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Amtliche Abkürzung:BVG
Fassung vom:10.12.2019 Fassungen
Gültig ab:01.01.2020
Gültig bis:31.12.2023
Dokumenttyp:Gesetz
Quelle:juris Logo
FNA:FNA 830-2
Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges
Bundesversorgungsgesetz
§ 27h
(1) Haben Beschädigte oder Hinterbliebene für die Zeit, für die Hilfe erbracht wird, nach bürgerlichem Recht einen Unterhaltsanspruch, geht dieser bis zur Höhe der geleisteten Aufwendungen zusammen mit dem unterhaltsrechtlichen Auskunftsanspruch auf den Träger der Kriegsopferfürsorge über. Der Übergang des Anspruchs ist ausgeschlossen, soweit der Unterhaltsanspruch durch laufende Zahlungen erfüllt wird. Gleiches gilt, wenn Unterhaltspflichtige mit Beschädigten oder Hinterbliebenen im zweiten oder in einem entfernteren Grad verwandt sind, sowie für Unterhaltsansprüche gegen Verwandte ersten Grades einer Beschädigten oder Hinterbliebenen, die schwanger ist oder ihr leibliches Kind bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres betreut. § 115 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch geht der Regelung des Absatzes 1 Satz 1 vor.
(1a) Unterhaltsansprüche der Leistungsberechtigten gegenüber ihren Kindern und Eltern sind nicht zu berücksichtigen, es sei denn, deren jährliches Gesamteinkommen im Sinne des § 16 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch beträgt jeweils mehr als 100 000 Euro (Jahreseinkommensgrenze). Der Übergang von Ansprüchen der Leistungsberechtigten ist ausgeschlossen, sofern Unterhaltsansprüche nach Satz 1 nicht zu berücksichtigen sind. Es wird vermutet, dass das Einkommen der unterhaltsverpflichteten Personen nach Satz 1 die Jahreseinkommensgrenze nicht überschreitet. Zur Widerlegung der Vermutung nach Satz 3 kann der Träger der Kriegsopferfürsorge von den Leistungsberechtigten Angaben verlangen, die Rückschlüsse auf die Einkommensverhältnisse der Unterhaltspflichtigen nach Satz 1 zulassen. Liegen im Einzelfall hinreichende Anhaltspunkte für ein Überschreiten der Jahreseinkommensgrenze vor, so sind die Kinder oder Eltern der Leistungsberechtigten gegenüber dem Träger der Kriegsopferfürsorge verpflichtet, über ihre Einkommensverhältnisse Auskunft zu geben, soweit die Durchführung dieses Gesetzes es erfordert. Die Pflicht zur Auskunft umfasst die Verpflichtung, auf Verlangen des Trägers der Kriegsopferfürsorge Beweisurkunden vorzulegen oder ihrer Vorlage zuzustimmen. Die Sätze 1 bis 6 gelten nicht bei Leistungen nach § 27a an minderjährige Kinder.
(2) Der Anspruch geht nur über, soweit Beschädigte und Hinterbliebene ihr Einkommen und Vermögen nach den Bestimmungen des § 25e Abs. 1, § 25f Abs. 1 bis 4, § 26b Abs. 4, § 26c Absatz 5 sowie § 27d Abs. 5 einzusetzen haben. Der Übergang des Anspruchs gegen einen nach bürgerlichem Recht Unterhaltspflichtigen ist ausgeschlossen, wenn dies eine unbillige Härte bedeuten würde. Der Anspruch volljähriger Unterhaltsberechtigter, die Eingliederungshilfe oder Hilfe zur Pflege erhalten, gegenüber ihren Eltern geht wegen Leistungen nach den §§ 26c und 27d mit Ausnahme der Leistung nach § 27d Absatz 1 Nummer 3 nur in Höhe von bis zu 26 Euro monatlich, wegen Leistungen nach § 27a nur in Höhe von bis zu 20 Euro monatlich über. Es wird vermutet, dass der Anspruch in Höhe der genannten Beträge übergeht und mehrere Unterhaltspflichtige zu gleichen Teilen haften; die Vermutung kann widerlegt werden. Die in Satz 3 genannten Beträge verändern sich zum gleichen Zeitpunkt und um denselben Vomhundertsatz, um den sich das Kindergeld verändert.
(3) Für die Vergangenheit kann der Träger der Kriegsopferfürsorge den übergegangenen Unterhalt außer unter den Voraussetzungen des Bürgerlichen Rechts nur von der Zeit an fordern, zu welcher er dem Unterhaltspflichtigen die Gewährung der Hilfe schriftlich mitgeteilt hat. Wenn die Hilfe voraussichtlich auf längere Zeit gewährt werden muß, kann der Träger der Kriegsopferfürsorge bis zur Höhe der bisherigen monatlichen Aufwendungen auch auf künftige Leistungen klagen.
(4) Der Träger der Kriegsopferfürsorge kann den auf ihn übergegangenen Unterhaltsanspruch im Einvernehmen mit den Leistungsberechtigten auf diese zur gerichtlichen Geltendmachung rückübertragen und sich den geltend gemachten Unterhaltsanspruch abtreten lassen. Kosten, mit denen Leistungsberechtigte dadurch selbst belastet werden, sind zu übernehmen. Über die Ansprüche nach den Absätzen 1 bis 3 ist im Zivilrechtsweg zu entscheiden.

Fußnoten ausblendenFußnoten

§ 27h: Eingef. durch Art. 8 Nr. 3 G v. 23.6.1993 I 944 mWv 27.6.1993
§ 27h Abs. 1 Satz 1: IdF d. Art. 10 Nr. 2 Buchst. a G v. 23.7.1996 I 1088 mWv 1.8.1996 u. d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. a DBuchst. aa G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007
§ 27h Abs. 1 Satz 3: IdF d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. a DBuchst. bb G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007
§ 27h Abs. 1a: Eingef. durch Art. 6 Nr. 2 Buchst. a G v. 10.12.2019 I 2135 mWv 1.1.2020
§ 27h Abs. 2 Satz 1: IdF d. Art. 9 Nr. 10 nach Maßgabe des Vierten Teils (Art. 36 bis 52) G v. 26.5.1994 I 1014 mWv 1.4.1995, d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. b DBuchst. aa G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007 u. d. Art. 12 Nr. 8 G v. 23.12.2016 I 3191 mWv 1.1.2017
§ 27h Abs. 2 Satz 2 bis 5: Früher Satz 2 gem. u. idF d. Art. 47 Nr. 17 G v. 19.6.2001 I 1046 mWv 1.7.2001; Abs. 2 Satz 3 bis 5 idF d. Art. 58 Nr. 7 G v. 27.12.2003 I 3022 mWv 1.1.2005
§ 27h Abs. 2 Satz 3: IdF d. Art. 47 Nr. 2 G v. 27.4.2002 I 1467 mWv 1.1.2002, d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. b DBuchst. bb G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007 u. d. Art. 6 Nr. 2 Buchst. b G v. 10.12.2019 I 2135 mWv 1.1.2020
§ 27h Abs. 3 Satz 1: IdF d. Art. 10 Nr. 2 Buchst. b G v. 23.7.1996 I 1088 mWv 1.8.1996
§ 27h Abs. 4 Satz 1: Eingef. durch Art. 10 Nr. 2 Buchst. c G v. 23.7.1996 I 1088 mWv 1.8.1996: idF d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. c DBuchst. aa G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007
§ 27h Abs. 4 Satz 2: Eingef. durch Art. 10 Nr. 2 Buchst. c G v. 23.7.1996 I 1088 mWv 1.8.1996; idF d. Art. 1 Nr. 30 Buchst. b DBuchst. bb G v. 13.12.2007 I 2904 mWv 21.12.2007
§ 27h Abs. 4 Satz 3: Früher einziger Text gem. Art. 10 Nr. 2 Buchst. c G v. 23.7.1996 I 1088 mWv 1.8.1996

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