Schnellnavigation

Steuerleiste | Navigation | Suche | Inhalt

Suche

Erweiterte Suche Tipps und Tricks

Alle Dokumente

Suchmaske und Trefferliste maximieren
 


Trefferliste

Dokument

  in html speichern drucken pdf Dokument Ansicht maximierenDokumentansicht maximieren
Einzelvorschrift
Aktuelle Gesamtvorschrift
Blättern zur vorhergehenden Verwaltungsvorschrift Blättern in der Vorschrift Blättern zur nachfolgenden Verwaltungsvorschrift
Normgeber:Innenministerium
Aktenzeichen:III 6 - 4101 - 4/1
Erlassdatum:11.06.1981
Fassung vom:15.04.1983
Gültig ab:27.05.1983
Quelle:Wappen Baden-Württemberg
Gliederungs-Nr:9232
Fundstelle:GABl. 1981, 729
 

Anlage 17: Verkehrsberuhigung in Wohngebieten / Einrichtung verkehrsberuhigter Bereiche durch Zeichen 325 StVO



Verkehrsberuhigung in Wohngebieten / Einrichtung
verkehrsberuhigter Bereiche durch Zeichen 325 StVO



1.
Verkehrsberuhigte Wohngebiete


1.1
Allgemeines


Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Schaffung der Voraussetzungen für die aus städtebaulichen Gründen wünschenswerte Wohnumfeldverbesserung sind flächenhaft wirkende bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Quartieren zwischen Verkehrsstraßen zu empfehlen.


Dadurch soll eine Reduzierung und eine Verlangsamung des Kraftfahrzeugverkehrs bewirkt werden.


1.2
Reduzierung des Kraftfahrzeugverkehrs


Eine Verkehrsreduzierung wird erreicht durch das Heraushalten desjenigen Kfz-Verkehrs, der weder Quelle noch Ziel im Gebiet hat. Die vollständige Befreiung von Durchgangsverkehr läßt sich nur durch die Einführung von Sperrensystemen erreichen, durch die jede Adresse im Gebiet von jeweils einer Verkehrsstraße aus erreichbar ist.


Bei der Konzipierung solcher Systeme muß daran gedacht werden, daß sich der verbleibende Verkehr innerhalb des Gebietes umverteilt. Außerdem ist darauf zu achten, ob die Verkehrsstraßen den abgewiesenen Verkehr aufnehmen können und ob die Stellen, an denen das Straßennetz des Wohngebietes mit den Verkehrsstraßen verknüpft ist, den veränderten Belastungen genügen.


Um den Durchgangsverkehr zu vermindern, kommen Umgestaltungen der Straße, die eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeiten bewirken, nur bedingt in Frage: So kann nur im Anfang ein gewisser vorher nicht bestimmbarer Teil des Durchgangsverkehrs herausgehalten werden. Die Erfahrung zeigt, daß Durchgangsverkehr, der wegen einer Erhöhung des Widerstandes im Wohnstraßennetz zurückgegangen ist, nach einiger Zeit wiederkommt.


Allein durch Einbahnstraßensysteme läßt sich gebietsfremder Verkehr in der Regel nicht abhalten.


1.3
Beeinflussung der Fahrweise


Zur Beeinflussung der Fahrweise sind Verkehrszeichen oder andere Schilder allein nicht geeignet. Es ist vielmehr notwendig, den Kraftfahrer durch bauliche Umgestaltung der Straßenräume zu veranlassen, langsamer zu fahren.


In Frage kommt die Verschmälerung der Fahrbahn zu Fahrgassen in Verbindung mit der Schaffung von Fahrgassenversätzen, in der Regel durch wechselseitiges Parken, wobei wechselseitig Parkreihen von 30 bis 50 m eingerichtet werden.


Bei bestimmten schmalen Querschnitten kann durch wechselseitiges Parken die Anzahl der Parkstände vermindert werden, wenn illegales Parken (z. B. auf Gehwegen) wirksam unterdrückt wird. Wenn dies bedenklich erscheint, muß auf die Einrichtung von Fahrgassenversätzen u. U. verzichtet werden. Die Schaffung von Fahrgassenversätzen bei beidseitigem Parken dadurch, daß auf der einen Seite z. B. in Schrägaufstellung, auf der anderen Seite in Längsaufstellung geparkt wird und diese Art der Aufstellung z. B. alle 50 m wechselt, schafft keine deutliche optische Veränderung des Straßenraumes. Außerdem geht in derartigen Fällen der aus Gründen der Verkehrssicherheit wichtige Sichtkontakt zu Fußgängern auf der freien Straßenseite, der sich beim einseitigen Parken ergibt, verloren.


In Straßen, in denen Fahrgassenversätze durch Neuordnung des ruhenden Verkehrs geschaffen wurden, ist zu prüfen, ob die Bestimmungen des § 12 StVO die gewünschte Stellplatzanordnung durchzusetzen vermag oder ob ergänzende Beschilderungen durch Zeichen 283/286 StVO notwendig sind.


Je nach Gebietsstruktur ist eine Beschilderung mit Zeichen 286 StVO notwendig, um Ladezonen zu schaffen.


1.4
Gestaltung


Nachdem die Straßen eines Wohngebietes zum Zwecke der Verkehrsreduzierung und zur Beeinflussung der Fahrweise umgebaut wurden, sind im Interesse einer weiteren Wohnumfeldverbesserung gestalterische Veränderungen im Straßenraum wünschenswert. Hierbei ist eine möglichst große Vielfalt anzustreben, die ein attraktives Straßenbild in allen Straßen des Bereiches schafft; einzelne verkehrsarme Straßen können als Kommunikationszonen besonders gestaltet werden.


1.5
Beschilderung


Wenn ein Gebiet entsprechend den Empfehlungen zu den Nummern 1.2, 1.3 und 1.4 umgestaltet und also z. B. Schleifenstraßen eingerichtet und schmale Fahrgassen mit Fahrgassenversätzen geschaffen wurden, ist in der Regel weder am Rand des Gebietes noch innerhalb - etwa vor den Versätzen - eine Beschilderung oder eine Warnung erforderlich.


2.
Verkehrsberuhigte Bereiche (Zeichen 325/326 StVO)


Wenn sich als Folge von baulichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Wohngebieten Bereiche ergeben, in denen wegen


-
ihrer geringen Ausdehnung und


-
des schwachen Verkehrs ausschließlich von Anwohnern und


-
der besonderen baulichen Gestaltung der Straße




alle Kraftfahrer sehr langsam fahren und annähernd Schrittgeschwindigkeit einhalten, kommt eine Beschilderung mit Zeichen 325/326 StVO in Frage. Das Schild dient dann der rechtlichen Klärung.


Als verkehrsberuhigte Bereiche kommen kurze Straßen in Frage, in denen nur Fahrzeuge verkehren, die in dieser Straße anhalten wollen oder dort angehalten haben (z. B. letzter Teil einer Sackgasse oder kurze von Einmündungen begrenzte Straße).


Verkehrsberuhigte Bereiche sollten nicht an Verkehrsstraßen, auf denen die Vorfahrt mit Verkehrszeichen geregelt ist, angrenzen.


Nach Einrichten eines verkehrsberuhigten Bereiches durch Zeichen 325 StVO sollte regelmäßig geprüft werden, ob weiterhin Schrittgeschwindigkeit gefahren wird. Wenn sich zeigt, daß die anfangs beobachtete Schrittgeschwindigkeit nicht mehr eingehalten wird, sind Überlegungen anzustellen, wie für eine Verlangsamung des Verkehrs gesorgt werden kann.


Blättern zur vorhergehenden Verwaltungsvorschrift Blättern in der Vorschrift Blättern zur nachfolgenden Verwaltungsvorschrift