Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Trefferliste

Dokument

  in html speichern drucken pdf Dokument Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Einzelvorschrift
Aktuelle Gesamtvorschrift
Blättern zur vorhergehenden Verwaltungsvorschrift Blättern in der Vorschrift Blättern zur nachfolgenden Verwaltungsvorschrift
Normgeber:Innenministerium
Aktenzeichen:III 6 - 4101 - 4/1
Erlassdatum:11.06.1981
Fassung vom:15.04.1983
Gültig ab:27.05.1983
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:9232
Fundstelle:GABl. 1981, 729
 

Anlage 15: Anlage 2 zu § 44 Abs. 1 Hinweise des Innenministeriums auf Verbesserungsmaßnahmen bei Unfallhäufungen



Meldung über Unfallhäufung



Hinweise des Innenministeriums
auf Verbesserungsmaßnahmen bei Unfallhäufungen


Häufungen von Unfällen bestimmten Typs oder mit bestimmten Sondermerkmalen bei jeweils gleichen Konfliktsituationen oder Häufungen von Unfällen, bei denen sonstige gleiche Umstände vorlagen, geben immer Anlaß, nach unfallbegünstigenden Faktoren und nach Möglichkeiten zur Verbesserung der äußeren Verhältnisse zu suchen.



Welche Abhilfemaßnahmen jeweils in Frage kommen, hängt von der Eigenart des Unfallgeschehens, von den örtlichen Gegebenheiten der Unfallstelle und gewissen verkehrlichen Bedingungen ab.

Bei Erkundung von Abhilfemaßnahmen für Stellen, an denen sich z. B. Unfälle einzelner Typen bei jeweils gleicher Konfliktsituation gehäuft haben, können folgende Hinweise nützlich sein:



1.
Häufung von Fahrunfällen
Fahrunfälle entstehen in der Regel in Kurven, ggf. auch an sonstigen Stellen, die an die Fahrzeugbeherrschung besondere Anforderungen stellen (unebene oder schlüpfrige Fahrbahn, Engpaß).


Wenn sich Fahrunfälle häufen, sollten folgende Fragen untersucht und folgende Abhilfemaßnahmen erwogen werden:


-
Ist die Kurve bei der Annäherung rechtzeitig erkennbar?
Wenn das nicht der Fall ist, so ist vor allem eine Verbesserung der optischen Führung durch bauliche Maßnahmen anzustreben. In Frage kommt z. B. die Beseitigung einer vor der Kurve liegenden sichtbehindernden Kuppe. In anderen Fällen ist die Einschaltung eines Übergangsbogens vor der Kurve zu erwägen. Kann am Verlauf der Straße selbst nichts geändert werden oder verspricht eine Änderung keinen Erfolg, so sollte der Außenrand der Kurve in der Weise durch senkrechte Elemente (z. B. Bewuchs) betont werden, daß dem Fahrer deutlich gemacht wird, wie stark seine Fahrtrichtung vor dem ihm gezeigten Hindernis nach rechts oder links abknickt. Ggf. ist zusätzlich, in besonderen Fällen auch statt dessen, die Aufstellung eines Gefahrzeichens 103, evtl. auf beiden Straßenseiten, ratsam.


-
Ist der Richtungssinn der Kurve rechtzeitig erkennbar?
Wenn das nicht der Fall ist, ist ggf. mit den gleichen Mitteln zu helfen wie im vorigen Fall. Besonders empfehlenswert ist hier die Aufstellung einer Richtungstafel in gerader Verlängerung der auf die Kurve zuführenden Straße.


-
Ist rechtzeitig erkennbar, wie klein der Radius der Kurve ist, d. h. wie stark die Geschwindigkeit in der Kurve ermäßigt werden muß?
Wenn das nicht der Fall ist, z. B. wenn der Radius deutlich kleiner ist als die Radien der vorher durchfahrenen Kurven, so ist eine bauliche Verbesserung anzustreben und die Kurve nach Möglichkeit so umzubauen, daß die Unstetigkeit beseitigt wird. Ist das nicht möglich, so ist durch eine Richtungstafel und die zusätzliche Anbringung des Gefahrzeichens 103 zu warnen, ggf. ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu beschränken.


-
Ist die Länge einer Kurve in dem notwendigen Umfange zu erkennen, z. B. kann der Fahrer bei der Annäherung an die Kurve deren Ende sehen oder abschätzen, welche Strecke er in der Kurve zurückzulegen hat?
Ist das nicht der Fall, so sollten die Sichtverhältnisse durch die Beseitigung etwaiger Hindernisse am Innenrand der Kurve verbessert werden. Ist das nicht möglich, so sind mehrere Richtungstafeln so aufzustellen, daß der Fahrer während der kritischen Kurvenfahrt ständig Richtungstafeln vor Augen hat. Außerdem ist die Vorwarnung durch das Gefahrzeichen 103 zu erwägen. Erforderlichenfalls ist zusätzlich die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu beschränken.


-
Bleibt der Kurvenradius des Hauptbogens konstant, oder handelt es sich um eine Kurve mit immer kleiner werdenden Radien?
Im letzten Fall sollte ein Umbau angestrebt werden. Ist er nicht oder nicht sofort zu realisieren, so sollten Richtungstafeln ab der Stelle aufgestellt werden, wo der Radius klein wird. Vor der Kurve sollte durch das Gefahrzeichen 103 gewarnt werden; ggf. ist zusätzlich eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Betracht zu ziehen.


Ereignen sich besonders viele Fahrunfälle bei nasser Straße, so ist zu prüfen, ob die Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche in der Kurve wesentlich geringer ist als im anschließenden Abschnitt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß sich ohnehin ca. 50 v. H. aller Fahrunfälle ereignen, wenn die Straße naß ist.


Treten besonders viele Fahrunfälle bei Nacht auf (auch ohne Mitwirkung besonders ungünstiger Faktoren geschehen rund 50 v. H. aller Fahrunfälle bei Dunkelheit), so ist eine nächtliche Ortsbesichtigung ratsam. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob eine optische Irreführung bei Nacht gegeben sein kann. Auf Irreführungen durch Straßenbeleuchtung ist besonders zu achten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß durch Leuchten nicht nur eine optische Irreführung bewirkt werden kann, sondern daß durch Leuchten am Kurveninnenrand bei nasser Fahrbahn auf der Straße u. U. keinerlei Leuchtdichte entsteht und der Fahrer die Orientierung verlieren und Hindernisse nicht mehr wahrnehmen kann.


Wenn sich in einer Kurve Fahrunfälle ereignet haben, so ist unabhängig davon, ob Fahrzeuge bei solchen Unfällen mit Bäumen kollidierten, zu prüfen, ob Bäume und sonstige seitliche Hindernisse, die für von der Fahrbahn abgekommene Fahrzeuge gefährlich werden können, beseitigt werden müßten. Auf den Erlaß des Innenministeriums über die Entfernung von Bäumen an Außenstrecken von Straßen des überörtlichen Verkehrs vom 29. Januar 1971 (GABl. S. 197) wird hingewiesen.


2.
Häufung von Abbiegeunfällen


2.1
Zusammenstöße zwischen Linksabbiegern und nachfolgendem Verkehr


Wenn sich solche Unfälle häufen, ist folgendes zu prüfen bzw. anzuregen:


-
Ist die Kreuzung/Einmündung rechtzeitig als solche erkennbar?
Wenn das nicht der Fall ist, so ist, besonders wenn keine Linksabbiegespur da ist, die Beseitigung etwaiger Sichthindernisse vor dem Knotenpunkt in Betracht zu ziehen. Insbesondere ist anzustreben, sichtbehindernde Kuppen vor Kreuzungen und Einmündungen abzutragen und Sichthindernisse am Innenrand von Kurven, die vor Kreuzungen und Einmündungen liegen, zu beseitigen.
Der Verbesserung der Erkennbarkeit dient auch eine Verlängerung der Linksabbiegespuren oder der Fahrbahnteiler in das Sichtfeld des sich dem Knotenpunkt nähernden Verkehrs.
Kommen bauliche Maßnahmen nicht in Betracht, so kann vor allem außerorts durch Vorwegweiser und Wegweiser für bessere Erkennbarkeit gesorgt werden. Die Anbringung von Vorwegweisern ist in diesen Fällen auch dann zu erwägen, wenn sie nach den Wegweisungsgrundsätzen nicht zwingend erforderlich wären.


-
Besteht die Möglichkeit, an eingeordneten Linksabbiegern rechts vorbeizufahren?
Ist das nicht möglich, so sollte die Straße zur Anlage von Linksabbiegespuren verbreitert werden.
Die Anlage von Linksabbiegespuren ist vor allem auf schnell befahrenen zweispurigen Straßen außerorts wichtig. Kann die Straße nicht sofort soweit verbreitert werden, wie es zur Anlage einer normalen Spur erforderlich ist, so sollte die Fahrbahn doch soweit wie möglich aufgeweitet werden: Dann lassen sich u. U. drei schmale Spuren ausweisen. Auch durch eine außermittige Fahrstreifenbegrenzung ist dann oft zu erreichen, daß jedenfalls Pkw an wartenden Linksabbiegern vorbeifahren können.
Können Linksabbiegespuren nicht in Betracht gezogen werden, so ist zu prüfen, ob das Überholen durch Zeichen 276 StVO verboten werden kann. Ggf. kommt die zusätzliche Anbringung von Fahrstreifenbegrenzungen (Zeichen 295) in Frage.
Erforderlichenfalls ist zusätzlich zum Überholverbot auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu beschränken.


Können die Verhältnisse nicht ausreichend verbessert werden, so ist zu prüfen, ob das Abbiegen durch das Zeichen 214 - »Vorgeschriebene Fahrtrichtung« - verboten werden kann. Das kommt in der Regel nur auf Stadtstraßen in Frage, wenn dem abgewiesenen Linksabbieger eine zumutbare Umleitung gezeigt werden kann. Auf sie ist erforderlichenfalls durch Zeichen 468 hinzuweisen.


2.2
Unfälle zwischen Rechtsabbiegern und nachfolgendem Verkehr


Wenn sich solche Unfälle häufen, kommen grundsätzlich die gleichen Maßnahmen in Frage wie für Stellen, an denen sich Unfälle zwischen Linksabbiegern und Nachfolgenden häufen (Verbesserung der Erkennbarkeit, Anlage eines kurzen (keilförmigen) Abbiegestreifens, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Abbiegeverbote).


In entsprechenden Fällen ist zu prüfen, ob die Rechtsabbieger, die von hinten angefahren werden, vor Radfahrern oder Fußgängern, die die einmündende Straße überquert haben, warten mußten. In solchen Fällen kann eine Zurückverlegung des Überweges helfen. Dann ist aber zu prüfen, ob der Fahrzeugführer noch deutlich genug erkennen kann, daß er den Radfahrer bzw. Fußgänger hier vorbeilassen muß.


2.3
Unfälle zwischen Linksabbiegern und Gegenverkehr


Wenn sich solche Unfälle häufen, ist folgendes zu prüfen bzw. anzuregen:


-
Wird dem Linksabbieger deutlich, daß er bevorrechtigten Gegengeradeausverkehr vorbeizulassen hat?
Ist das nicht der Fall, z. B. wenn der Linksabbiegeverkehr sehr zügig geführt ist, d. h. wenn er unter einem spitzen Winkel ausfahren kann, so ist die Möglichkeit zu prüfen, den Linksabbieger so zu führen, daß er nur langsam von der bevorrechtigten Straße abfahren kann.


-
Kann der Linksabbieger den bevorrechtigten Gegengeradeausverkehr rechtzeitig erkennen?
Wenn das nicht der Fall ist, so sind die Sichthindernisse zu erkunden und deren Beseitigung in dem notwendigen Umfang vorzunehmen. Falls eine ausreichende Verbesserung der Sicht auf diese Weise nicht möglich ist, muß für den Gegenverkehr eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Betracht gezogen werden.


-
War es für den Linksabbieger möglich, die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs zuverlässig zu schätzen? Zeigt sich, daß die Unfälle häufig auf eine solche Fehlschätzung zurückzuführen sind, so ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung für den Gegenverkehr vorzusehen. Die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs ist vor allem schwierig zu schätzen, wenn die Straße so verläuft, daß der Gegenverkehr annähernd geradlinig auf den Linksabbieger zukommt.


Häufungen von Zusammenstößen zwischen Linksabbiegern und Gegenverkehr gibt es oft an Signalanlagen, wenn der Linksabbiegeverkehr keine eigene Phase hat. Wenn Gesichtspunkte der Leistungsfähigkeit dem nicht zwingend entgegenstehen, sollte versucht werden, für Linksabbieger eine eigene Phase zu schalten oder zumindest eine teilweise Verbesserung durch eine sog. Nachlaufphase mit Hilfssignal (Diagonalgrün) vorzunehmen.


3.
Häufung von Einbiegen-/Kreuzen-Unfällen


Wenn sich solche Unfälle häufen, ist es zweckmäßig, zu prüfen, welche Aussagen die Beteiligten oder Zeugen über das Verhalten des Wartepflichtigen machten. Sind die Wartepflichtigen jeweils durchgefahren, ohne ihre Geschwindigkeit wesentlich zu ermäßigen oder gar anzuhalten, so kann geschlossen werden, daß die Wartepflicht nicht ausreichend erkennbar war.


Wird durch Aussagen deutlich, daß die Wartepflichtigen die Tatsache ihrer Wartepflicht erkannt und langsam gefahren sind oder sogar angehalten haben, so ist zu schließen, daß die Verkehrssituation beim Einfahren in die Kreuzung falsch eingeschätzt wurde. Je nachdem, welcher Grund für die Unfälle infolge »Mißachtung der Vorfahrt« vorherrscht, kommen unterschiedliche Verbesserungsmaßnahmen in Frage.


3.1
Wartepflicht nicht erkannt


Wenn sich solche Unfälle häufen, ist folgendes zu prüfen:


-
Hat der Wartepflichtige überhaupt bemerkt, daß er sich einer Kreuzung oder Einmündung nähert?
Ist das nicht der Fall, so ist zunächst zu prüfen, wie die Erkennbarkeit des Knotenpunktes verbessert werden kann. In Frage kommt vor allem der Einbau von Fahrbahnteilern (vgl. RAL-K) in der untergeordneten Straße.
Auch Veränderungen des Umfeldes der untergeordneten Straße können helfen. So kann z. B. die Unterbrechung von Baumreihen im Kreuzungsbereich dazu beitragen, den Knotenpunkt besser erkennbar zu machen.
In Stadtstraßen kann eine bessere Erkennbarkeit von Kreuzungen und Einmündungen häufig schon dadurch erreicht werden, daß auf beiden Seiten der untergeordneten Straße auf jeweils 20 bis 30 m durch Zeichen 283 das Halten verboten wird. Außerdem kann die Erkennbarkeit einer Kreuzung dadurch erhöht werden, daß Vorwegweiser und Wegweiser angebracht und die negativen Vorfahrtzeichen unmittelbar am Knotenpunkt und als Vorankündigung auf beiden Straßenseiten gezeigt und ggf. über der Fahrbahn wiederholt werden. Auch im Vorwegweiser kann sich ein Hinweis auf die Wartepflicht empfehlen.


-
Hat der Wartepflichtige die Kreuzung selbst zwar erkannt, aber nicht wahrgenommen, daß er hier einem anderen Verkehrsstrom gegenüber wartepflichtig ist?
Ist die Vorfahrt nach dem Grundsatz »Rechts vor Links« geregelt, so ist zu prüfen, ob eine solche Regelung angesichts des Streckencharakters der Zufahrt, von der der Wartepflichtige kam, erwartet wurde. Ist das nicht der Fall, so ist die Einführung einer Vorfahrtsregelung durch Verkehrszeichen zu erwägen.
Ist die Kreuzung beschildert und ergibt die nähere Untersuchung, daß die verkehrsrechtliche Unterordnung gegenüber der kreuzenden Straße nicht erwartet wurde, so kommt eine Verdeutlichung der Beschilderung, ggf. die Wiederholung der negativen Vorfahrtzeichen links oder auch über der Fahrbahn sowie eine Vorankündigung der negativen Vorfahrtzeichen und die Ankündigung der Wartepflicht im Vorwegweiser, in Fage. In besonderen Fällen kann die Wiederholung der negativen Vorfahrtzeichen in Form von Fahrbahnmarkierungen vorgenommen werden.
Auch die Anbringung einer Randlinie im Zuge der übergeordneten Straße kann helfen.


3.2
Wartepflicht erkannt


Wenn sich wiederholt Unfälle infolge Mißachtung der Vorfahrt ereignet haben, obwohl die Wartepflichtigen die Tatsache der Wartepflicht erkannt haben, so ist folgendes zu prüfen:


-
Hatte der Wartepflichtige ausreichenden Einblick in die übergeordnete Straße?
Bei »Rechts vor Links«-Kreuzungen mit schlechten Sichtverhältnissen nach rechts ist zu prüfen, ob die Sichtverhältnisse für den von rechts Kommenden möglicherweise wesentlich besser waren. Ist das der Fall, so ist eine Regelung nach dem Grundsatz »Rechts vor Links« ungeeignet, und es ist eine Vorfahrtregelung durch Verkehrszeichen einzuführen.
Reichen die Sichtverhältnisse an beschilderten Kreuzungen nicht aus, so sollte die Übersicht verbessert werden. (Die Anbringung eines Verkehrsspiegels, der Einblick in den nicht übersehbaren Kreuzungsast gewährt, ist nur dann zu empfehlen, wenn es sich bei den Wartepflichtigen überwiegend um Ortskundige handelt.)


-
War es für den Wartepflichtigen möglich, die Geschwindigkeiten in der bevorrechtigten Straße zuverlässig zu schätzen?
Das ist vor allem dann schwierig, wenn die übergeordnete Straße im Bogen verläuft und die wartepflichtige Zufahrt von der Außenkurve aus einmündet, so daß die bevorrechtigten Fahrzeuge auf den Wartepflichtigen direkt zufahren.
Außerdem ist davon auszugehen, daß die Geschwindigkeiten vom Wartepflichtigen häufig falsch geschätzt werden, weil auf der bevorrechtigten Straße sehr schnell, z. B. wesentlich über 100 km/h, gefahren wird.
In diesen Fällen sollte für den bevorrechtigten Verkehr eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt werden.


-
Hat der Wartepflichtige am Rand der bevorrechtigten Straße oder in einer Fahrzeugschlange vor der Kreuzung längere Zeit auf eine Möglichkeit zum Einbiegen oder Kreuzen gewartet?
Wenn die Verkehrsbelastung so groß ist, daß einzelne Wartepflichtige u. U. sehr lange warten müssen oder sich in der wartepflichtigen Zufahrt ein längerer Stau bildet, so ist in der Regel eine Lichtzeichenanlage zweckmäßig.


-
Haben sich mehrere Unfälle an einer signalgeregelten Kreuzung in der Zeit ereignet, in der die Signalanlage nachts ausgeschaltet war?
Wenn das der Fall ist, so ist zunächst zu prüfen, ob dadurch geholfen werden kann, daß der Signalgeber für die wartepflichtige Zufahrt auf gelbes Blinklicht geschaltet wird. Ereignen sich trotzdem häufig Vorfahrtunfälle, so soll die Signalanlage ganztägig oder zumindest während der Unfallzeiten im Betrieb gehalten werden. Um unnötig lange Wartezeiten und unnötige Belästigungen der Anwohner zu vermeiden, empfiehlt sich, in den Nachtstunden ein Signalprogramm mit kurzer Umlaufzeit oder ein verkehrsabhängiges Nachtprogramm zu schalten.






Diese Vorschrift wird von folgenden Dokumenten zit ... ausblendenDiese Vorschrift wird von folgenden Dokumenten zitiert


Blättern zur vorhergehenden Verwaltungsvorschrift Blättern in der Vorschrift Blättern zur nachfolgenden Verwaltungsvorschrift