brauchtumsverein), zu Spenden zur Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe 2002 auf, gilt Folgendes:


Es ist unschädlich für die Steuerbegünstigung einer Körperschaft, die nach ihrer Satzung keine mildtätigen Zwecke fördert, wenn sie Mittel, die sie im Rahmen einer Sonderaktion für die Hilfe für Opfer der Hochwasserkatastrophe 2002 erhalten hat, ohne entsprechende Änderung ihrer Satzung unmittelbar für den angegebenen Zweck verwendet. Die Körperschaft hat die Bedürftigkeit der unterstützten Person selbst zu prüfen und zu dokumentieren. Sie muss in der Zuwendungsbestätigung für Spenden, die sie für die Hilfe für Opfer der Hochwasserkatastrophe erhält und verwendet, Zuwendungen für mildtätige Zwecke bescheinigen. Auf die Sonderaktion ist in der Zuwendungsbestätigung hinzuweisen.


VI.
Elementarschäden als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG


Aufwendungen für die Beseitigung von Schäden an einer selbstgenutzten Wohnung im eigenen Haus oder einer selbstgenutzten Eigentumswohnung sowie für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung können nach R 187 Nr. 7 EStR nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abgezogen werden, wenn der Steuerpflichtige zumutbare Schutzmaßnahmen unterlassen oder eine allgemein zugängliche und übliche Versicherungsmöglichkeit nicht wahrgenommen hat.


Bei den durch die Hochwasserkatastrophe unmittelbar geschädigten Steuerpflichtigen ist der Abzug der o.a. Aufwendungen für die Schadensbeseitigung sowie für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung als außergewöhnliche Belastungen bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen der R 187 EStR nicht wegen einer fehlenden Versicherung gegen Hochwasserschäden zu versagen. Eine sogenannte Elementarversicherung stellt keine allgemein zugängliche und übliche Versicherungsmöglichkeit im Sinne der R 187 Nr. 7 EStR dar. Dies gilt auch, wenn die Aufwendungen für die Schadensbeseitigung erst nach dem 31. Dezember 2002 getätigt werden.


Die nach Abzug der zumutbaren Belastung als außergewöhnliche Belastung abziehbaren Aufwendungen können auch gemäß § 39a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 39a Abs. 2 Satz 4 EStG als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden.


VII.
Umsatzsteuer


Das Umsatzsteuerrecht ist in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union insbesondere durch die Vorschriften der Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 (6. EG-Richtlinie) weitgehend harmonisiert. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die dort getroffenen Regelungen in nationales Recht umzusetzen. Die 6. EG-Richtlinie kennt keine Möglichkeit, die es einem Mitgliedstaat zur Bewältigung von Naturkatastrophen, wenn auch nur zeitlich und sachlich begrenzt, gestatten würde, von den verbindlichen Richtlinienvorschriften abzuweichen.


Sachliche Billigkeitsmaßnahmen bei unentgeltlichen Zuwendungen aus einem Unternehmen nach § 3 Abs. 1b UStG sind daher ebenso wenig möglich wie eine Ausweitung der Steuervergütung nach § 4a UStG.


VIII.
Weitere steuerliche Erleichterungen für unmittelbar Betroffene


Weitere Erleichterungen, z.B. im Hinblick auf Stundungs- und Vollstreckungsmaßnahmen, Anpassung der Vorauszahlungen, Verlust von Buchführungsunterlagen, ergeben sich aus den von den obersten Finanzbehörden der Länder herausgegebenen Billigkeitserlassen, die dem mit BMF-Schreiben vom 4. Juni 2002 - IV D 2-S 0336-4/02 - übersandten so genannten "Rahmenkatalog" entsprechen.


Nach § 13 Abs. 1 Nr. 17 ErbStG sind Zuwendungen von der Schenkungsteuer befreit, wenn sie ausschließlich mildtätigen Zwecken im Sinne des § 53 AO gewidmet sind und die Verwendung zu diesem Zweck gesichert ist.




Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht. Es steht ab sofort für eine Übergangszeit auf den Internet-Seiten des Bundesministeriums der Finanzen unter der Rubrik Steuern und Zölle - Steuern - Veröffentlichungen zu Steuerarten - Einkommensteuer - (http://www.bundesfinanzministerium.de/Einkommensteuer-.479.htm) zum Download bereit.





Zusatz Finanzministerium Freistaat Thüringen:
Meine Erlasse vom 23.08.2002 - S 2332 A-63/02-204,
05.09.2002 - S 2332 A-63/02-204.1,
09.09.2002 - S 2223 A-56/02-201(H),
11.09.2002 - S 2223 A-56/02-201(H) und
12.09.2002 - S 0171 A-42-205 werden hiermit aufgehoben.





Zusatz der Oberfinanzdirektion Koblenz:

Für Rheinland-Pfalz wurde vom FM, Mainz kein Billigkeitserlass bekannt gegeben. Der im o.a. Abschnitt VIII aufgeführte "Rahmenkatalog" vom 04.06.2002 ist als Anlage beigefügt. Soweit von den obersten Finanzbehörden anderer Bundesländer auf diesen "Rahmenkatalog" gestützte Billigkeitsmaßnahmen - insbesondere zu Tz. 1.1.1 bis 1.1.3 - erlassen wurden, betreffen diese in der Regel den Zeitraum vom 01.08.2002 bis zum 31.12.2002.

Anlage
BMF-Schreiben vom 04.06.2002





Hinweis der OFD Karlsruhe:
Für Spendenaktionen eingerichtete Sonderkonten - siehe ESt-Kartei BW § 10b EStG Fach 2





KSt-Kartei BY:

Zu Abschn. IV Nr. 2
Anmerkung der OFDen München und Nürnberg:
Wegen der anerkannten Sonderkonten vgl. ESt-Kartei, Anlage 1 zu § 10b Karte 10.3 .

KSt-Kartei BY Nr. 21/2002





Zusatz der OFD Magdeburg:



Zuwendungen über einen Zuwendungsempfänger i. S. d. § 49 EStDV



Zuwendungen an Hochwasseropfer sind steuerlich nur begünstigt, wenn sie an eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts, eine inländische öffentliche Dienststelle oder eine in § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichnete Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse geleistet werden. Somit ist eine Zuwendung direkt an ein ganz bestimmtes Hochwasseropfer steuerlich nicht begünstigt.



Wird die Zuwendung über eine inländische juristische Person des öffentlichen Rechts, eine inländische öffentliche Dienststelle oder eine in § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichnete Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse mit der Auflage geleistet, diese Zuwendung an eine bestimmte vom Hochwasser betroffene Person zu geben, so ist sie nicht als Sonderausgabe im Sinne des § 10 b EStG abzugsfähig (R 111 Abs. 1 EStR 2001).



Unschädlich ist dagegen ausnahmsweise, wenn die Zuwendung mit der Bitte um Weiterleitung an eine bestimmte vom Hochwasser betroffene Person oder mit einem entsprechenden Vorschlag getätigt wird.



Hinweis ausblendenHinweis



ESt-Kartei BY:
Ersetzt durch Verfügung vom 28.10.2002,
VV BY OFD München 2002-10-28 S 2223-151 St 41



LSt-Kartei BY: Aussonderung
Grund: Bereits in der ESt-Kartei erfasst (Doppelerfassung)



Aufhebung durch BMF-Schreiben zur Eindämmung der Normenflut vom 29.03.2007,
VV DEU BMF 2007-03-29 IV C 6-O 1000/07/0018.
Die Aufhebung hat deklaratorischen Charakter, soweit die aufgehobenen BMF-Schreiben bereits aus anderen Gründen keine Rechtswirkung mehr entfalten.



EStG-Kartei BE:
Ausgesondert durch Erlass vom 27.06.2007,
VV BE FinSen 2007-06-27 III A-S 2531-1/2005



KSt-Kartei BY:
Aussonderung durch Verfügung vom 07.01.2010,
VV BY LfSt 2010-01-07



ESt-Kartei BW / LSt-Kartei BW Stand 28.02.2019: Aussonderung (keine Übernahme in die aktuelle ESt- und LSt-Kartei BW)

Anwendende Verweise ausblendenAnwendende Verweise

EStG § 4 Abs 5 (Nichtanwendung)
EStH 2001 H 111 Abs 1 (Zitierung)
KStG 1977 § 5 Abs 1 (Zitierung)
VV BY OFD München 2002-10-28 S 2223-151 St 41 (Anwendung)
VV DEU BMF 2002-06-04 IV D 2-S 0336-4/02 (Anwendung)

Sonstige Verweise ausblendenSonstige Verweise

Zusatzinformationen ausblendenZusatzinformationen


Bundesministerium der Finanzen Bonn, 01.10.2002
IV C 4-S 2223-301/02
Bayerisches Staatsministerium München, 10.10.2002
der Finanzen
32-S 2223-387-44084/02
Oberfinanzdirektion München München, 23.10.2002
S 2223-151 St 41
S 2223-151 St 423
Oberfinanzdirektion Nürnberg Nürnberg, 23.10.2002
S 2223-454/St 31
Hessisches Ministerium Wiesbaden, 14.10.2002
der Finanzen
S 2223 A-303-II A 1a
Oberfinanzdirektion Frankfurt Frankfurt, 14.10.2002
S 2223 A-165-St II 25
Oberfinanzdirektion Koblenz Koblenz, 17.10.2002
S 1915 A-St 34 1
Saarland Saarbrücken, 01.10.2002
Ministerium für Finanzen
und Bundesangelegenheiten
B/2-4-139/02-S 2223
Ministerium für Finanzen Magdeburg, 09.10.2002
des Landes Sachsen-Anhalt
42-S 1915-3
Oberfinanzdirektion Magdeburg Magdeburg, 16.10.2002
S 2223-106-St 217
Freistaat Thüringen Erfurt, 08.10.2002
Finanzministerium
S 2223 A-56/02-201.3

 


Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie genau dieses Dokument verlinken möchten:
http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=jv-FMNR526000002&psml=bsbawueprod.psml&max=true